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Das Schweigen der Hämmer Wie man ein Haus baut und dabei glücklich verheiratet bleibt von Peiper, Alexandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2020
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)

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Das Schweigen der Hämmer

Haarsträubend witzig und schonungslos ehrlich: Wie das Projekt Traumhaus ein Paar an den Rand des Wahnsinns treibt Niemand weiß besser als Alexandra Peiper, dass man nach einem Bauprojekt immer schlauer ist. Als sie sich mit ihrem Ehemann dazu entschied, ihr sanierungsbedürftiges Traumhaus umzubauen statt abzureißen, war sie noch eine ahnungslose Bauherrin. Drei Architekten, zwei Baustopps, mindestens 100 Flaschen Wein und 350.000 Euro später kann sie nichts mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Etwa wenn das eigene Haus einzustürzen droht, Zimmertüren auf dem Schrottplatz landen oder das Vordach aus Versehen abgerissen wird. Mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor schildert sie, was man aus Pleiten, Pech und Pannen beim Hausbau lernen kann - und wie man dafür sorgt, dass die eigene Ehe danach nicht ebenfalls kernsaniert werden muss. Alexandra Peiper, Jahrgang 1971, ist Journalistin beim WDR Fernsehen. Mit ihrem Mann und ihren Söhnen lebt sie im Ruhrgebiet in ihrem Traumhaus, dessen Umbau sie wertvolle Lebenszeit und viele Nerven gekostet hat. Immerhin ist sie nun Expertin im Lesen von Immobilienanzeigen und kann die Vorzüge aller erdenklichen Arten von Wasserhähnen und Badezimmerfliesen im Schlaf aufzählen. Ihr Fazit lautet: Jede Erfahrung ist für irgendetwas gut!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 13.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641261221
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10489
    Größe: 34413 kBytes
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Das Schweigen der Hämmer

Kennen Sie diese herzerwärmenden Phasen im Leben, in denen alles irgendwie gut ist? Ich meine diese goldenen, kleinen Flow-Phasen. In denen man nichts will, was man gerade nicht hat - und auch nichts hat, was man gerade nicht will. Wo's halt einfach mal läuft. Und man sich fast gar nicht traut zu atmen, weil ja solche Momente der stillen Balance eher scheu sind und bei der kleinsten Situationsveränderung im Unterholz verschwinden, als wären sie nie da gewesen.

Ich weiß nicht, ob es ein Naturgesetz ist, aber sobald sich mein Leben mal anschickt, eine Weile derart geschmeidig vor sich hin zu tuckern, springt es auch schon wieder aus dem Gleis. Wann immer ich auch nur ganz heimlich etwas denke wie: "Ach - so kann es jetzt mal eine Weile weitergehen", kotzt wenig später der Hund auf den Teppich, eines unserer Kinder steht fieberrot im Türrahmen, ich bekomme einen Hexenschuss oder das Auto geht kaputt - irgendwas in dieser Richtung.

Deshalb hätte ich vielleicht gewarnt sein können, als mein Mann und ich eines Abends nach einem sehr gefügigen Tag beisammensaßen und er plötzlich rief: "Das ist es!"

Mein Mann hatte bis zu diesem Moment still und friedlich auf seinem Tablet vor sich hin getippt, während ich mich auf die heute-show freute. Die Aussichten für das Wochenende waren bestens: Es war nichts liegen geblieben, was erledigt werden musste, und wenn vielleicht doch (bestimmt!) - dann jedenfalls nicht dringend. Unsere beiden Söhne waren entspannt, zufrieden und ohne plötzliche Krankheitssymptome eingeschlafen. Es war nichts absehbar, was uns die bevorstehenden Tage versauen könnte, und ich zermarterte mir auch über nichts den Kopf, was ja bei vielen Frauen, jedenfalls bei mir, nicht so oft vorkommt.

Solche Momente des inneren und äußeren Friedens sind kostbar und selten, das weiß jeder, der schon eine Weile gelebt hat. Meistens sind sie auch schnell vorbei. Umso schneller, wenn Überraschungen und Irritationen zum Alltag gehören, wenn man also zum Beispiel in einem Notfallberuf arbeitet oder in der Beschwerdestelle eines Callcenters oder, was aus meiner Erfahrung ähnlich gelagert ist: Kinder hat, einen sturen Hund, eine freilaufende Katze und einen Ehemann, der abends noch ein bisschen im Internet surft und von der Sofaecke aus - Heureka! - neue Kontinente entdeckt. Vielleicht auch nur ein neues Rasenmäher-Roboter-Modell oder eine zündende Inspiration für den nächsten Urlaub, was etwas wahrscheinlicher war.

"Hm ...?", machte ich.

"Ich habe unser Haus gefunden!", sagte mein Mann.

Tschaka - das meine ich mit Naturgesetz! Meine magische Flow-Phase verschwand grußlos, um lieber eine andere Familie glücklich zu machen, und an ihrer Stelle stand bei uns ein hässlicher, alter Unruhestifter im Raum, den ich für längst überwunden, begraben und vergessen gehalten hatte: der Hauswunsch. Ein schlimmer Gespräche-an-sich-Reißer, ein Wochenende-Ruinierer, ein Kostbare-Lebenszeit-Vernichter, ein übler Anlass für demütigende Bankberatungsgespräche, lästiger als ein Tinnitus immerzu rufend: "Mensch - hast du in deinem halben Arbeitsleben mit seinen unzähligen Fünfzig-Stunden-Wochen wirklich noch nicht einmal genug Geld zusammengespart, um dir dein eigenes kleines Dach leisten zu können, unter dem dich niemand so leicht hervorziehen und auf die Straße werfen kann?"

"Oh nein!", wisperte ich. "Bitte nicht!" Aber mein Mann drehte mir bereits schwungvoll seinen Bildschirm zu. Darauf war in fetten Buchstaben zu lesen: Traumhaus für Altbaufans ...!

"Um Got-tes will-len! 'Für Altbaufans'? Und auch noch mit drei Pünktchen und Ausrufezeichen dahinter? - Auf keinen Fall!", rief ich und wandte mich wieder dem Fernseher zu.

"Ich les nur mal vor, ja? ", beharrte mein Mann.

"Danke, nicht nötig! Ich sehe es klar und deutlich vor mir."

Ich warf einen befremdeten Seitenblick auf meinen Mann, der w

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