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Die wundersame Wandlung des Dr. Felix Tabeks von Nehm, Claudia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.03.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Die wundersame Wandlung des Dr. Felix Tabeks

Ein idealer Unterhaltungsroman für alle Angestellten: heiter, herrlich sarkastisch - und natürlich absolut wahr... Dr. Felix Tabeks ist ein zufriedener Mensch. Sein Leben verläuft in wohlgeordneten Bahnen, er ist Statistikreferent, verheiratet mit Gisela, die ihm wunschgemäß jeden Sonntag Geschnetzeltes zubereitet. Die angenehme Ereignislosigkeit seines Lebens wird eines Tages empfindlich gestört, als Dr. Felix Tabeks von seinem Chef für eine besondere Aufgabe vorgesehen wird: Er soll zukünftig Betriebsfeiern, Veranstaltungen und Versammlungen für die Firma fotografieren. Ausgerüstet mit einer Digitalkamera, technisch eingewiesen von seiner Sekretärin, muss Tabeks der Herausforderung begegnen. Seine einzige Erfahrung in diesem Bereich: der Besuch einer Foto-AG vor 25 Jahren in der Schule. Doch jetzt, nach der erfolgreichen Überwindung diverser Unwägbarkeiten, muss Tabeks feststellen, dass die Kunst gewisse Reize bereit hält. Er plant sogar eine Ausstellung über weibliche Führungskräfte. Es braucht nur 66 Tage, um das Leben von Dr. Felix Tabeks völlig auf den Kopf zu stellen. Schuld sind: eine Digitalkamera - und das Foto einer Rothaarigen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 206
    Erscheinungsdatum: 28.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955304096
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1401 kBytes
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Die wundersame Wandlung des Dr. Felix Tabeks

2

Während Gisela Tabeks' Toastbrot in den Händen hielt, um es mit Marmelade zu bestreichen, dachte Tabeks an den bevorstehenden Arbeitstag. Je weiter sich die Marmelade dem von Gisela entfernter liegenden Toastbrotrand näherte, umso weiter wurde Tabeks' Brust von Panik durchdrungen. Was würde ihm der heutige Tag für Überraschungen bringen? Neue Fotoaufträge? Tadel wegen des bereits erledigten Fotoauftrags? Weitere Gespräche mit Herrn Willerbeck? Eine Wiedereinstellung von Ben Fährmann?

Unsicherheit. Ungewissheit. Überraschungen. Drei Dinge, die Tabeks unerträglich waren. Selbst zu Weihnachten oder zu seinem Geburtstag sollte Gisela, darum hatte er sie vor 15 Jahren bei ihrem ersten und einzigen gemeinsamen, von Gisela überraschend initiierten Badewannenaufenthalt gebeten, keinesfalls Überraschendes für ihn besorgen. Seither hatte sich Gisela daran gehalten. Geschenke wurden vorher miteinander unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontostandes abgesprochen. In dem Wissen, was auf ihn wartete, konnte sich Tabeks über das Erwartete freuen.

"Ich denke, die neue Aufgabe wird dir gut tun", sagte Gisela zwischen dem Bestreichen des ersten und zweiten Toastbrotes mit der gleichen Marmelade. "Auf Dauer ist es doch nichts, immer nur mit Zahlen zu jonglieren. Ein bisschen Kreativität kann nicht schaden."

Tabeks war anderer Meinung. Kreativität gehörte nicht zu den Dingen, die sein Leben bereichern konnten.

"Mir gefällt meine Arbeit, so wie sie ist. So wie sie bis vorgestern war. Ich bin sehr zufrieden gewesen. Meine Kollegen und Chefs hatten keinen Grund zur Klage. Verstehe nicht, warum etwas geändert werden musste. Meiner Ansicht nach sind Änderungen in der Regel nachteilig."

Was den Punkt des Änderns betraf, waren Gisela und Tabeks noch niemals einer Meinung gewesen. Das tat ihrer gegenseitigen Zuneigung aber so gut wie keinen Abbruch. Wenn Gisela sich einmal wieder etwas heftiger über Tabeks' Änderungswiderwillen aufregte, folgte in der Regel wenige Minuten später eine Handlung, die sie erkennen ließ, warum sie den treueren, aber unattraktiveren der beiden Enkel damals geheiratet hatte.

Es waren Kleinigkeiten, die sie ihren Entschluss nicht bereuen ließen. Ein ausgeschnittener Zeitungsartikel über ein Thema, das sie vor Wochen einmal angesprochen hatte, und dessen Wichtigkeit Gisela Tabeks nicht vergessen hatte. Ein kleines Geschenk, das er in der Mittagspause mit Kopfhörer im Ohr für seinen Sohn gekauft hatte. In diesen Momenten dachte Gisela, dass sie einen etwas engstirnigen, aber dafür doch manchmal sehr liebevollen Mann an ihrer Seite hatte, der die Liebe, die er empfand, vielleicht nicht immer zeigen konnte, der dafür aber auch keiner anderen Frau gegenüber Liebe empfand oder auch nur zeigte. Ein Mann, der sie vermutlich niemals verlassen würde. Diese Tatsache war für eine Frau wie Gisela, die von ihren Eltern derart plötzlich und endgültig im Stich gelassen wurde, ein ganz entscheidender Faktor.

Trotzdem blieb sie bei ihrer Meinung: Das Fotografieren würde Tabeks gut tun.

Tabeks hatte Glück. An seinem zweiten Tag als Fotograf folgten keine weiteren Fotoaufträge, keine Rücksprachen bei Herrn Willerbeck, kein Tadel. Sein einziges Problem lag darin, die in der Kamera eingeschlossenen Fotos von der Vollversammlung im Allgemeinen und vom Präsidium der Interessenvertretung im Speziellen auf Papier zu bringen. Was diesen Punkt betraf, konnte ihm einmal mehr seine digitalkameraerfahrene Sekretärin Frau Zyps mit ihrem Rat behilflich sein. Sie erklärte: "Herr Dr. Tabeks, ein Vorteil der digitalen Kameras ist es doch, die Bilder papierlos in Umlauf zu bringen. Am besten, Sie

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