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Ich & Schorsch von Oberdobler, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.12.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
4,99 €
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Ich & Schorsch

Der 33jährige Neusingle Thomas ist beziehungsgeschädigt und zynisch. Perfekte Voraussetzung für eine große Flirtkarriere im Internet, wo kapitale Dachschäden als liebenswerte Ecken und Kanten verkauft werden. Zwei Jahre lang ist Thomas in diversen Online-Flirtportalen aktiv. Er trifft auf Plateausohlen, Perlhühner, intellektuelle Supermuttis, Schw...mädchen, die Ex-Schwiegertochter eines deutschen Fußballidols und jede Menge verstrahlte Uschis...

Thomas Oberdobler ist ein Pseudonym einer in der Öffentlichkeit bekannten Persönlichkeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 174
    Erscheinungsdatum: 11.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958654440
    Verlag: 110th
    Größe: 220 kBytes
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Ich & Schorsch

Strapse. Noch nie stand ich drauf und dennoch finde ich sie in diesem Moment irgendwie geil. Was auch daran liegen könnte, dass ich die Strapsträgerin erst seit zwei Stunden kenne und sie mir jetzt schon die Zunge aus dem Hals saugt. Heftig. Schmerzhaft.

Sie schmeckt nach Apfelschorle, Lippenstift, Make-up und Spucke. Wir sitzen in meinem Auto. Fahrersitz. Sie auf mir. Meine Hände sind unter ihrer Bluse. Ich schiebe ihren schwarzen Spitzen-BH nach oben und knete ihre kleinen festen Titten. Sie wirft den Kopf nach hinten und keucht. Ihr Minirock ist hochgeschoben, sie reibt sich heftig an meinem schmerzhaften Ständer. Ich schiebe meine Hand nach unten und versuche, sie zu fingern. Sie ist warm und feucht, windet sich, fängt an zu stöhnen. Als ich ihr meinen Mittelfinger reinschiebe, zuckt sie nach hinten und knallt gegen die Hupe. Wir lachen und sie sagt:

"Ich wohne nicht weit von hier. Fahr mir einfach nach." Sie zieht ihre Bluse nach unten, steigt aus und geht zu ihrem Auto.

Ich liebe Internet-Dates! Keine nächtelangen Streifzüge durch Bars und Clubs. Keine peinlichen Abfuhren, keine teuren Einladungen. Einfach anklicken, anschauen, anschreiben, ausführen, flachlegen. Unverbindlich, gefahrlos und so gut wie kostenlos. Genial!

"Neutrale" Plattformen wie nachtagenten.de, lokalisten.de, werkenntwen.de oder clubstars.net sind für diesen Zweck perfekt: Die riechen nicht so verzweifelt nach Beziehung, Hochzeit und Familie wie die einschlägigen Singlebörsen. Denn während Frauen auf Singlebörsen ihre künftigen Exmänner nach knallharten Checklisten in Sachen Alter, Größe und Beruf selektieren, sind die Mädels auf den Freizeitseiten deutlich entspannter. Frei nach dem Motto: Solange ich den Richtigen nicht gefunden habe, kann ich ja noch ein wenig mit den Falschen rummachen.

Ich bin einer von den Falschen: mit Mitte 30 eigentlich zu alt für Münchens kinderlose, ungeschiedene Single-Szene bis Ende 20. Mit 1,76 Metern zudem deutlich zu klein. Alleine schon die Größe sorgt dafür, dass ich bei den meisten Singlebörsen durchs Raster falle: Alle Männer unter 1,80 Metern und unter 70 Kilo können sich die Monatsgebühren bei Friendsscout und Co. getrost sparen. Sie sind dort mangels Größe und Masse nur schwer vermittelbar.

Dass diese Messlatte auch für Til Schweiger, George Clooney oder Brad Pitt zu hoch angesetzt wäre, ist der versammelten Damenwelt vermutlich nicht bewusst.

Dieser Vergleich hinkt in meinem Fall zugegebenermaßen ein wenig, denn auch sonst bin ich nicht gerade ein Traummann: Neben den oben genannten Hindernissen habe ich Geheimratsecken und Brille. Mein Job bei einer großen deutschen Versicherung ist gerade so gut bezahlt, dass das Konto am Monatsende eine schwarze Null anzeigt. Eine einigermaßen sportliche Figur und ein treffsicherer Geschmack in Sachen Mode machen zwar einiges wieder wett, ein athletisch gebauter Hüne oder ein sonnengebräunter Sugardaddy im Porsche werde ich dadurch allerdings trotzdem nicht.

Beides gibt es in München in Hülle und Fülle, so dass für den halbwegs gutaussehenden, durchschnittlich verdienenden Durchschnittsmann wie mich eben auch nur die halbwegs gut aussehende, durchschnittlich begabte Durchschnittsfrau übrig bleibt. Was an sich ja durchaus in Ordnung geht, wenn man auf Durchschnitt steht.

Dummerweise bin ich eines dieser oberflächlichen männlichen Auslaufmodelle, die sich bei der Auswahl potenzieller Partnerinnen primär an primären Geschlechtsmerkmalen orientieren. Erst wenn diese meinen nicht geringen Ansprüchen genügen, mache ich mir die Mühe, so schnell wie möglich zu den inneren Werten vorzudringen. Horizontal versteht sich.

Wenn zur umwerfenden Hülle dann noch eine gute Portion Sympathie gepaart mit einem Schuss Humor kommt, ist es im Handumdrehen um mich geschehen. Leider nur dann. Wenn schon die Verpackung keine Lust auf mehr macht, interessieren mich innere Werte nicht die Bohne.

Die

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