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'Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf' - Wie die Bahn uns alle irre macht

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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'Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf' - Wie die Bahn uns alle irre macht

Verspätungen, Zugausfälle, geänderte Wagenreihung, fehlende Sitzplatzreservierungen und ewige Baustellen – kein Unternehmen erregt den Unmut seiner Kunden so sehr wie die Deutsche Bahn. Survival Training inklusive. Fast jeder Zugreisende kann solche Geschichten erzählen. FAZ-Redakteurin Maria Wiesner hat die irrsten Erlebnisse Bahnreisender gesammelt: von achtstündigen Verspätungen, saunaähnlichen Großraumwaggons, schnarchend-schmatzenden Sitznachbarn bis hin zu Pendlern am Rande des Nervenzusammenbruchs. Absurd, komisch und leider wahr: Die perfekte Reiselektüre – nicht nur für jede Bahnhofsbuchhandlung ein Muss! "Wiesners leicht zu konsumierendes Kompendium zeigt: Bei allem Ärger über verspätete Fernzüge, Funklöcher im ICE und verstopfte Zug-Toiletten – es darf zwischendurch auch gelacht werden." Tagesspiegel.de Maria Wiesner, aufgewachsen in Brandenburg, studierte Germanistik, Italianistik und Journalistik inklusive Volontariat in Dresden, Leipzig, Florenz und Reggio di Calabria. Seit Juni 2013 war sie als freie Journalistin von Frankfurt aus tätig und schrieb Reportagen und Porträts von Reisen in Europa, Asien und Afrika für das Frankfurter Allgemeine Magazin und das Gesellschafts- und Politikressort der F.A.Z. Weitere journalistische Beiträge entstanden u.a. für BBC World Service, Deutschlandradio Kultur und die New York Post. Seit 2016 arbeitet sie als Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 14.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678933
    Verlag: HarperCollins
    Größe: 748 kBytes
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'Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf' - Wie die Bahn uns alle irre macht

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Wenn die Bahnfahrt zum Survivaltraining wird

Die Deutsche Bahn hat lange Zeit mit einem entspannten Fahrerlebnis geworben. Noch vor wenigen Jahren sah man Werbung von Zügen, in deren Abteilen sich wenige Reisende lümmelten, auf ihren Laptops gemütlich Filme schauten oder auf dem Smartphone das Ultraschallbild des Enkelkindes bestaunten. Von dieser angenehm entspannten Vision des Fahrerlebnisses hat sich das Unternehmen längst verabschiedet, wie ein Werbespot mit Nico Rosberg aus dem Jahr 2018 zeigt.

Der ehemalige Rennfahrer sprintet in dem kurzen Video über den Bahnsteig, erwischt knapp den Zug und stellt - dank mobiler DB-App - fest, dass seine Sitzplatzreservierung am anderen Ende des ICEs liegt. Zum Iggy-Pop-Song "The Passenger" folgt nun ein Sprint durch das alltägliche Zugchaos: Rosberg hilft dabei, einen Koffer in die Ablage über den Sitzen zu wuchten, springt über Hunde und Babys im Gang und tanzt sich durch ein Abteil mit indischer Hochzeit. Der Zug hier ist voll, laut, gedrängt und soll natürlich trotzdem sympathisch wirken. Die Menschen sind entspannt, gehen an Laptops ihrer Arbeit nach. Am Ende gelangt Rosberg an seinen reservierten Platz, von dem ihm der halb nackte Iggy Pop persönlich entgegenlächelt und in vernuscheltem Deutsch "geänderte Wagenreihung" sagt. Ironisches Augenzwinkern im eigenen Werbevideo.

Die "geänderte Wagenreihung" ist aber meist das kleinste Problem, das entsteht, wenn bei der Bahn etwas schiefgeht.

Unter Online-Artikeln, die über Pannen und Irrfahrten der Bahn berichten, kommentieren für gewöhnlich Hunderte Bahnfahrer, denen ähnliche Katastrophen passiert sind. Bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", für die ich solche Meldungen regelmäßig als Redakteurin im Gesellschaftsressort betreue, haben wir 2018 deshalb einen Leseraufruf gestartet. Die Resonanz war riesig. Per Mail, per Brief und über die sozialen Netzwerke berichteten Bahnfahrer vom Alltag des Pendelns und den Ärgernissen mit Zugausfällen, stundenlangen Verspätungen und überfordertem Personal.

Die Zuschriften machten deutlich, dass die Meldungen über Pannen bei der Deutschen Bahn nur die Spitze des Eisbergs sind. Was Bahnfahrer täglich in Zügen erleben, zeigt, wie schlecht es seit der Privatisierung durch die Bahnreform 1994 um das Unternehmen steht. Einsparungen, Personalkürzung und die Schließung von Strecken und Regionalbahnhöfen sind für jene spürbar, die auf das Bahnfahren angewiesen sind. Dazu kommen mehr als 800 Baustellen (Stand: März 2019), an denen die Bahn versucht, Gleise, Brücken und Weichen zu erneuern.

Jeder, der regelmäßig mit der Bahn fährt, kann von Fahrten berichten, bei denen etwas schiefging. Und so sammelt dieses Buch nicht nur einige dieser Leserbriefe und - zuschriften aus dem Herbst 2018. Sobald klar war, dass daraus ein Buch entstehen würde, meldeten sich Kolleginnen, Freunde und Bekannte und erzählten ihre Geschichten.

In diesem Kapitel haben Bahnreisende Probleme mit ausfallenden Anschlusszügen und den damit verbundenen verfallenden Sitzplatzreservierungen. Denn wenn man nicht den gebuchten Anschlusszug erwischt, dann steht man mitunter stundenlang im Gang, obwohl man das Geld für einen Sitzplatz bezahlt hat. Oder der Zug, in dem man sich befindet, bleibt auf offener Strecke stehen und hat Probleme mit der Antriebswelle und man ist plötzlich die halbe Nacht unterwegs. Manche Fahrt endet in einem Taxi, das dann noch mehrere Stunden durch die Dunkelheit fahren muss, bis man sein Ziel endlich und hundemüde erreicht. Andere Bahnreisende erleben schon ein ausgemachtes Chaos, bevor sie die Reise antreten, etwa wenn die Strecke, auf der man in den Urlaub fahren will, immer wieder von Baustellen und Ausfällen betroffen ist. Und manchmal erwischt jemand mit einer Stunde Verspätung dann doch noch seinen Anschlusszug, weil der "zum Glück" mit zwei Stunden Verspätung am Bahnhof des Zwischenhalts ankommt. Von entspannten Fahrerlebnissen

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