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Hilfe, sie will mich küssen Humor & Thrill von Darks, Pat (eBook)

  • Verlag: BookRix
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Hilfe, sie will mich küssen

Ein facettenreiches Gratis-Büchlein zum Kennenlernen des Autors. Zuweilen geht es recht humorvoll von statten. Da ist zum einen Rallo. Rallo, der Starke. Stark, weil er sich so eisern wehrt, mit einer Frau zusammenzukommen. Sehr zum Leidwesen seiner überaus dominanten Mutter, die ihre ganz speziellen Vorstellungen zum 30. Geburtstag ihres Sohnes hat. An anderer Stelle wird Kommissar Sedemünder bewusst, dass er die Juwelendiebin aus Kiel kennt. Schlimmer noch, als Kinder sind sie sich verboten nah gekommen. Unweigerlich wird er in einen großen Gewissenskonflikt gestoßen. Im 'Phantomschmerz' wird es dann sehr düster. Herr Bohnenkamp kommt nicht über den Verlust seiner ersten Lebensgefährtin hinweg. Er ist allein mit seiner Trauer und Wut. Bis er sich in Therapie begibt. Doch da macht die Psychotherapeutin Frau Dr. Nadine Geide einen schwerwiegenden Fehler. Zum Abschluss wird es wieder sehr humorvoll. Kaiser Wilhelm will auf große Jagd gehen. In einem eigens für seinen Erfolg eingemauerten Wald. Die Tiere indes haben ihre ganz eigene Einstellung zu diesem Spektakel. Sie unterbinden die Feindseligkeit und schreiten fantasiereich ins Gefecht. Das Buch enthält die Geschichten: Hilfe, sie will mich küssen, Phantomschmerz, Das Mädchen mit dem Fliegenpilzkleid, Hetzjagd im Hotel, Der Kaiser kommt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 97
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743895676
    Verlag: BookRix
    Größe: 612 kBytes
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Hilfe, sie will mich küssen

Hilfe, sie will mich küssen

"Ja Mutter, was gibt's?" - "Junge, ich wollte mich nur vergewissern, ob du den Krustenbraten für Morgen eingekauft hast." - "Liegt schon auf der Rückbank."

Als könnte ich mit meiner Geste meine Mutter am anderen Ende der Strippe überzeugen, drehte ich meinen Kopf nach hinten. Dort lagen noch immer in ihrem Dreck die vier Sommerreifen, die ich vor sechs Wochen hatte wechseln lassen. Ich war 29 Jahre alt, auf den Namen Ralf Mensink getauft, meine Freunde nannten mich jedoch knapp Rallo. Rallo, der Starke, weil ich so eisern dem anderen Geschlecht aus dem Weg ging.

"Dass du mir morgen ja pünktlich bist", stahl sich Mutter wieder in mein Gewissen. Ein schlechtes. - "Bin ich doch immer, Mutter." - "Es sei denn es kommt dir ganz plötzlich etwas dazwischen. Letztes Jahr war es eine Magenvergiftung. Davor das Jahr hattest du dir den Kiefer ausgerenkt. Vor drei Jahren hattest du dir die Hand gebrochen, vor vier Jahren einen Hexenschuss." - "Alles reine Zufälle."

"Hör mir damit auf. Das alles ist von Gott vorherbestimmt. Er bestraft dich." - "Was soll der Quatsch, wieso sollte er mich bestrafen?" - "Weil du deine Mutter nie besuchen kommst."

"Nach dieser Logik dürfte er mir nichts tun, wenn ich Weihnachten zu dir kommen will." - "Eben." - "Wie eben?" - "Er bestraft dich, weil du gar nicht kommen willst."

"Mutter, fange nicht schon wieder damit an." - "Wer weiß. Morgen rufst du vielleicht an und sagst mir, du wärst auf einer Eispfütze ausgerutscht und hättest dir das Bein gebrochen." - "Mal den Teufel nicht an die Wand", lachte ich hell auf. "Es ist zwölf Grad plus."

"Bei dir weiß man nie, Junge. Bringst du dieses Mal deine Freundin mit? Wie war gleich ihr Name? Ich vergesse ihn immer, weil ich kein Gesicht vor mir habe. Langsam wird es wirklich Zeit, dass du sie mir einmal vorstellst." - "Annemarie." - "Das ist doch dieselbe, die du letztes Jahr hattest, oder?" - "Mutter, was denkst du von mir? Wir beide sind schon vier Jahre zusammen." - "Auf meinem Zettel habe ich aber Denise stehen." - "Oh je, das ist eine ganz alte Geschichte."

"Und 2012 hieß deine Freundin Carmencita. 2011 warst du mit einer Antonia zusammen. Angeblich. 2010 nanntest du deine Freundin Julia." - "Da bringst du etwas durcheinander, Mama. Das ist nicht schlimm. Es passiert vielen Frauen über Siebzig." - "Nun werd' nicht frech, Bub. Wie sieht deine Annemarie denn aus?" - "Sie trägt eine grüne Jacke."

Schwärmend dachte ich zurück an gestern Morgen. Liebevoll strahlend stand sie im Getränkeshop hinter mir an der Kasse an. Eine reife Frau, 35 Jahre, vorsichtig geschätzt, und unsagbar hübsch. Ihr langes, schwarzes, in der Mitte gescheiteltes Haar fiel ihr bis weit über die Schultern. Schwarz lackierte Fingernägel suchten im Portemonnaie nach dem Kleingeld.

Derweil bog ich von der Garbsener Straße kommend in die Bremer Straße ein.

"Eine grüne Jacke. Das ist alles, was dir einfällt bei einer Frau, mit der du seit vier Jahren zusammen zu sein vorgibst, Ralf?" - "Und sie ist vergesslich." - "Na, dann passt ihr beide ja prima zusammen. Du vergisst deine Mutter schließlich auch immer. Sag mal, Junge, fährst du etwa Auto während du mit mir telefonierst?"

"Jetzt nicht mehr, Ma." Ein ohrenbetäubender Krach. Glas splitterte, Blech türmte sich auf. Der Airbag presste sich gegen meine Rippen. Mein linkes Bein war sofort taub.

- - -

Sieben Tage lag ich nun schon im Bett. Draußen schien die Sonne. Es war Silvester. Viele Schwestern und Ärzte würden heute nicht hier sein. Und ich hatte einen verdammt großen Durst auf richtigen Kaffee und einer Nusstorte mit Marzipan.

Kurz war der Entschluss, aufzustehen. Lang dessen Umsetzung. Irgendwann hatte ich es aber geschafft, meinen Gipsfuß aus dem Bett zu wuchten und die Krücken zu greifen. Pferdefuß würde meine Mutter mein linkes Bein nennen und mir mit erhobenem Zeige

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