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101 GEDANKEN AN TOM ein frecher Frauenroman von Hasmann, Gabriele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2020
  • Verlag: Luzifer Verlag
eBook (ePUB)

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101 GEDANKEN AN TOM

Jule, genannt Jerry, leidet unter schrecklichem Liebeskummer. Vor ziemlich genau 12 Tagen wurde sie von ihrem Freund Tom verlassen. Tom und Jerry ... eigentlich perfekt. Eigentlich. So aber pendelt Jule zwischen Selbstmordgedanken und Mordfantasien hin und her, zwischen Trauer und Wut und dem Versuch, alltägliche Abläufe wie Körperhygiene oder Nahrungsaufnahme nicht zu sehr zu vernachlässigen. Denn Tom geht ihr nicht aus dem Kopf. Also beschließt sie in einem Selbstversuch, ihre Gedanken an Tom zu zählen. Was anfänglich und gemessen an Jules Zustand nach einer arithmetischen Höchstleistung anmutet, leitet ganz langsam und zuerst unbemerkt einen reinigenden Prozess ein. Und genau diese Entwicklung hilft der jungen Frau, über ihren Ex-Freund hinwegzukommen und ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln. Ein Wegweiser der anderen Art bei Liebeskummer - für Leute, die keine Ratgeber mögen. Oder schon erfolglos alles ausprobiert haben. Gabriele Hasmann wurde 1968 in Wien geboren. Ihre ersten Texte über zwei Zwerge schrieb sie bereits mit acht Jahren, danach zwangsbeglückte sie sieben Jahre lang sämtliche Schulkollegen mit von der Pubertät gefärbten Geschichten. Ihr Buch Ein trauriges Krokodil verhalf ihr 1993 zum Bad Wildbader Kinder- und Jugendliteraturpreis (Deutschland), und die von ihr verfassten Erotische Fantasien konnten 1995 den Mödlinger Preis für Kurzprosa gewinnen. Danach schrieb Gabriele Hasmann zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen und Anthologien im In- und Ausland sowie über 30 Sachbücher bei namhaften Verlagen wie Ueberreuter, Amalthea und Goldegg. Bis 2010 arbeitete sie als Zeitungs-, Radio- und TV-Redakteurin, widmet sich jedoch seit 2011 als selbstständige Autorin, Lektorin, Autorenbetreuerin, Ghostwriterin, Pressetexterin & Kolumnistin dem geschriebenen Wort.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 31.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958355101
    Verlag: Luzifer Verlag
    Größe: 548 kBytes
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101 GEDANKEN AN TOM

Tag 13: Ein Morgen wie jeder andere der zwölf davor

Scheiße, denke ich im ersten Moment; im zweiten, dass ich üblicherweise nicht sofort nach dem Aufwachen fluche - weder laut noch stumm.

Mein Name ist Jule, Spitzname Jerry. Ich bin 27 Jahre alt, von Beruf Journalistin und wurde vor zwölf Tagen und ... Moment, ich muss auf die Uhr schauen ... elf Stunden von meinem Freund verlassen. Thomas, Rufname Tom, 32 Jahre alt, war scharf gewesen auf eine schlanke Blondine mit riesigem Silikonbusen und prallem Hinterteil und damit so ziemlich das Gegenteil von mir. Und dieses lebende Klischee hat ihn nach dem Seitensprung noch in derselben Nacht mit ihrem Liebesgesäusel um den Finger gewickelt und zum Bleiben überredet. Ihren Namen wollte ich nie wissen, habe ihn dann aber doch versehentlich erfahren: Fabienne!

Keine Sorge, Sie müssen jetzt kein Bild im Kopf malen, auf dem ich im Bett neben mich greife in der flüchtigen Hoffnung, mein Freund läge wieder neben mir und alles wäre nur ein böser Traum gewesen. Ebenso wenig brauchen Sie sich vorzustellen, wie ich mit hängenden Mundwinkeln und steiler Falte zwischen den Augenbrauen auf die Stelle starre, wo Tom noch bis vor Kurzem das Laken wärmte. Ich beginne auch nicht zu weinen, sobald der Phantomschmerz einsetzt, weil mir die pelzige Männerbrust an meiner Seite fehlt. Wir sind doch nicht in Hollywood!

Kennen Sie auch diese Filmszenen, in welchen die Hauptdarstellerin nach der ersten gemeinsamen Liebesnacht beim Herumtasten auf der anderen Matratzenhälfte mit dämlich-verklärtem Gesichtsausdruck eine dornenlose Rose und eine Nachricht vorfindet? Diese symbolträchtige Geste bedeutet: Die Frau kann fast sicher sein, dass der Mann nur frische Brötchen holen gegangen ist und nicht das letzte Mal das Bett mit ihr geteilt haben wird. Die weit ungünstigere Ausgangssituation besteht beim Auffinden eines Zettels mit den hastig darauf gekritzelten Worten: Du hast einen Besseren verdient, daher muss ich gehen . Im Falle einer solchen Situation sieht die Dramaturgie vor, dass sich die betreffende Schauspielerin kurz darauf gemeinsam mit ihren besten Freunden in ihr kleines rotes Auto quetscht, mühelos das Taxi mit ihrem Liebsten an Bord ausfindig macht, es in halsbrecherischer Geschwindigkeit - dabei jedes Ampelrot und sämtliche Einbahnstraßen ignorierend - bis zum Flughafen verfolgt, um den Typen dann in letzter Sekunde abzufangen, bevor der eine Maschine nach Rio de Janeiro besteigt und für immer aus ihrem Leben verschwindet.

Also, ich würde nie ... Sie etwa? Aber ich habe ja auch kein rotes Auto ... und außerdem eine Heidenangst vor Verkehrsunfällen.

Doch zurück zum fehlenden warmen Körper. Der meines Ex-Freundes liegt seit genau zwölf Nächten nicht mehr bei mir, sondern neben zwei Gummititten. Und wäre derselbe mittlerweile schon kalt und steif, würde mich das nicht weiter tangieren. Natürlich, ohne dass ich diesen Zustand verursacht hätte, denn zum Morden habe ich kein Talent. Ich bin furchtbar ungeschickt, rutsche ständig ab und aus, schütte mir regelmäßig diverse Flüssigkeiten über die Kleidung - was im Moment von Toms Exekution alles schiefgehen könnte, will ich mir gar nicht erst vorstellen.

Meine Mutter sagt häufig: "Kind, konzentriere dich auf das Positive, auch in deinen schlimmsten Momenten!" Sind Sie auch so ein gnadenloser Optimist? Der selbst, wenn er sich vor Wut ankotzen möchte, noch der Sonne entgegenlächelt und sich freut, dass nicht er, sondern andere Menschen eine tödliche Krankheit in sich tragen? Der froh ist, genug zu essen zu haben, während woanders Kinder verhungern?

Schön, ich kann ja einmal versuchen, dem gegenwärtigen Dilemma zumindest einen Vorteil abzugewinnen ... Ich hab's: Es riecht jetzt nicht mehr in meinem, sondern im Schlafzimmer der Kontrahentin jeden Morgen so käsig wie nach Sex mit Micky Maus. Darüber hinaus kann ich wirklich froh sein, dass mein Ex-Freun

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