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Ich schau dir in die Augen, Kleines! Ein Augenoptiker erklärt die Welt des Sehens von Wandke, Lars (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
7,99 €
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Ich schau dir in die Augen, Kleines!

Lars Wandke ist der Hirschhausen unter den
Augenoptikern!

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, so der Volksmund. Doch wie kommt sie überhaupt dorthin? Und wie geht es von dort aus für sie weiter? Ist der häufige Verzehr von Karotten wirklich gut für die Sehkraft oder nur für den Gemüsehändler? Was hat die Sehhilfe von Helmut Kohl mit den Brillen gemeinsam, die Frauen heute in Pornos tragen? Woran erkennt man im 3D-Kino einen Psychopathen? Und warum sollten Sie sich beim ersten Date mit einem Brillenträger unbedingt den Brillenpass zeigen lassen? Die Antworten auf die faszinierendsten Fragen rund ums Sehen und unser wichtigstes Sinnesorgan - hier sind sie versammelt. Das Buch für jeden, der Augen im Kopf hat!

Lars Wandke wurde 1976 im friesischen Varel geboren. Nach seinem Abitur studierte er zunächst Sozialwissenschaften und Skandinavistik - aus Gründen, die er bis heute nicht versteht. Schließlich ergriff er doch denselben Beruf wie bereits sein Großvater und sein Vater vor ihm. Nach mehreren Jahren im augenoptischen Fachhandel sowie als Diplom-Ingenieur für Augenoptik wechselte er in die Redaktion eines Fachverlags, wo er bis heute arbeitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 17.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641133863
    Verlag: Goldmann
    Größe: 751 kBytes
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Ich schau dir in die Augen, Kleines!

2. Eilmeldung
Live am Ort des schärfsten Sehens

Bevor wir weitermachen, erlauben Sie mir, ein Wort der Entschuldigung an Ihr zentrales Nervensystem zu richten: Liebes Gehirn, wenn du dies liest, bitte verzeih! Ich wusste nicht, was ich tat, als ich antrat, dieses Buch zu schreiben.

Wie ich leider viel zu spät erfuhr, ist Lesen "eine der unnatürlichsten Tätigkeiten des menschlichen Gehirns". Verraten hat mir dies der Hirnforscher Ernst Pöppel, wenn auch nur mittelbar über ein Interview, das die WELT mit ihm führte. Eine Zeitung also. Ich betone das nur deshalb, weil ich mich frage, warum der Hirnforscher diese Botschaft ausgerechnet in einem Medium verbreitet, dessen Geschäftsmodell das Lesen ja geradezu provoziert. Aber egal.

Dies zu lesen erschien mir jedenfalls nicht nur unnatürlich, es erschütterte mich geradezu. Sollten denn all meine Autorenvorbilder, unter ihnen Schöpfer epischer Dramen ("Endlich Nichtraucher!") wie auch Verfasser trivialer Sachliteratur ("Endlich Nichtraucher für Frauen!"), am Ende nichts anderes sein als niederträchtige Neuronenquäler? Schuldig der Verführung Minderbemittelter zur artfremden Hirnhaltung? Und ich – dank dieses Buches – nun mitten unter ihnen?

Ein Musical hätte ich komponieren sollen oder einen Ausdruckstanz choreografieren. Stattdessen setzte ich ein weiteres Schriftstück in diese Welt. So mochten splitterfasernackte Aktivistinnen zum Schutz des Hirns noch dieselbe Sekunde meine Wohnung stürmen und sich an meinen Computer ketten, ich wollte es ihnen nicht verdenken.

Kam aber keiner. Blieb dann doch ein ruhiger Abend. Ich machte mir also ein Dosenbier auf und las das Interview zu Ende. Des Forschers zentrale These: "Das menschliche Gehirn wehrt sich geradezu gegen Lesen." Dermaßen schneidig formuliert, fand ich, klang das schon arg nach Missbrauch. Wenngleich es natürlich erklären würde, warum die Printmedien in solchen Schwierigkeiten stecken.

Dessen ungeachtet regte sich in mir – trotz Dosenbier – der Wunsch zum Widerspruch, weshalb ich hier drei Punkte zu bedenken gebe:

1. Das Gehirn, zumindest meines, wehrt sich auch vehement gegen Obst, Ballaststoffe und Zahnseide. Trotzdem stehen alle drei auf meinem Speiseplan, wenngleich ich bei Letzterem noch unsicher bin, die Anweisungen des Arztes vollends verstanden zu haben.

2. Bereits seit Platon besteht eigentlich Einigkeit darüber, dass in all dem Hirnschmalz auch beizeiten so etwas wie Vernunft hausiert, zumindest wenn sie in der Gegend ist.

3. Das Gehirn ist also kein Opfer. Es dürfte vielmehr bestens begreifen, wie wichtig für unsere Entwicklung als Mensch von Zeit zu Zeit Lektüre und Zahnseide sind. Mag beides auch noch so schwer verdaulich sein.

Aller rhetorischen Zuspitzung zum Trotz jedoch trifft Pöppel natürlich einen wunden Punkt: Unser Gehirn ist tatsächlich nicht eben prädestiniert zum Lesen, wie auch meine weiterführenden Studien diverser medizinischer Fachpublikationen zeigten, die alle zu dem gleichen Ergebnis führten, nämlich einem Nickerchen. Lesen ist ermüdend, keine Frage; auch wenn ich bis dahin immer geglaubt hatte, es läge an mir. Sowie dem exzessiven Fernsehkonsum in meiner entscheidenden Entwicklungsphase, also zwischen 12 und 32. Dank meiner Recherchen aber begriff ich: Es war nicht das Fernsehen, das mich versaut hat, es war die Evolution! Das Miststück. Die nämlich hat sich einen Dreck darum geschert, als der Mensch vor rund 5000 Jahren die Schrift erfand. Ganz nach dem Motto: "Habt ihr toll gemacht, Ägypter. Hübsch, die Hieroglyphen, wirklich. Aber ein neues Gehirn gibt's deswegen nicht. Seht zu, wie ihr mit dem alten

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