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Generation Yps Das Retro-Lexikon unserer wilden Jugend von Steinhäuser, Antje (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2010
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Generation Yps

Da weiß man, was man hat Früher war alles besser. Im Fernsehen lief Dalli Dalli, der Persilmann sagte 'Guten Abend' und in jeder Küche klebten Prilblumen. Für alle, die am liebsten in Nostalgie schwelgen, hat das Erfolgsautorinnen-Duo Immler und Steinhäuser die kuriosesten und rührendsten Erinnerungen aus den 70er- und 80er-Jahren wieder hervorgekramt. Ein Buch zum Schwelgen, Lachen, Schmunzeln und Sich-Wohlfühlen.

Antje Steinhäuser, Jahrgang 1964, studierte Germanistik und Anglistik in Freiburg. Sie lebt und arbeitet als freie Lektorin und Autorin in München und ist selbst Mutter. Veronika Immler, geboren 1968, studierte an der FH München und arbeitete bis zur Geburt ihrer ersten Tochter als Architektin. Seither widmet sie sich schwerpunktmäßig der Familie und ihrer Leidenschaft für Fotografie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 15.11.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959711616
    Verlag: riva
    Größe: 876 kBytes
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Generation Yps

Das kleine Möbelhaus

Einrichten mit Sitzsack, Flokati und Pilzleuchte

Sitzsack

S ie hießen Fat Boy, Wolke und Sitting Bull und sahen aus, als müsste man augenblicklich Rückenbeschwerden darin bekommen, aber die Dinger waren verdammt bequem und gehörten in den Siebzigern bis in die Achtziger hinein quasi zum guten Ton. Wer etwas auf seine Einrichtungskünste hielt, flatschte sich einen der Kaventsmänner aus robuster Kunstfaser in die Wohnräume und riskierte das Styroporkügelchendesaster, falls einer der Trumms doch mal kaputtging.

Schalenstuhl

D ie waren nun wirklich unbequem, weil sie nicht mal ein Quentchen nachgaben, sondern auf ihrer Form beharrten wie alte störrische Weiber auf ihrer Meinung. Aber: die Farben! Das Wort "orange" musste neu definiert werden und das Wörtchen "grell" gleich auch. Auf dem Aluminiumfuß thronte die formschöne Sitzschale, und in ihr war man selbst eingepfercht wie die Füllung im Pralinéhohlkörper. Beliebte Kombi: Hartschale mit kreischend bunter Komplettpolyesterpolsterung.

Beistelltisch

E in Wort wie ein Komamittel. Bis Luigi Colani und seine Kollegen die Wüste begrünten. Beistelltische mutierten zu geschwungenen, überraschenden, multifunktionalen Designamusements, die farbenfroh den Kunststoff präsentierten, aus dem sie geformt waren und den Teewagen endgültig in die Sanatorien verbannte.

Flokatiteppich

D as Symbol für den Einrichtungsstil der Siebziger! Nur echt von griechischen Hirten, aus naturfarbener Schafwolle mit einem Flor, in dem Walnüsse und Flummis unauffindbar werden können. Ein geduldiger Dreckfänger - aber das nahm man gern in Kauf. Nichts belegte ausdrucksstärker den Willen zur Lebensart, zur Kuschelhöhle, zum Rückzug in die eigene Welt. Der Flokati machte den harten Boden zur Liegewiese. Manche hängten sich ein Exemplar auch an die Wand. Nur Banausen kaufen die neumodischen Webwerke in Farben wie "Latte macchiato" und "Rubinrot".

Fototapete

N üchternheit und Langeweile ade! Es durfte sich hineingeträumt werden: In die Bergwelt der Alpen, in die Weite der kanadischen Wälder, in Südseeinselwonnen. Optischer Steigbügelhalter war die Fototapete, die in beeindruckenden Dimensionen ganze Wände schmückte. Herbstliches Laub, Sahara-Sandmassen und Wattwelten. Die Horizonterweiterung per Fototapete war in jedem Reihenmittelhaus möglich und wurde zu einer überaus beliebten Interior-Design-Maßnahme.

Couchgarnitur

S ofa und Sessel, womöglich mit schwerem Samt bezogen und troddelbehangen, sowie streng-kantige Dunkelholzregale waren einmal: Wohnlandschaften wollte man, Orte, die den neuen Wohlstand, die gesellschaftliche Befreiung, all die Wünsche, die erweckten Gelüste und die Träume spiegelten, erschaffen aus neuen Materialien - dies herrliche Plastik, dieser grandiose Kunststoff - geformt in allen denkbaren Rundungen, bespannt mit Kunstleder, Knautschlack, Polyester und Velours, in allen Farben des Regenbogens erstrahlend! Wohnzimmer verwandelten sich in orange-grün-gelbe Fläz-Paradiese, Lunger-Lounges, die noch heute manchen Chillout-Zoner neidblass werden lassen. Krönung des Reviers der Sinnlichkeit: Individuell kombinierbare Polsterelemente mit beliegbaren Rückenlehnen und Schneidersitzoase. Entfesselte Muster auf Wänden, Tapeten, Vorhängen, Bezügen und Kissen, die eher an optische Täuschungen, an Marihuana-Räusche, an Kammerflimmern des Auges erinnerten. Optical Art für jeden! Psychedelisches Design im Rausch der Geometrie, die mit einem Mal der Interieur-Sinnlichkeit zuarbeitete. Der wohlverdiente Feierabend, den man vornehmlich aufrecht sitzend verbracht hatte, war zur ganz persönlichen Lümmelphase geworden.

Pilzleuchte

E s war eine kleine Revolution: Nicht mehr Kronleuchter und Stehlampe hatten die leuchtende Oberhand, sondern die runden Haube

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