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Hallo Liebchen Bittersüße Erfahrungen einer pflegeleichten Ehefrau von Eglin, Thea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2015
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Hallo Liebchen

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Weil kompliziert meistens interessanter ist und mehr Spaß macht! Der Mann lebt als einziger sehr zufrieden und glücklich inmitten seines Chaos, dabei setzt er selbstverständlich voraus, dass alle um ihn herum der gleichen Meinung sind. Zudem ist er ein grauenvoller Messie. Er sammelt alles, denn man könnte es ja irgendwann einmal brauchen. Selten weiß er, was er wo und für wen gesammelt hat - aber Hauptsache es ist da... irgendwo. Kaffeerahmdeckel, Knöpfe, Stoffreste und vieles mehr. Der Mann wurde so beschrieben, wie er ist: nervenzerfetzend, liebenswert und immer auf der Suche nach etwas Neuem. Seinen ärztlichen Ruf als sehr guter Diagnostiker hat er seiner Mutter zu verdanken. Angeborene Neugierde! Er muss die Diagnose finden, denn irgendwo muss ja irgendetwas sein, das nicht stimmt. Also absolut unbefriedigend. Und wer schreibt hier über ihn? Die, die ihn am besten kennt: seine Frau. Thea Eglin lebt mit ihrem Mann in der südlichsten Stadt Deutschlands, 2,6 km von der Schweizer Grenze entfernt. Sie hat zwei 'wohlgelungene' erwachsene Töchter. Aufgewachsen ist sie in einem kinderreichen und turbulenten Arzthaushalt, und diese Turbulenzen ziehen sich durch ihr ganzes Leben bis jetzt weiter. Eine Änderung scheint auch nicht in Sicht zu sein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 140
    Erscheinungsdatum: 12.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990388112
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 237 kBytes
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Hallo Liebchen

1. Liebchen wird vorgestellt und nervt schon jetzt

Man muß es sagen, ich bin ein Fossil.

Wer ist heute schon über vierzig Jahre verheiratet - und das mit einem einzigen Mann - und immer noch zufrieden? Na ja, mal mehr, mal weniger.

Großzügigerweise gestehe ich diese Feststellung auch meinem männlichen Gegenpart zu.

Jedenfalls sollten wir längst entweder geschieden, getrennt und überhaupt unzufrieden sein oder aber mehrere Seitensprünge und etliche tiefgreifende Ehekrisen vorzuweisen haben.

Es sollte sich doch irgend etwas in dieser Hinsicht finden lassen!

Jeder, der uns nach der Dauer unseres Ehelebens befragt - ich meine nicht im Detail -, stellt nach einer kurzen Schreckminute die etwas anzweifelnde Frage: "Wie lange schon??" Dabei muß man sich den Tonfall des "Wie lange" vorstellen, crescendissimo!

Dann Frage Nummer zwei: Und habt ihr Kinder?

Und warum - diese Frage klingt schon etwas mißtrauischer - habt ihr nur zwei?

Gott sei Dank, da könnte man vielleicht nachhaken. Irgendwas könnte doch da eventuell nicht stimmen Nur weiterbohren und die Hoffnung nicht aufgeben.

Und ihr seid wirklich zufrieden???

Überall müssen wir uns fast entschuldigen. Ich bin es jetzt leid und habe Liebchen vorgeschlagen, sich das strahlende Lächeln abzuschminken und seiner Mimik vielleicht mal einen etwas unglücklicheren Ausdruck zu verleihen.

Eventuell könnte man ja auch mal einen kleineren Ehekrach inszenieren.

Notfalls würde ich mich opfern und ein paar Bosheiten von mir geben. Natürlich öffentlich und laut. Das kann ich ganz gut.

Wir haben es geübt, es funktioniert nicht. Kaum bemühen wir uns, müssen wir auch schon lachen und geben auf.

Quintessenz: Wir sind out. Megaout! Wir entschuldigen uns auch überall dafür.

Es scheint so, daß wir eben nur zwei glücklich miteinander verheiratete Fossile sind. Aber ich schwöre, so langweilig, wie es sich liest, ist es in Wirklichkeit gar nicht. Dafür sorgt schon Liebchen.

Aber die Zahl vierzig, und dazu noch ausgeschrieben, flößt einem Furcht und Schrecken ein. Wenigstens mir! Und ich schwöre, hätte man mir das am Traualtar prophezeit, ich hätte mit wehendem Schleier die Flucht ergriffen. Vierzig Jahre, UNVORSTELLBAR!

Ganz früher las ich mal "Nesthäkchen", vielleicht war es auch "Trotzköpfchen", jedenfalls eine Buchreihe mit unendlichen Fortsetzungen. In einem dieser Bände wurde das glückliche Eheleben - in diesem Alter! Peinlichst! - äußerst ausführlich beschrieben.

Vor allem aber die Silberhochzeit dieses Jubelpaares. Irgendwie war mir das unangenehm und ich hätte es viel besser gefunden, diese ältere Dame samt ihrem Ehegespons mindestens ab Band 3, wo sie sich auf dem Gipfel ihrer Jugend und Schönheit befanden, still in irgendeiner Grube verschwinden zu lassen.

Selbstverständlich konnte ich sie mir genau vorstellen: Blockabsätze, Venenstützstrümpfe, korsettgeschnürt, dunkel gekleidet, vollbusig und das Allerschlimmste: im strähnigen grauen Haar ein mickeriger Silberkranz!

Den Herrn daneben wagte ich mir gar nicht erst vorzustellen.

Meiner Meinung nach hätte man diese beiden nicht lebend durch so viele Fortsetzungen kommen lassen dürfen.

Mit dieser Erinnerung steige ich mit besonders kritischen Blicken in die Bermudas und stelle entzückt fest, auch Jubelgreisinnen sind nicht mehr das, was sie mal waren.

Trotzdem, vierzig Jahre! Fünfzehn mehr als Trotzköpfchen damals. Erschütternd!

Wenn ich mir daneben meinen Jubelgreis ansehe, bemerke ich - auch kritischen Auges - keine größer

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