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Der Anti-Koch Die Lehrjahre von Shock, Ralf Real (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Der Anti-Koch

Der Koch als Traumberuf, das leben uns Lafer, Lichter, Mälzer und Co. vor. Aber war das auch früher schon so? Als 1978 der kleine, ahnungslose, völlig weltunerfahrene Ralfi seine Lehre beginnt, kennt er weder Pfefferpotthast noch Krokantparfait und ist von der feinen Sterneküche meilenweit entfernt. Und dank seiner grenzwertigen Ausbildung soll das in den nächsten Jahren auch so bleiben. Ralfi schlägt sich durch die herstellende Welt der käuflichen Speisen, kämpft mit Lebensmitteln und Vorgesetzten und deckt Vorgehensweisen auf, nach denen sich heute jedes Gesundheitsamt die Finger lecken würde. Ein Blick hinter die Kulissen, skurril und aberwitzig, als der Beruf Koch längst noch nicht so populär war.

Ralf Real Shock wurde 1963 in der Eifel geboren. Nach mehrjährigen wohnlichen Exkursionen im Ruhrgebiet lebt er heute mit seiner Frau am linken Niederrhein. Seine Ausbildung als Koch in den 1970er Jahren hinterließ bei Ralf Real Shock einen bleibenden Eindruck, den er auf amüsante Weise in seinem Erstlingswerk DER ANTI-KOCH (Die Lehrjahre) verwertete.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 172
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783847640219
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 672kBytes
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Der Anti-Koch

Der Pudding-Junkie

Bisher hatte ich eine glückliche und unbekümmerte Kindheit genossen und was richtig Schlimmes hatte ich auch noch nicht erlebt. Für mich war die Welt nicht nur am Morgen in Ordnung, sondern den lieben langen Tag. Und so schlitterte ich zutraulich, wie ein kleiner Hundewelpe, leichtgläubig und ohne jegliche Vorahnung ungebremst in meine berufliche Misere!

Ich hätte auf meine Mutter hören sollen. Dieses eine Mal nur! Konnte ich denn ahnen, dass der Koch zu dieser Zeit als der zweitschwerste Beruf durchging, direkt hinter dem Bergmann?

Keiner hatte mich vorher über die Arbeitszeiten informiert. Oder vielleicht doch und ich hatte einfach nicht zugehört? Die Bezeichnung Teildienst war mir vorher nicht bekannt. Das bedeutete, dass der gesamte Tag futsch war. Morgens ab 10:00 Uhr ging es los bis mittags um 14:00 Uhr. Und abends erneut antreten von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Das zunächst fünfeinhalb Tage lang. Montags war Ruhetag. Dienstags ab 16:30 Uhr begann dann wieder unser Dienst.

Der Begriff Jugendarbeitsschutzgesetz hatte in den Räumlichkeiten des Gasthofs Heinrich noch nicht die Runde gemacht. Meine Eltern schien das Thema auch kalt zu lassen. Woher sollte ich sonst bitteschön etwas in der Richtung erfahren, wenn nicht von den Erwachsenen? Aber die hielten sich alle schön bedeckt und ich dachte natürlich, das hätte alles seine Richtigkeit. Meine Güte, ich war gerade mal fünfzehn, noch tiefgrün hinter den Ohren und hätte das erste Jahr in meiner Ausbildung nur bis 20.00 Uhr arbeiten dürfen. Außerdem hätte mir in der ersten Zeit auch ab und zu mal ein freies Wochenende zugestanden. Aber nichts dergleichen geschah.

Und was war mit Pausen? Die lernte ich während meiner Lehrzeit auch nicht persönlich kennen. Nur aus der Entfernung winkten sie mir mal kurz zu. Die Herrschaften von der Frühstückspause, Kaffeepause, Mittagspause, Essenspause, Zigarettenpause, Pinkelpause hatten während der Arbeitszeiten absolute Funkstille und waren wie ein rotes Tuch für Fürstin von und zu Heinrich.

Herr Grothe und ich arbeiteten an einem Stück durch. Ich habe es seit dem Tage, als ich das erste Mal in meiner nigelnagelneuen Kochgarnitur steckte, nicht anders kennengelernt. Und dachte natürlich, das wäre auch alles völlig normal! Wenn man dann aber tatsächlich mal so draufgängerisch war, um nur mal für einige wenige Sekunden innehielt, um seinen arg geplagten Füßen ein wenig Ruhe zu gönnen, und die Königin Mutter genau in diesem Augenblick die Küche betrat, wurde man sofort von ihr mit einem äußerst gefährlich schrägen Blick bestraft. Jahrhunderte zuvor wären wir mit Sicherheit direkt an die Wand für, in ihren Augen, unverzeihliches Vergehen gestellt worden. Rübe ab, der nächste Koch bitte!

Nach und nach lernte ich die drei Wüstensöhne des Herrn und Frau Sultan ein wenig besser kennen. Das waren, wie konnte es anders sein, richtige Paschas.

Den Ältesten, Werner junior, kannte ich schon vom Sehen aus der Parallelklasse an der Hauptschule. Während ich aus der Neunten abgegangen war, machte er noch das zehnte Schuljahr voll. Sonderlich viel Kontakt hatten wir sowieso nie gehabt. Optisch kam er seinen Vater sehr nahe, aber ansonsten war er ganz wie die Mutter Kaiserin, hochnäsig und sich als was Besseres fühlen.

Der Mittlere, Thomas, war noch am normalsten von den Dreien geraten. Er hatte zwar auch eine ganz schön freche Klappe, aber er war in seiner Art nie so anmaßend oder selbstgefällig wie die anderen beiden. Eigentlich, bis auf mehrere Abstriche, ein prima Junge, mit dem ich mich unter anderen Gegebenheiten sogar hätte anfreunden können.

Frank, der Jüngste, war der ungekrönte Liebling der Königin Mutter. Er durfte alles, er bekam alles! Mutti ließ ihm alles, wirklich gottverdammt alles durchgehen! So ein richtig unverschämtes, hoffnungslos verzogenes und verwöhntes Muttersöhnchen. Der bereitete uns in der Küche nu

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