text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Gesammelte Werke: Romane, Geschichten, Dramen und Autobiografie (107 Titel in einem Buch) Lausbubengeschichten + Der Münchner im Himmel + Tante Frieda: Neue Lausbubengeschichten + Satiren + Onkel Peppi und andere Geschichten + Münchnerinnen + Jozef Filsers Briefwexel + Magdalena und mehr von Thoma, Ludwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.08.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Gesammelte Werke: Romane, Geschichten, Dramen und Autobiografie (107 Titel in einem Buch)

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Romane, Geschichten, Dramen und Autobiografie (107 Titel in einem Buch)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Ludwig Thoma (1867-1921) war ein bayerischer Schriftsteller, der durch seine ebenso realistischen wie satirischen Schilderungen des bayerischen Alltags und der politischen Geschehnisse seiner Zeit populär wurde. Ludwig Thoma bemühte sich in seinen Werken darum, die herrschende Scheinmoral bloßzustellen. Ebenso prangerte er kompromisslos Schwäche und Dummheit des spießbürgerlichen Milieus und das chauvinistische und großmäulige Preußentum mit seinem Pickelhauben-Militarismus an. Er stieß sich auch am Provinzialismus und der klerikalen Politik seiner Zeit im Königreich Bayern, was sich beispielhaft in Jozef Filsers Briefwexel niederschlägt. Als brillant werden die mit Humor und Satire gewürzten Erzählungen oder Einakter aus dem bäuerlichen und kleinstädtischen Lebenskreis in Oberbayern angesehen. Inhalt: Lausbubengeschichten Nachbarsleute: Kleinstadtgeschichten Onkel Peppi und andere Geschichten Satiren und Humoresken Tante Frieda: Neue Lausbubengeschichten Münchnerinnen Jozef Filsers Briefwexel Der Ruepp Der Wittiber Der heilige Hies Der Jagerloisl: Eine Tegernseer Geschichte Der Münchner im Himmel Auf der Elektrischen Die Ludwigstraße Der Kohlenwagen Amalie Mettenleitner Das Aquarium Beinahe Auf Reisen O Natur! Käsebiers Italienreise Der Interviewer Der Lämmergeier Eine psychologische Studie Der Münzdiebstahl oder Sherlock Holmes in München Kino Unser guater, alter Herzog Karl Die unerbittliche Logik Liebe um Liebe Altaich: Eine heitere Sommergeschichte Andreas Vöst Brautschau Dichters Ehrentag Die kleinen Verwandten Die Lokalbahn: Komödie in drei Akten Gelähmte Schwingen Lottchens Geburtstag Versepos: Heilige Nacht. Eine Weihnachtslegende Die Medaille Moral: Komödie in drei Akten Erster Klasse und mehr

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 1100
    Erscheinungsdatum: 28.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026822431
    Verlag: e-artnow
    Größe: 2575 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Gesammelte Werke: Romane, Geschichten, Dramen und Autobiografie (107 Titel in einem Buch)

In den Ferien

Inhaltsverzeichnis

Es ist die große Vakanz gewesen, und sie hat schon vier Wochen gedauert. Meine Mutter hat oft geseufzt, daß wir so lange frei haben, weil alle Tage etwas passiert, und meine Schwester hat gesagt, daß ich die Familie in einen schlechten Ruf bringe.

Da ist einmal der Lehrer Wagner zu uns auf Besuch gekommen. Er kommt öfter, weil meine Mutter soviel vom Obst versteht, und er kann sich mit ihr unterhalten.

Er hat erzählt, daß seine Pfirsiche schön werden und daß es ihm Freude macht. Und dann hat er auch gesagt, daß die Volksschule in zwei Tagen schon wieder angeht und seine Vakanz vorbei ist.

Meine Mutter hat gesagt, sie möchte froh sein, wenn das Gymnasium auch schon angeht, aber sie muß es noch drei Wochen aushalten.

Der Lehrer sagte: "Ja, ja, es ist nicht gut, wenn die Burschen so lange frei haben. Sie kommen auf alles mögliche."

Und dann ist er gegangen. Zufällig habe ich an diesem Tage eine Forelle gestohlen gehabt, und der Fischer ist zornig zu uns gelaufen und hat geschrien, er zeigt es an, wenn er nicht drei Mark dafür kriegt.

Da bin ich furchtbar geschimpft worden, aber meine Schwester hat gesagt: "Was hilft es? Morgen fängt er etwas anderes an, und kein Mensch mag mehr mit uns verkehren. Gestern hat mich der Amtsrichter so kalt gegrüßt, wie er vorbeigegangen ist. Sonst bleibt er immer stehen und fragt, wie es uns geht."

Meine Mutter hat gesagt, daß etwas geschehen muß, sie weiß noch nicht, was.

Auf einmal ist ihnen eingefallen, ob ich vielleicht in der Vakanz in die Volksschule gehen kann, der Herr Lehrer tut ihnen gewiß den Gefallen.

Ich habe gesagt, das geht nicht, weil ich schon in die zweite Klasse von der Lateinschule komme, und wenn es die anderen erfahren, ist es eine furchtbare Schande vor meinen Kommilitonen. Lieber will ich nichts mehr anfangen und sehr fleißig sein.

Meine liebe Mutter sagte zu meiner Schwester: "Du hörst es, daß er jetzt anders werden will, und wenn es für ihn doch so peinlich ist wegen der Kolimitonen, wollen wir noch einmal warten."

Sie kann sich keine lateinischen Worte merken.

Ich war froh, daß es so vorbeigegangen ist, und ich habe mich recht zusammengenommen.

Einen Tag ist es gut gegangen, aber am Mittwoch habe ich es nicht mehr ausgehalten.

Neben uns wohnt der Geheimrat Bischof in der Sommerfrische. Seine Frau kann mich nicht leiden, und wenn ich bloß an den Zaun hinkomme, schreit sie zu ihrer Magd: "Elis, geben Sie acht, der Lausbube ist da."

Sie haben eine Angorakatze; die darf immer dabeisitzen, wenn sie Kaffee trinken im Freien, und die Frau Geheimrat fragt: "Mag Miezchen ein bißchen Milch? Mag Miezchen vielleicht auch ein bißchen Honig?"

Als wenn sie ja sagen könnte oder ein kleines Kind wäre.

Am Mittwoch ist die Katze bei uns herüben gewesen, und unsere Magd hat sie gefüttert. Da habe ich sie genommen, wie es niemand gesehen hat, und habe sie eingesperrt im Stall, wo ich früher zwei Könighasen hatte.

Dann habe ich aufgepaßt, wie sie Kaffee getrunken haben. Die Frau Geheimrat war schon da und hat gerufen: "Miezi! Miezi! Elis, haben Sie Miezchen nicht gesehen ?"

Aber die Magd hat es nicht gewußt, und sie haben sich hingesetzt, und ich habe hinter dem Vorhang hinübergeschaut.

Dann hat die Frau Geheimrat zu ihrem Mann gesagt: "Eugen, hast du Miezchen nicht gesehen?"

Und er hat gesagt: "Vüloicht, ich woiß es nücht." Und dann hat er wieder in der Zeitung gelesen.

Aber die Frau Geheimrat war ganz nachdenklich, und wie sie ein But

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen