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Aus anderer Landschaft Geschichten für Reisende von Stoner, Marbie (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
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Aus anderer Landschaft

Eine Sammlung von Kurzgeschichten, deren Thematiken sich u.a. mit dem Mythos des Sisyphos beschäftigen, der griechischen Figur, die in anscheinend sinnloser anstrengender Arbeit aufging. Deren Bedeutung als sinnstiftenden Lebensinhalt soll die Botschaft in den Lebensalltag von Menschen beispielhaft erläutern. Geschichten, die passieren, aber über die man lieber nicht spricht.

Jahrgang 1958, wohnt in Hessen, arbeitet im Gesundheitswesen. Sie absolvierte einen Kurs in 'Die Kunst des Schreibens' an der Axel Anderson Akademie im Bereich 'Belletristik' und zahlreiche Kurse für die Hobbymalerei. Wenn noch etwas Zeit übrig bleibt, verbringe sie diese auf dem Motorrad. Alle Texte und die darin handelnden Personen in virtuellen Orten stellen keine persönlichen Erfahrungen dar und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig nicht beabsichtigt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 108
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738021264
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1017 kBytes
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Aus anderer Landschaft

"Frau Rupert?"

Ich schreckte hoch. Das war mein Name! Eine Maschine pumpte Luft in meinen Bernhard, sein Brustkorb hob sich regelmäßig und gleichgültig.

"Ich bin Dr. Hoffmann, der diensthabende Internist. Ihr Mann hat einen Herzinfarkt erlitten, einen ziemlich großen sogar, leider. Eine Koronararterie - das sind die großen, versorgenden Gefäße des Herzmuskels - ist fast völlig verschlossen gewesen. Wir haben versucht, das Gerinnsel mit einem Medikament aufzulösen. Nur - zurzeit ist es sehr, sehr kritisch mit seinem Kreislauf, wissen Sie? Wir stützen das Herz, so gut es geht, aber ... Frau Rupert? Verstehen Sie mich?"

Nein, ich verstand ihn nicht. Ich wollte ihn nicht verstehen.
Bernhard war immer gesund gewesen, und morgen wollten wir in Urlaub fahren, unser erster Urlaub seit langer Zeit!

"Setzen Sie sich doch erstmal!" Die Schwester legte eine Hand auf meine Schulter und drückte mich sanft, aber nachdrücklich, auf einen Stuhl.

"Es wird nicht einfach sein, aber wenn wir ihn erst über die Nacht gebracht haben... wir werden alles tun, was..."
Ja, ja, was in ihrer Macht steht, das sagten die Ärzte im Fernsehen auch immer.

"Nehmen Sie ruhig seine Hand. Ihr Mann bekommt starke Schlafmittel, aber er bemerkt sicher, dass Sie da sind!"

Ich ergriff Bernhards Hand, die sonst so zupackend war. Sonst? Vor zwei Stunden noch! Jetzt war sie kalt, weiß und schlaff. Er war nackt unter der dünnen Decke. Er sah mich nicht, er hörte wahrscheinlich nichts. Die Maschine pumpte weiter, irgendwie klang es fast tröstlich. Oh, Gott!

"Warum ist er denn so kalt?"

"Das liegt an seinem Blutdruck, er reicht nur für das Nötigste", sagte die Schwester. Sie war noch sehr jung Wie konnte sie nur diese Arbeit hier tun?

"Wir wollten morgen in Urlaub fahren, nach Südfrankreich. Das müssen wir wohl verschieben?" Es schien mir, als schnappte die Schwester nach Luft.

"Hm, Frau Rupert..." Es klang bedauernd, aber auch ein wenig tadelnd. Nun gut, es war die falsche Frage.

"Haben Sie nicht noch eine Decke? Mein Mann erkältet sich so schnell!"

Sie ging.

Ich sah Bernhard ins Gesicht.

Es war verpflastert und sein Mund steckte voller Gummiteile. Ab und zu fiel ein gelber Tropfen Flüssigkeit in ein durchsichtiges Kästchen. Urin? Es war nicht sehr voll, dieses Kästchen, und es wurde jede Stunde kontrolliert. Sie schrieb alles gewissenhaft auf, die Schwester. "Kann er überhaupt reden, mit dem ganzen Zeug im Mund?"

"Nein, das kann er leider nicht. Aber er soll jetzt auch nicht sprechen, es ist besser, wenn er schläft, glauben Sie mir."

Plötzlich fiel mir ein, wie Bernhard im Garten ackerte, die Schubkarre vollgeladen zum Komposthaufen schob, unseren Rasen mähte und glücklich über die Blindschleichen war, die er zuweilen träge in der Sonne liegend fand.

"Das ist ein gutes Zeichen", sagte er dann.

Ich fand sie eigentlich eklig, wie Schlangen sahen sie aus. Warum fiel mir gerade das jetzt ein?

"Wie ist mein Mann denn hierhin gekommen?" fragte ich vorsichtig in das Piepsen und Seufzen der Maschinen hinein.

"Passanten haben den Rettungsdienst alarmiert. Sie haben ihren Mann auf der Parkbank bewusstlos gefunden, und den Hund haben sie mitgenommen. Ich gebe Ihnen nachher die Telefonnummer von den Leuten, da können Sie ihn abholen. Oder soll ich jemand von Ihren Angehörigen anrufen?"

Oh Gott, unser Hund! Ich nickte dankbar. An den hatte ich gar nicht mehr gedacht!

Es war dunkel geworden.

Wie lange saß ich hier eigentlich schon? Das Personal hatte inzwischen gewechselt. Die neue Schwester zog die Gardinen zu und stellte sich vor. Schwester Claudia. Sie war älter als ihre Vorgängerin, wirkte in ihrer Arbeit routiniert, gelassen und ein wenig distanziert.

"Mö

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