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Aus dem bürgerlichen Heldenleben Bissige Satire über die Moralvorstellungen des Bürgertums der wilhelminischen Zeit: Die Hose + Bürger Schippel + Der Snob + 1913 + Das Fossil von Sternheim, Carl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.04.2015
  • Verlag: e-artnow
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Aus dem bürgerlichen Heldenleben

Dieses eBook: 'Aus dem bürgerlichen Heldenleben' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Carl Sternheim (1878-1942) war ein deutscher Dramatiker und Autor von Erzählungen und Gedichten. In seinen Werken griff er besonders die Moralvorstellungen des Bürgertums der Wilhelminischen Zeit an. Die Hose ist der Titel eines bürgerlichen Lustspiels von Carl Sternheim. Die Uraufführung dieses Theaterstücks am 15. Februar 1911 löste einen Skandal aus. Die rüde Direktheit und der ätzende Spott gegen den deutschen Spießbürger führten zu einem zeitweiligen Verbot des Stückes. Mit einem Stück Damenunterwäsche betrieb Sternheim den von ihm geforderten Abbruch der Ideologie, enttarnte er den wohlanständigen Bürger als einen in gesellschaftlichen Konventionen gefangenen Typus, der alles daran setzt, die Tarnung seiner wahren, sinnlichen Natur aufrechtzuerhalten. Der Snob ist eine Komödie in drei Aufzügen des Zyklus aus dem bürgerlichen Heldenleben. Sie folgt als zweiter Teil der Maske-Trilogie auf Die Hose. Als dritter Teil folgt 1913. Das Theaterstück wurde 1914 unter Regie von Max Reinhardt uraufgeführt. 1913: Im Mittelpunkt des Stücks stehen der inzwischen geadelte Christian Maske von Buchow und seine drei Kinder. Der siebzigjährige, kranke Konzernchef Maske sieht sein Ende kommen, kann aber die Verantwortung für sein Erbe nicht im Geringsten aus der Hand geben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 115
    Erscheinungsdatum: 04.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026834069
    Verlag: e-artnow
    Größe: 703 kBytes
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Aus dem bürgerlichen Heldenleben

Vierter Auftritt

Inhaltsverzeichnis
Scarronöffnet die Tür von außen und tritt auf Welche himmlische Heiterkeit. Vom Regen trete ich mitten in Tropensonne.

Luiseleise zur Deuter Bleiben Sie!

Deuter Einen Augenblick, dann muß ich hinunter.

Scarron Mittels meines Flurschlüssels dringe ich unaufgefordert in Ihre lustigen Beziehungen und zerreiße sie. Lachen Sie weiter; wenn ich darf und mich eigne, möchte ich teilnehmen. Worüber war es?

Luise Fräulein Deuter - Scarronverneigt sich Luise Und ich sprachen von dem Barbier.

Scarron Von welchem Barbier?

Luise Von Mandelstam natürlich.

Deuter Ihr sei er zu häßlich, meinte Frau Maske, empfahl ihn mir als Liebhaber.

Luise Das Wort kam nicht von meinen Lippen.

Deuter Gott weiß, sie empfahl ihn mir in dem Sinn.

Luise Scherzhaft.

Scarron Ernsthaft ging es nicht an. Er ist nicht, was man einen Mann nennt.

Deuter Immerhin für eine ältere Jungfer gut.

Scarron Wer soll das sein?

Luise Sie will eine Artigkeit.

Deuter Nichts dergleichen, doch Ihr Urteil über diesen Stoff, Herr Doktor. Was ist's?

Scarron Batist wohl. Was soll's damit?

Deuter Hosen gibt's für die junge Frau; Verzeihung: Beinkleider sagt man in Ihren Kreisen.

Luise Fräulein Deuter!

Deuter Sie störten uns im Maßnehmen.

Luise Fräulein Deuter!

Deuter 66 Zentimeter, das nenne ich doch schlanke Hüften, Herr Doktor.

Scarron Ein so süßes Geschäft hätte ich Ihnen nicht aufhalten dürfen.

Luise Herr Scarron!

Deuter Nur noch die Länge brauche ich. Bückt sich und mißt 63 bis über die Knie.

Luise Genug. Was tun Sie!

Scarron Darf ich, da ich in so zarte Begebenheit geriet, einen Rat geben? Die Frauen, die nichts als Putz und Mode wissen, den Ton in allen Fragen des Geschmacks angeben, würden vielleicht nicht ganz so weit wie Sie, mein Fräulein, hinuntergemessen haben, hätten den Punkt etwa zwei bis drei Zentimeter oberhalb des Knies gefunden.

Deuter Gehen Sie uns zur Hand. Auf solche Kenntnisse rechnete ich. Ob dann unsere Weite von achtzehn dem neuesten Schnitt entspricht?

Scarron Man läßt das Beinkleid unten möglichst weit, legt es nach oben fester an.

Deuter Bliebe die Frage - Luisefliegt ihr an die Brust Trude, jetzt schweigst du; ich wäre ewig böse!

Scarronzu Deuter Und Sie selbst sind mit dieser wichtigen Angelegenheit betraut? Alles geschieht von Ihren Händen?

Deuter Sie würden mir ein Kompliment nicht vorenthalten, hätten Sie, das Fertiggestellte im Sitz zu bewundern, Gelegenheit.

Scarron Wie verdiene ich Ihre Freundschaft?

Deuter Merken Sie, ich bin zu Ihren Gunsten da!

Scarron Sie scheinen Patin eines Glücks sein zu wollen, das die schützende Hand nötiger als der Vogel hat, der nicht flügge ist.

Deuter Was aber fliegen will - Luise Und nicht zu fliegen weiß?

Deuter Ich bin sozusagen nur ein halber Vogel, der zur rechten Zeit den Mut nicht hatte, in der Dachrinne sitzen blieb. Von mir darfst du Unterweisungen nicht erwarten.

Scarron Deren bedarf es nicht.

Deuter Übrigens befleißigt sich das Nesthäkchen. Fand ich es gestern schon flatternd in inniger Berührung mit den höheren Regionen.

Scarron Wagen wir den Flug!

Deuter Ein Stößer kreist am Horizont! Nicht der alte fette Uhu, der nur nachts zu fürchten ist. Eine schlanke hungrige Wolke, die blitzschnell in Verstecke fällt.

Scarron Wer?

Deuter Eine Wolke Seifenschaum, ein Schaumschläger.

Scarron Der Barbier!

Luise Stellt mir nach! Passe auf, dulde nichts, rief er mir ins Gesicht. Ich bin unglücklich!

Deuter Da das Wort fiel, gehe ich. Vorsicht!

Scarron Dank!

Deuter Ich will mein möglichstes tun.

Exit

Scarron Luise!

Luise Ich habe Angst.

Scarron Setz dich zum Tisch.

Luise Mir fallen die Füße for

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