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Ich schmücke mich nicht mit fremden Fehlern Wie Politiker sich um Kopf und Kragen reden von Richter, Justus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.06.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe E-Books
eBook (ePUB)
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Ich schmücke mich nicht mit fremden Fehlern

Das Parlament ist eine Bühne. Und manchmal wird Comedy darauf gespielt. Bevor Sie wählen gehen, sollten Sie daher wissen, welche Schnitzer Politikern bereits über die Lippen gekommen sind. Denn sonst stehen auf Ihrem Stimmzettel nämlich vielleicht die Urheber der peinlichsten Ausrutscher und Versprecher, der krassesten Beleidigungen und der spektakulärsten Aussprüche. Zum Totlachen - selbst für Nichtwähler!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 190
    Erscheinungsdatum: 21.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838725024
    Verlag: Bastei Lübbe E-Books
    Größe: 997 kBytes
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Ich schmücke mich nicht mit fremden Fehlern

Vorwort

J etzt aber mal Butta bei de Fische: Einer muss es ja machen. Oder lieber: Einige müssen es ja machen. Weil, einer allein wäre doof, denn dann hätte sich die Sache mit der Demokratie wohl endgültig erledigt. Da wir aber - ich nehme Sie, werte Leser, jetzt einfach mal mit ins Boot - es ganz gerne demokratisch-kuschelig haben und uns irgendwie auch die zuweilen recht fragile Auffassung von der politischen Mitbestimmung bewahren wollen, brauchen wir Politiker. Punkt. Basta. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Und all jene, die ständig auf Politiker schimpfen, weil das irgendwie cool ist ("Äh, neee - mit Politik hab ich nix am Hut. Die lügen doch alle so furchtbar und außerdem sind sie alle korrupt und sowieso. Also wirklich nicht ..."), sollten sich schleunigst klarmachen, dass Politik ohne Politiker eben nicht funktioniert. Ist wie Fußball ohne Kicker oder Kirchenmusik ohne Organisten. Klappt nicht.

Eine ganz andere Frage ist natürlich, ob wir auch die richtigen Politiker haben. Wir kennen doch alle jenes geflügelte Wort, dass jedes Volk die Politiker hat, die es verdient, aber mal ehrlich: So furchtbar sind die Italiener doch gar nicht, oder? Und die Griechen: eigentlich total nette Leute. Die Russen sowieso: gastfreundlich, trinkfest, oft in Feierlaune. Und wir? Wieso haben wir Angie, Peer und Guido? Das sollen wir verdient haben?

Nein, wohl nicht. Es ist wohl viel eher so, dass Angie, als sie noch Physikerin war, eigentlich 'ne ganz dufte Torte war. Vielleicht nicht unbedingt eine megaheiße Schnitte, aber irgendwie nett und abgesehen von Frisur, Gesicht und Kleidung wahrscheinlich ein echter Kumpeltyp. Zum Abhängen in der Mensa nach der Vorlesung möglicherweise gar nicht ungeeignet. "Hey, Angie! Lassen wir's krachen. Nach zwei Stunden Quantenmechanik gönnen wir uns jetzt ein Tröpfchen Kirschsaft, oder?" So hätte es möglicherweise geklungen in Leipzig oder Jena, wenn Angie nicht jenen verhängnisvollen Pfad beschritten hätte, der solche Anfragen unmöglich macht: den Kreuzweg der Politik. Oder nehmen wir Guido. Mit einem so rattenscharfen Nachnamen hätte der pickelige Naturbursche aus Bad Honnef möglicherweise als Leadsänger einer Village-People-Coverband reüssieren können: "Guido und die wilden Wellen" zum Beispiel. Oder so. Tja, ist anders gekommen.

Ist nicht mehr drin, nicht mehr machbar, aus und vorbei: Guido und Angie, Peer und die vielen Helmuts der deutschen Nachkriegspolitik, sie alle haben sich entschieden, ihr Leben auf dem Altar des Gemeinwohls zwischenzulagern. Und bei den meisten ist in einem schleichenden und von vielen zunächst wahrscheinlich gar nicht bemerkten Prozess genau das eingetreten, was man ihnen wenig später zum Vorwurf macht: Von einem vergleichsweise freundlichen, normal kommunizierenden und zugänglichen Menschen haben sie sich peu à peu in jemanden verwandelt, der prinzipiell eher misstrauisch ist, die Pflicht hat, sich ständig überfordert und gestresst zu fühlen, und eine Sprache pflegt, die irgendwie so klingt, als hätte man einem Tropenvogel Phrasenunterricht gegeben und ihn anschließend sediert. Fazit: Politiker werden nicht als solche geboren - die Politik verändert den Menschen. Und zwar in den seltensten Fällen zu seinen Gunsten, jedenfalls was die Wahrnehmung von außen betrifft.

Ein großartiges Beispiel für diese Theorie ist ein dem Autor selbst gut bekannter FDP -Bundestagsabgeordneter aus dem süddeutschen Raum. Vormals ein freundlicher, zugewandter Akademiker mit Idealen und einem durchaus fröhlich zu nennenden Humor, der vor allem mit ungewöhnlichen Krawatten und sandfarbenen Anzügen glänzte, verwandelte sich der Mann buchstäblich in Minutenschnelle, nachdem er den Sprung ins Parlament geschafft hatte. Über Nacht war aus dem netten Kerl ein ungemein viel beschäftigter, wahnsinnig gestresster, stets auf die Außenwirkung bedachter und sich ungemein wichtig gebärdender Phras

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