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And Good Is Amerikanische Seltsamkeiten aus einheimischer Perspektive von Madison, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2011
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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And Good Is

Amerika. Unendliche Weiten, Hollywood-Stars und leckere Steaks direkt vom Grill. Oder vielleicht eher laute Horden Verrückter, merkwürdige Politiker und vor Fett triefendes Fast Food? Wie ist es denn nun wirklich, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? John Madison und seine deutsche Frau Bettina kennen Land und Leute. Sie wissen genau, warum Amerika das beste Dritte-Welt-Land der Erde und den Amerikanern ihr Präsident immer ziemlich egal ist, wie man einen Hot Dog isst, ohne sich vollends zuzukleckern, und vieles mehr. Und sie zeigen uns Deutschen, dass Amerika und seine Bewohner doch ganz schön anders sind, als wir uns das so vorstellen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 286
    Erscheinungsdatum: 24.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838704753
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: America for Runaways
    Größe: 2501 kBytes
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And Good Is

" Sinnlose Arten, in Amerika sein Leben zu riskieren (S. 253-254)

Amerikaner brauchen keinen guten Grund für ihre Unternehmungen. Deshalb haben wir Monster Trucks, Roller Derbies und Tractor Pulls1. Wenn das Fehlen jegliches ersichtlichen Zwecks und der Hauch einer Chance auf tödliche Verletzungen zusammenkommen, fühlen sich Amerikaner zu solchen Aktivitäten hingezogen wie Nachtfalter zu Straßenlaternen. Falls Sie ein an einer roten Ampel haltendes Fahrzeug sehen, dessen sämtliche vier Insassen in entgegengesetzten Richtungen um den Wagen herumlaufen, werden Sie Zeuge dessen, was Amerikaner einen Chinese fire drill (etwa: chinesische Feueralarmübung) nennen.

Ziel ist, dass jeder am Ende auf einem anderen Platz sitzt und der Fahrer ein anderer ist, wahrscheinlich jemand ohne Versicherung. Das hat nicht den geringsten Sinn, aber den brauchen Amerikaner auch nicht, um ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Während Sie Ihren Trip auf der Route 66 machen, sollten Sie alle Verkehrsregeln befolgen und sich auch ordnungsgemäß anschnallen, um unnötige Risiken zu vermeiden. Wenn Sie aber durch Illinois, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico und Arizona fahren, werden Sie Motorradfahrer sehen, die es ganz legal genießen, sich den Wind durch die Haare wehen zu lassen, denn in diesen Staaten gibt es keine Helmpflicht.

Vielleicht ist dieser Wind das Letzte, was sie genießen. In Amerika gibt es Lebensmittelgeschäfte, die eine große Fleischauswahl zu vernünftigen Preisen bieten und jeden Tag rund um die Uhr geöffnet sind. Trotzdem glauben einige Amerikaner, um drei Uhr morgens aufstehen, sich mit Reh-Urin einzunebeln und stundenlang still im Wald warten zu müssen, bis – im besten Falle – ein pelziges Tier vorbeikommt. Dann töten sie es und stopfen ihren Kühlschrank mit komisch schmeckendem Fleisch voll. Alles in allem: Jagen ist ziemlich witzlos und einigermaßen gefährlich. Damit wird es zum Nummer-Eins-Kandidaten für das liebste Hobby der Amerikaner.

Eine weitere Möglichkeit, sein Leben zu riskieren, fußt sogar auf dem Gesetz. Wie allgemein bekannt ist, gehören die amerikanischen Gesetze zum Umgang mit Alkohol zu den drakonischsten der westlichen Welt. Das bekannteste davon ist, dass Amerikaner einundzwanzig Jahre alt sein müssen, um Alkohol trinken zu dürfen. Obwohl den Amerikanern mit sechzehn gestattet wird, die Öffentlichkeit am Steuer eines Fahrzeugs in Gefahr zu bringen, und sie bereits mit achtzehn ihr Leben dem Militär verschreiben sollen, dürfen sie erst drei Jahre später ihr erstes Bier trinken.

Und da ein Amerikaner auf dieses Privileg einundzwanzig Jahre lang warten muss, begibt er sich an seinem Geburtstag um Punkt Mitternacht zur nächsten Bar. Dort wartet er auf den Augenblick, da sein Reifegrad die Schwelle zwischen Nichttrink- und Trinkfähigkeit überschreitet – und wirft sich umgehend ins Rennen. Da die Bars hierzulande in der Regel um zwei Uhr schließen, bleiben dem jungen Erwachsenen etwa anderthalb Stunden, um vor der letzten Runde symbolisch einundzwanzig Kurze zu kippen. Dann fällt er entweder auf der Stelle tot um – oder ihm wird so übel, dass er sich beim Aufwachen am nächsten Morgen wünschte, er wäre es."

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