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Die Weiberwirtschaft Frauenpower im Mühlengrund von Sinn, Elfi (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Die Weiberwirtschaft

Sind Frauen wirklich die besseren Manager oder kommt der Erfolg nur vom Wasser eines zauberhaften Brunnens? Die 37-jährige Psychotherapeutin Kati versucht sich in einem neuen Metier und übernimmt überraschend die Leitung eines kleinen Einkaufs- und Dienstleistungszentrums, das sich noch im Aufbau befindet. Voller Elan stürzt sie sich in die Arbeit, sucht geeignete Mitstreiterinnen und gründet eine Weiberwirtschaft. Doch es gibt nicht nur gute Bedingungen, sondern auch heftigen Gegenwind und sogar bösartige Störaktionen. Wird die Gemeinschaft der Frauen wirklich erfolgreich sein? Die Zeichen stehen gut, aber die Gegner sind zu allem entschlossen. Elfi Sinn, geb. 1947, Kindergärtnerin und Diplom-Gesellschaftswissenschaftlerin, hat mehr als 20 Jahre als Heilpraktikerin psychotherapeutisch in eigener Praxis gearbeitet, seit 2017 im Ruhestand. Zahlreiche Veröffentlichungen zu psychologischen Problemen in Fachzeitschriften. Seit 2016 zwei Kinderbücher, ein Sachbuch für Eltern, einen Roman über 65-jährige und 3 Bücher mit unmöglichen und fantastischen Geschichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 196
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783750472136
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 341 kBytes
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Die Weiberwirtschaft

1. Kapitel,

in dem alles mit einem Ernstfall beginnt und völlig neue Wege gesucht werden

"Das war wieder ein Tag! Manchmal könnte ich verzweifeln, wir reden und reden, aber in Wirklichkeit passiert nichts."

Kati Geißler warf ihre Tasche auf die Ablage und nahm neben ihrer Kollegin und besten Freundin Jessica Platz. Sie drehte den Kopf, um das neue Café zu mustern und registrierte angenehm überrascht, das Zusammenspiel der sanften Grüntöne der Decken und Polster mit dem dunklen Braun des Holzes. Sie holte tief Luft und spürte, wie sie sich etwas entspannte.

"Das war mein Ernst, ich habe die Gespräche so satt! Klar, es hilft vielen, wenn sie sich wenigsten beim Psychologen aussprechen können, aber ich würde viel lieber lösungsorientiert arbeiten, etwas bewegen."

Jessica, die inzwischen die üblichen Cappuccinos geordert hatte, lächelte. Das war ein Dauerthema zwischen ihnen.

"Das könnte mir auch gefallen. Es würde aber voraussetzen, dass meine Klienten mir gleich zu Anfang ihr wirkliches Problem schildern. Nach meiner Erfahrung passiert das erst beim zweiten oder dritten Termin und bei manchen nie."

Kati nahm einen Schluck von dem heißen Getränk und beugte sich dichter zu Jessica.

"Da hast du absolut recht. Eine meiner Klientinnen hatte Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl, sie hat mir immer von Schwierigkeiten mit ihrem Chef erzählt. Ich habe getan, was ich konnte, um sie zu stärken. Gestern kam sie nicht zum Termin und als ich anrief, hat mit ihre Tochter erzählt, die Mutter liege im Krankenhaus. Ihr Mann hat sie so schlimm geprügelt, dass sie fast gestorben wäre. Er schlägt sie übrigens schon seit Jahren. Jetzt sitzt er wenigstens in Haft, aber nur, weil er auch noch einen Polizisten angegriffen hat. Wenn ich das alles vorher gewusst hätte, wäre ich mit ihr zu einem Frauenhaus gegangen."

"Aber das darfst du doch auch nicht. Erinnere dich an die Grundsätze. Du bist verantwortlich für die Qualität deiner Therapie, die Klientin ist verantwortlich für ihr Leben.""Ja, ja, ich weiß, aber muss es mir gefallen? Manchmal denke ich, ich sollte mal etwas völlig anderes machen. Aber das geht ja nicht, solange ich noch die Verantwortung für Sandy trage."

"Wie geht es denn meinem Lieblings-Patenkind?" Jessica war froh über den Themenwechsel und nutzte die Gelegenheit, Neues zu erfahren. Seit Kati nach dem Unfalltod ihrer Schwester, die kleine vierjährige Sandy adoptiert hatte, war Jessica Patentante gewesen. Mit viel Freude, aber auch Erstaunen hatten beide erlebt, wie aus der putzigen Kleinen ein richtiges Wunderkind geworden war. "Sie kommt in den USA erstaunlich gut zurecht. Ich hätte nicht einmal gewusst, dass dieses berühmte Institut für Technologie in Massachusetts solche Programme für Hochbegabte hat. Sandy hat das alles alleine organisiert. Sie hat sogar angedeutet, dass sie dort ein ziemlich üppiges Stipendium bekommen könnte."

Kati seufzte und lehnte sich zurück. "Ich darf gar nicht daran denken. Sie ist doch erst siebzehn und sie fehlt mir jetzt schon. Wie soll das gehen, wenn sie vier oder fünf Jahre dort bleibt?"

Jessica lächelte und genoss den Schaum auf ihrem Cappuccino. Diese Situation kannte sie aus ihrer eigenen Familie nur zu gut.

"Wenn Kinder flügge werden, muss man sie ziehen lassen. Das weißt du doch auch."

Kati lächelte etwas zögerlich und trank ihre Tasse leer. "Natürlich weiß ich das, aber muss ich es gut finden?""Aber dann hättest du doch auch die Chance, endlich unbelastet etwas Neues zu machen, einfach mal was anderes auszuprobieren. Deine 37 sind doch kein Alter, da ist noch viel möglich."

"Bis jetzt weiß ich doch überhaupt nicht, was das sein könnte", murrte Kati und beglich die Rechnung. "Dann solltest du dir aber schnell eine Beratung suchen, am besten bei einer Psychotherapeutin", grinste Jessica.

Das hat mit Sicherheit noch viel Zeit, dachte Kati, als sie gemeinsam das Café verließ

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