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Blind Dates Traummann - geh' ins Netz!. von Enser-Schlag, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2016
  • Verlag: BoD E-Short
eBook (ePUB)
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Blind Dates

Linda hat ihren Mann 35 Jahre lang bekocht, betüddelt und befriedigt...Trotzdem haut er mit einer Jüngeren ab. Nach anfänglichem Trennungsschock versucht Linda, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie ergattert einen Job, eine neue Wohnung und neues Selbstvertrauen. Wenn da nicht die Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit wäre! Linda kauft sich einen Laptop und begibt sich ins die Unendlichkeit der virtuellen Möglichkeiten. Auf der Suche nach ihrem neuen "Traumpartner" kämpft sie sich mit der virtuellen Machete durch den digitalen Dschungel. Und dann - nach zahlreichen Idioten, Perversen und verklemmten Muttersöhnchen kommt Linda zu dem Ergebnis: Nichts ist besser, als ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Natürlich ganz ohne Mann sollte es auch nicht sein... Klaus Enser-Schlag, Autor zahlreicher Kurzgeschichten und Hörspiele, zeigt auf amüsante Weise die Licht- und Schattenseiten der "digitalen Venus-Fallen" auf. Überhöhte Erwartungen, der Wunsch nach Perfektion und das Verdrängen allzu menschlicher Charaktereigenschaften gestalten die Suche nach dem Traumpartner oft ziemlich schwierig...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 63
    Erscheinungsdatum: 02.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842350052
    Verlag: BoD E-Short
    Größe: 184kBytes
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Blind Dates

Blind Dates

Das Erdbeben

Es kam so unerwartet wie das große Erdbeben von San Francisco im Jahre 1906. Manfred, mein Mann, sagte es kurz und schmerzlos beim Frühstück zwischen dem Schlürfen des Eidotters und einem Schluck lauwarmen, entkoffeinierten Kaffee.

"Linda, es gibt jemand Neues in meinem Leben. Ich ziehe übermorgen aus"...

Dann verkleckerte mein Göttergatte den Eidotter und wischte sich hastig den Mund mit einer zitronengelben Serviette ab. Zugegeben: Er hatte in den letzten Jahren viel öfter Eidotter als sonst was verkleckert, aber man rechnet ja nicht gleich mit dem Schlimmsten. Doch nun wusste ich es: Es war aus! Die Neue in seinem Leben hieß übrigens Jeanette Klump. Seit einem halben Jahr war sie seine Sekretärin. Welch ein Klischee! Manfred war Abteilungsleiter in einem großen Chemiekonzern. Wir waren zwar keine Millionäre, aber lebten auch nicht schlecht. Immerhin konnten wir ohne Bedenken in Nizza oder Cannes Urlaub machen und für einen Bungalow war auch noch Platz gewesen. Lars, unser Sohn, hatte gerade sein Abitur bestanden. Also wirklich: Man hätte uns als glückliche Wohlstandsfamilie in "Gala" ablichten können. Leider waren wir nicht prominent genug...

Ich hätte der klumpigen Jeanette den Hals umdrehen können! Diese Schneegans war also "die Neue" von Manfred - am PC und im Bett...Mein Mann stand nach dieser Jahrhunderterklärung kurz danach wortlos auf und verließ das Zimmer, das Haus, mein Leben...Oh, diese Niedertracht! Ich malte mir aus, wie er in Jeanettes Wohnung lief und ihr mit ausgebreiteten Armen freudestrahlend zurief:" Liebling, wir sind frei! Ich habe es ihr gesagt!"

Und sie - mit den Augen eines dankbaren Pekinesen- würde flüstern:"Ach Manfred, endlich! Ich bin ja so glücklich!" Trotz aller Demütigungen, welche in diesem Moment von meinen Eierstöcken bis hinauf in die Ohrenspitzen wanderten, wollte ich nicht mit einer Geliebten tauschen. Wie oft hatte er sie bestimmt vertröstet und sie war zwischen Bangen und Hoffen gefangen. Wahrscheinlich hatte sie immer wieder vorsichtig nachgehakt: "Na, Liebling? Hast Du es ihr endlich gesagt?" Und sein Nein war sicherlich jedes Mal aggressiver ausgefallen. Nun, dann konnte sich die Spitzmaus wenigstens jetzt freuen. Aber sie hatte eines nicht bedacht: Ich würde das Feld sicher nicht kampflos räumen. Es war bestimmt nur eine Laune, ein Flirt. Manfred war 62 Jahre alt. Da rutscht ein Mann von selbst in seine allerletzte Lebenskrise. Dieses blöde Fräulein Klump würde noch Augen machen! In über 90 Prozent dieser Fälle gewinnt letztendlich immer die Ehefrau! Dies alles schoss mir in Sekundenschnelle durch den Kopf, während mir die Tränen über meine Wangen hinab in den schon kalten und erstarrten Eidotter plumpsten...

Tiefenanalyse

Wenn einem nach fast 35 Jahren der Stuhl vor die Türe gestellt wird, dann ist das keine Kleinigkeit. Was hatte ich dem Entschluss von Manfred schon entgegen zu halten? Gewiss, ich konnte gut kochen, backen und hatte seine Wäsche immer in Ordnung gehalten. Mit meinen 55 sah ich immer noch gut aus, hatte weder Botox noch Silikon nötig und war das, was man eine zufriedene Ehefrau nennt. Doch Zufriedenheit kann sehr gefährlich werden. Man sonnt sich in dem Irrglauben, dass alles in Ordnung ist - und ewig so bleiben wird. Natürlich rissen uns Manfred und ich im Treppenhaus nicht mehr die Kleider vom Leib und torkelten anschließend liebestrunken durch das Haus. Nein, unser Liebesleben fand meistens einmal im Monat statt und war eine Mischung aus einschläfernder Missionarsstellung und dem Wunsch, dass es bald vorbei sein möge. Nach 35 Jahren fand ich das normal, also kein Grund, sich in irgendeiner Weise Sorgen zu machen. Manfred war ein "Ruhiger", das heißt, er flüsterte mir keine Beischlaf-Sauereien ins Ohr. Er stöhnte nie laut und äußerte sich auch sonst nicht. Nur wenn er kam, atmete er ein wenig schneller, verzog schmerzverzerrt das Gesicht und rollte sic

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