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Gestatten, mein Name ist Cox Frachtgut für die Hölle von Becker, Rolf A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.06.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Gestatten, mein Name ist Cox

Endlich: die von zahllosen Fans sehnsüchtig erwartete Neuauflage des vierten Bandes der Kult-Krimiparodien! Bei der Suche nach Laura Corell hat sich Cox von Anfang an nicht mit Ruhm bekleckert. Und als er sie letztendlich aufstöbert, wird sie vor seinen Augen ermordet. Inspektor Small hört sich den Bericht von Cox mit starrer Miene an. 'Sie sind also der Meinung, der Mörder sei aus dem Haus entwischt, während Sie in der Diele auf Miss Corell warteten?' fragt er dann. Cox nickt, und Small fährt mit drohendem Unterton in der Stimme fort: 'Im ganzen Haus steht kein Fenster auf. Die Hintertür ist verschlossen, der Schlüssel steckt von innen. Der Mörder kann das Haus unmöglich verlassen haben. Sie werden zugeben, es sieht nicht gut für Sie aus, Mister Cox ...'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 21.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955300920
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1108 kBytes
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Gestatten, mein Name ist Cox

I. DIE KLEINE HEXE Sie war hübsch und jung. Sehr hübsch. Sehr jung. Genau neunzehn Jahre alt. Und gerade das machte ihr Kummer. Es ist offenbar eine große Belastung, ein junges Mädchen zu sein. Ihre Augen blitzten trotzig, als gälte es, allen Älteren Kampf anzusagen, ihr flammendes rotblondes Haar umwehte ihren Kopf wie eine Sturmfahne, die die ganze Welt zur Übergabe aufforderte. Das wirkte so niedlich, dass man dauernd versucht war, das Persönchen in die Arme zu schließen. Ja, sie war klein. 1 Meter 64 von oben bis unten. Aber glauben Sie mir, diese 164 Zentimeter hatten es in sich. Und sie war hübsch. Ihr duftiges Sommerkostüm brachte ihre hinreißenden Konturen raffiniert zur Geltung. Es war windig, regnerisch und kalt. Ein Sonntag, wie zum Zuhausebleiben geschaffen. Dass ich nicht zu Hause geblieben war, lag eigentlich an Mrs. Shanders, meiner vierschrötigen, lauthalsigen, aber mittlerweile unentbehrlichen Haushälterin, die mir am Morgen mit lieblicher Strenge verkündet hatte, dass sie ihrerseits zu Hause zu bleiben gedenke. Die Aussicht, den Sonntag neben meinem kochtopfpolternden, staubsaugerheulenden, aschbecherausleerenden, fensteraufreißenden, frischluftbesessenen Haustyrannen verbringen zu müssen, war so trostlos, dass es mich in den Regen hinausgetrieben hatte. Auf der Rückfahrt streikte der Motor. "Plopp-plopp, klack-klack, krr-krr" - und das am Ortsrand von Illingham, 25 Kilometer vor den Toren Londons. Später habe ich mir viele Gedanken über diesen Motordefekt gemacht. Habe versucht, mir die Einzelheiten der Fahrt ins Gedächtnis zurückzurufen, vor allem das Gesicht des Radfahrers, der kurz vor Illingham meinen Wagen angehalten und mich um ein Stück Heftpflaster aus der Autoapotheke gebeten hatte. Mit Hängen und Würgen quälte ich meinen Wagen zur einzigen Reparaturwerkstatt dieses Örtchens, das manche Leute verträumt, die meisten aber öde nennen, in der vagen Hoffnung, den Werkstattbesitzer anzutreffen. Ich hatte Pech. Er war nicht da. Er besuchte seine Schwägerin in Chelsea, deren Tochter am vergangenen Donnerstag den silbernen Wanderpokal des "Chelsea-Badminton-Clubs" erstritten hatte. "In drei Sätzen", erklärte mir die Autowerkstattbesitzersgattin, "6 zu 4, l0 zu 8, 7 zu 5, und das wird natürlich ein bisschen gefeiert." Meinen Wagen, tröstete sie mich, könne ich aber, bitte sehr, gerne hier lassen. Ihr Mann würde sich am nächsten Morgen gleich dranmachen. Ich hatte die Wahl zwischen dem staatlichen Eisenbahn--Vorortsverkehr und dem "Goldenen Schwan". Der nächste Zug fuhr 22 Uhr 47, und so entschied ich mich für Illingham, den "Goldenen Schwan", ein warmes Abendbrot und troc-kene Füße. Man reichte Rehrücken in Sahne, mit Preiselbeeren und Kartoffelkroketten. Das hätte meine Laune sicherlich etwas aufgebessert, wenn der Rehrücken nach Rehrücken geschmeckt hätte. Das tat er aber nicht. Er schmeckte nach morschem Violinenkasten mit Worcestersauce. Nun ist es freilich ein verwerflich Tun, den Herrn Oberkellner für die Missetaten des Küchenchefs verantwortlich zu machen; aber nachdem der Sonntag vom Morgen bis zum Abend voller Tücken und Enttäuschungen gewesen war, wollte ich mir wenigstens diese kleine Freude gönnen. Der Ober zuckte mit den Schultern, verwandelte seine Stirn in ein Waschbrett und beteuerte, dass dies nie wieder vorkommen werde, der Braten sei jetzt auch alle, und vorgestern habe er noch sehr gut geschmeckt. Es war wohl sein Wunsch, dieses peinliche Thema zu wechseln, der ihn die Bemerkung fallen ließ, die er sich vorher so sorglich verkniffen hatte. Eine Bemerkung, die mir zunächst wie Sphärenmusik in den Ohren klang, die aber, aus heutiger Sicht, besser entfallen wäre. Denn sie leitete den ärgsten Schlamassel ein, den ich je erlebt habe. So kalt wie die Kartoffelkroketten waren, so heiß war die Sup

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