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Betamännchen Sind die Männer noch zu retten? von Bonner, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Betamännchen

NOMINIERT FÜR DEN LOVELYBOOKS-LESERPREIS! Be ta männ chen, das: orientierungsloser moderner Mann ohne festes Rollenbild (ugs. auch Vollidiot, Vollpfosten); vgl. in Abgrenzung: Alphamännchen, Alphaweibchen. Die Wahrheit über den modernen Mann ist erschütternd. Und urkomisch! Stefan Bonner und Anne Weiss, die Autoren von 'Generation Doof', erzählen von ihrem Leben als und mit Betamännchen. Ein Spaß für alle Männer auf der Suche nach der Männlichkeit. Und für die Frauen, die sich über sie wundern. Keine Frage, um die Männer ist es heute so schlecht bestellt wie nie. Ein Mann lebt kürzer als eine Frau, hat dafür aber eine deutlich höhere Chance auf eine Verhaltensstörung, Lernschwierigkeiten oder einen Platz auf der Sonderschule. Männer ruinieren Firmen, kommen ins Gefängnis, laufen Amok, werden rechtsradikal oder bringen sich um - Selbstmord ist bei ihnen die dritthäufigste Todesursache. 'Sind die Männer noch zu retten?' fragen Anne Weiss und Stefan Bonner und erzählen ehrlich und erheiternd vom Dilemma des modernen Mannes: Anne ist mit ihrem Singleleben zufrieden. Doch plötzlich bekommen alle ihre Freunde Kinder und heiraten. Sie beschließt, nach dem Richtigen zu suchen, bevor es dafür zu spät ist. Leider hat sie nicht mit den Pannenmännern von heute gerechnet . . . Stefan hat nie gelernt, ein echter Mann zu sein. Aufgewachsen bei Mutter, Oma und Uroma, hatte er Ballettunterricht statt Fußballtraining und Puppen statt Bagger. Alles erst mal kein Problem. Aber jetzt wird er Vater. Und seine Freundin braucht dafür einen ganzen Kerl. 'Das Ende des Mannes ist genau mein Thema. Ich bin Kriegsdienstverweigerer, bekennender Warmduscher und habe schon im Kindergarten nicht gerne um mich gehauen. Außerdem wird mich meine Frau wahrscheinlich um acht Jahre überleben. Es ist unerfreulich: Der Mann stirbt weg. Mit diesem Buch können Sie dabei sein.' Dieter Nuhr 'Männer sind eben doch oft nur Männlein. Glauben Sie nicht? Hier ist der Beweis!' Sonya Kraus Anne Weiss wurde 1974 in einem kleinen Ort bei Bremen geboren. Nach dem klassischen Taxifahrerstudium, Sprachen und Kulturwissenschaften, arbeitete sie als Lektorin bei einem großen Verlag und betreute neben Sachbüchern und Romanen auch Herrn Bonner. Mit ihm schrieb sie gemeinsam die Spiegel-Bestseller Generation Doof und Heilige Scheiße. Anne wurde erstmalig im Kindergarten mit Jungs konfrontiert. Seitdem wundert sie sich über sie. Stefan Bonner wuchs in einem Frauenhaushalt auf. Die Männerwelt mit ihren Eigenheiten ist ihm bis heute oft ein Rätsel. Deswegen ist er froh, dass er acht Stunden am Tag mit Anne verbringen darf, mit der er gemeinsam die Bastei Lübbe Academy leitet. Vorher hat er studiert, als Redakteur für Bizz und impulse gearbeitet und Romane übersetzt. Stefan lebt mit seiner Familie in der Heimatstadt von Heidi Klum. Aktuelle Tourtermine, Lesungen sowie das Blog 'Betamännchen' finden Sie unter: www.bonnerweiss.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 16.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838753515
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2206 kBytes
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Betamännchen

Drei Jahre später

"Ich bekomme einen Penis!", brüllt Marko durch den Hörer.

Es ist Montagmorgen, und ich habe frei. Als das Telefon klingelte, war ich gerade dabei, Eier für ein Omelett in die Pfanne zu hauen. Da passt ein Schniedel vergleichsweise schlecht hinein. Mir wäre auch neu, dass Marko bisher keinen gehabt hätte - im Gegenteil. Meines Wissens hat er seinem besten Stück sogar einen Namen gegeben: Samson. Marko erzählt gern und ausführlich über ihn und alles, was er mit Samson anstellt. Manchmal hat man glatt das Gefühl, Samson würde jeden Moment selbst anfangen zu sprechen.

Ich befürchte, dass Markos Anruf nur zwei Gründe haben kann: Samson beherrscht ein neues Kunststück, oder sein kleiner Freund hat sich eine schlimme Krankheit zugezogen.

"Einen Penis bekomme ich!", wiederholt Marko.

"Wie schön. Dann hast du ja bald zwei." Ich verschiebe das mit dem Omelett auf später, schnappe mir stattdessen einen Becher Kaffee, schlurfe damit ins Wohnzimmer und lasse mich auf die Couch sinken.

"Mann, Alter", sagt Marko, und seine Stimme strotzt dabei vor Freude und Stolz. "Bist du total panne? Ich werde Papa!"

Ich verschütte vor Schreck den halben Kaffee. Dafür wird mich Maja steinigen. Sie hasst es, wenn ich die Sitzmöbel verunreinige, und das klapprige Sofa liegt ihr besonders am Herzen, weil es aus dem Fundus ihrer Großeltern stammt. Zum Glück ist sie bei einem Arzttermin, ich habe also genügend Zeit, die Schweinerei zu beseitigen.

"Und wieso kriegst du deswegen einen Penis?", frage ich. Meines Wissens braucht man den bereits beim Zeugungsakt.

"Mensch, bist du schwer von Kapee. Ich kriege einen Jungen!"

Dass Marko Vater wird, ist in der Tat eine Überraschung. Er ist erst seit eineinhalb Jahren mit Tamara zusammen. Wer hätte gedacht, dass sie es mit dem Kinderkriegen so eilig haben - vor allem, weil die beiden ein paar Jahre jünger sind als Maja und ich, also gerade erst Anfang dreißig. Da kann man sich doch noch Zeit lassen und das Leben genießen.

Mir schwant, dass dieser Kindersegen für Maja und mich zum Fluch werden wird. In nächster Zeit werden uns bestimmt vermehrt elterliche Empfehlungen erreichen: Marko und seine Freundin bekommen ein Kind? Na, da könnt ihr mal sehen, wie das geht. Legt euch ins Zeug! Wir wollen auch endlich Großeltern werden.

Aber ich gönne meinem Freund den Nachwuchs natürlich. Immerhin weiß ich, dass sich Marko schon seit Langem eine eigene Familie mit vielen Kindern wünscht. Er ist eben ein echter Mann - im Gegensatz zu mir - , bei ihm gehört das zu einem erfüllten Leben dazu. Jetzt scheint sein Traum endlich wahr zu werden. Seit Markos erste ernste Beziehung vor Jahren in die Brüche gegangen ist, hat er eine neue Frau fürs Leben gesucht. Gefunden hat er zwar reichlich, aber meistens nur für eine Nacht - wobei ich ihn insgeheim um diese reichhaltige Auswahl beneidet habe.

Eines Abends lernte er auf einer Feier dann Tamara kennen. Die schöne Brasilianerin führte als Partygag eine Bauchtanznummer auf, und Marko und Samson waren sehr angetan. Der Rest ist Geschichte. Jetzt sogar eine Familiengeschichte.

Marko und ich kennen uns seit der Schule. Er ist mir damals beim Basketballtraining zugelaufen. Ich coachte im Turnverein eine Mädchenmannschaft, und Marko stand eines Tages einfach am Spielfeldrand. Das war Anfang der Neunziger, kurz nach der Wende, und er hatte mit seinen Eltern gerade aus Dresden rübergemacht. Er sächselte zu jener Zeit noch ordentlich, deswegen verstand ich ihn auch nicht gleich, als er fragte: "Dorf ich mitspülen?«

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