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A Hetz und a Gaudi So lachen und schimpfen die Österreicher von Dvorak, Felix (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2015
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
12,99 €
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A Hetz und a Gaudi

Allerneueste "Sternstunden des Humors". "Gute Witze leben ewig" ist das Motto des neuen Buches von Felix Dvorak. Diesmal untersucht der Meister des österreichischen Humors unter anderem den Wortschatz der Österreicher und bietet ein skurriles Lexikon der ordinärsten Wiener Schimpfwörter wie Arschkappelmuster oder Ohrwaschelkaktus, die gar nicht von Arthur Schnitzler stammende Szene "Weihnachtseinkäufe ", einen Auszug aus der Prominenten-Biografie "Der Mann ohne alle Eigenschaften", die Horror-Kurzkrimis "Kidnapping" und "Die Nacht des Grauens" sowie drei neue, umwerfend komische Abenteuer des typischen Wieners namens Schreferl. Im Kapitel "Alt, aber gut" präsentiert er seine ganz persönliche Auswahl der neuesten alten Witze sowie viele andere zwerchfellschädigende Lachkanonen. Mit zahlreichen Abbildungen

Felix Dvorak, Prof., Jahrgang 1936, Schauspieler und Regisseur an den großen Theatern Wiens. 22 Jahre Intendant der Festspiele Berndorf, zwölf Jahre der Komödienspiele Mödling und sechs Jahre des Schloss Weitra Festivals. Mit seinen einmaligen Sprachparodien gab er Gastspiele von Kopenhagen bis Paris, von Kairo bis Las Vegas. Er gewann mit seinen TV-Shows mehrmals beim Internationalen Fernsehfestival in Montreux und wurde in den USA für den Auslands-Emmy-Award nominiert. Vom vielfach ausgezeichneten Autor Felix Dvorak gibt es 14 Bücher, über 30 Theaterstücke, zahlreiche Ton- und Bildträger und unzählige TV-Drehbücher. Zuletzt bei Amalthea erschienen: "Sternstunden des Humors" (2010), "Überlebenslauf" (2011) und "Wer zuerst lacht, lacht am längsten" (2013).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 08.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902998972
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 2864 kBytes
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A Hetz und a Gaudi

Gschamster Diener.

Wiener Ausdruck für "Gehorsamster Diener"

Es gab und gibt in manchen Ländern Hofschranzen, Hofgänger, Hoflieferanten, Hofmeister, Hofnarren, Hofmarschalle und Hofhunde, aber nur in Österreich gibt es Hofräte.

Anno 1765 komponierte Wolfgang Amadeus Mozart seine ersten drei Sinfonien, und die 1441 Räume von Schloss Schönbrunn bekamen eine zeitgemäße Rokoko-Ausstattung. Zur gleichen Zeit wurde im Zuge einer Verwaltungszentralisierung der Beamtentitel "Hofrat" eingeführt.

Im Jahr 1850 erließ der 20-jährige Kaiser Franz Joseph zwar viele neue Gesetze, aber aus unerfindlichen Gründen schaffte er den Titel Hofrat ab. Als aber dann im Weltausstellungsjahr 1873 die Wiener Börse ihren "Schwarzen Freitag" erlebte, wurde als Ausgleich der "Hofrat" wieder eingeführt.

1918 wurde der "Kaiser" abgeschafft, aber der Titel Hofrat blieb bestehen. Und seine Bedeutung wurde durch die Schaffung des "Wirklichen Hofrats" und des "Vortragenden Hofrats" erweitert. Was die Schaffung der Titel "Unwirklicher Hofrat" und "Nachtragender Hofrat" betrifft, konnte sich die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst noch nicht durchsetzen. Strittig ist für die GÖD auch die brennende Frage, ob der Leiter der musikalischen Abteilung des Hof- und Kammerarchivs den Titel Hofrat oder Kammersänger tragen soll. Der Titel Hofkammerrat wäre ja ebenso divergent wie Kammerhofrat. Es gibt aber in Österreich sehr viele Kammerräte und auch noch wenige Hofsänger.

Wie es zu der Sache "Gschamster Diener, Herr Hofrat" gekommen ist, will ich im Folgenden berichten.

Josef Bemasel besuchte einige Jahre mit mir gemeinsam eine Schulklasse. Immer saß er vorne, in der ersten Reihe, dort, wo sich die Pädagogen ihre besten Zuchtobjekte hinsetzen. Josef Bemasel war aber deswegen nicht unbeliebt bei seinen Schulkameraden, denn es gab nie eine Enttäuschung, wenn man von ihm abschrieb.

Außerhalb des Lehrbetriebes fiel er nicht weiter auf, er war nicht sehr sportlich, aber er galt als recht witziger Vogel, weshalb ich mich immer wunderte, wenn er über die ödesten Witzeleien unseres Lehrers als Einziger in der Klasse schallend lachte.

Irgendwann verlor ich ihn aus den Augen und erfuhr durch Zufall, dass Josef Bemasel seinen Dr. jur. gemacht hatte und als solcher Beamter geworden war. Obwohl Bemasel nie einer Partei angehörte, avancierte er im Laufe der Jahre im Ministerium vom Kommissär zum Oberkommissär und schließlich sogar zum Oberrat. Das blieb er jahrelang, und er galt als der fähigste Beamte seines Ressorts. Er war der Erste im Büro und der Letzte, der am Abend das Ministerium verließ. Josef Bemasel nahm sich die Arbeit mit nach Hause und verrechnete keine Überstunden, was zu schlechter Letzt seiner Ehe nicht guttat.

Als eines Tages ein neuer Ressortleiter bestellt und damit zum Hofrat ernannt wurde, kam jedoch trotz seines Wissens und seines Eifers nicht er zum Zug, sondern ein unscheinbarer Beamter aus einer ganz anderen Fachgruppe, welcher notgedrungen auch auf die kleinsten Ratschläge von Herrn Oberrat Bemasel angewiesen war. Der neue Ressortleiter und Hofrat entschuldigte sich bisweilen sogar bei seinem Mitarbeiter Bemasel für seine Fachunkenntnis und begründete diese mit der totalen Inanspruchnahme durch seine unzähligen politischen Funktionen.

So verging ein Jahr. Der neue Hofrat war zwar noch immer nicht eingearbeitet, aber er dankte Bemasel durch eine unüberbietbare Dienstbeschreibung, die er ihm auch persönlich vorlas. Dabei erhob sich der Hofrat hinter seinem Schreibtisch, legte seinem Mitarbeiter die Hand auf die Schulter - eine fast ritterliche Geste - und meinte: "Herr Kollege, es ist ja jammerschade, dass Sie es mit Ihrer Tüchtigkeit noch nicht weiter gebracht haben. Ich aber habe nun ein

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