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Klugscheißer Deluxe Roman von Steffens, Thorsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.12.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)

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Klugscheißer Deluxe

Ein Klugscheißer an der Uni - kann das gut gehen? Ein irre komischer Roman um Studenten, Lehrer, und welche, die Lehrer werden wollen - für alle Fans von Tommy Jaud und Fack ju Göhte Timo Seidel ist 29 Jahre alt und hat beruflich noch nicht viel in seinem Leben erreicht. Bisher stand ihm vor allem immer seine große Klappe im Weg, denn Timo leidet unter einer weit verbreiteten, aber sehr unangenehmen Krankheit: Er ist ein chronischer Klugscheißer! Dagegen helfen leider auch keine Tabletten. Und so gerät Timo immer wieder mit seinen Mitmenschen aneinander, was auch dazu führte, dass er vor fünf Jahren sein Studium schmiss. Nun glaubt er allerdings, erwachsener zu sein und beschließt, mit Ende zwanzig doch noch einmal ein Studium neben seiner Aushilfsstelle an einer Abendschule zu wagen. An der Universität trifft er auf anstrengende Lehrkräfte, außergewöhnliche Mitstudierende und auf die bildhübsche Sophie, die ihm obendrein den Kopf verdreht. Ein Klugscheißer an der Uni - kann das gut gehen? Nach 'Klugscheißer Royale' der zweite Roman rund um Timo Seidel. Thorsten Steffens, geboren 1974, studierte Germanistik und Anglistik an der Universität zu Köln. Zuvor, währenddessen und danach arbeitete er in den unterschiedlichsten Berufen: Als Grafiker, als Platzanweiser, als Dozent an einer Universität und als Kassierer im Supermarkt. Inzwischen jedoch arbeitet er als Lehrer an einer Realschule, wo er die Fächer Deutsch und Englisch unterrichtet sowie eine Anti-Rassismus-AG leitet. Mit 'Klugscheißer Royale' legte er seinen Debüt-Roman vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 02.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492986083
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Piper Taschenbuch 50280
    Größe: 3490 kBytes
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Klugscheißer Deluxe

1. Workbooks und Straßenbahngespräche

"Wetten, dass der Neumann noch voll sauer auf uns ist wegen Hausaufgaben letzte Woche. Ey, voll der Honk! Warum geht der auch rum und guckt bei jedem ins Heft?", beklagt sich einer der zwei Jungen, die mit mir zusammen in einer Vierer-Sitzgruppe der Linie 18 sitzen.

"Boah, der nervt richtig hart", pflichtet sein Kumpel ihm bei. "Schab echt kein Bock auf den."

Die Straßenbahn ist einer der wenigen Orte, an denen man Gespräche fremder Menschen ungeniert belauschen darf, ja, im Grunde sogar belauschen muss. Ich meine, was bleibt einem anderes übrig? Die einzige Alternative wäre, sich mittels Kopfhörern abzuschirmen, was ich niemals machen würde, da ich es schon aus sprachwissenschaftlicher Sicht viel zu faszinierend finde, solche Gespräche mitzuhören und, na ja, gegebenenfalls auch zu analysieren.

"Hast denn Hausaufgaben?", fragt der andere wieder.

"Nö! Hab Fortnite gespielt und bin dann eingepennt. Lass ma abschreiben!"

Die beiden holen jeweils ein rotes Workbook aus ihrer Schultasche. Eigentlich, denke ich, heißt es ja Hausaufgaben und nicht Straßenbahnarbeiten, aber, nun ja, ich sollte wirklich still sein, denn als Schüler habe ich regelmäßig die Hausaufgaben abgeschrieben: im Foyer, auf dem Schulhof unter, auf und hinter der Tischtennisplatte, im Klassenzimmer, im Bus und, ich glaube, einmal sogar auf dem Fahrrad ... Rein juristisch betrachtet erledigen sie die Aufgaben ja auch nicht in der Schule.

Es ist also komisch, dass ich mir über so etwas überhaupt Gedanken mache, aber seitdem ich als Aushilfslehrer an einer Abendrealschule arbeite, hat sich meine Einstellung doch ein wenig gewandelt. Dabei mache ich das erst seit ein paar Monaten, aber es scheint bereits Spuren zu hinterlassen.

"Komm, ich sag dir", meint der Junge neben mir. "Geht schneller! Hier, Seite 19!" Die beiden blättern. "Bei Nummer eins schreibste: Se Män liws hier vor tän Jiers. "

Eine wunderschön klare Aussprache! Der Satz ist zudem falsch, aber das ist ein Klassiker - diesen Übersetzungsfehler machen die meisten Deutschen.

Sein Kumpel hat das Workbook auf dem Schoß aufgeschlagen und fängt an, den Satz zu schreiben. Ich räuspere mich laut und umständlich, sodass mich beide Jungen unwillkürlich anschauen - und auch ein Großteil der anderen Fahrgäste.

"Der Satz ist nicht richtig!", sage ich. "Da kommt has been living hin."

Ich habe hier in der Straßenbahn sowieso nichts zu tun. Da kann ich den beiden genauso gut bei ihren Hausaufgaben helfen. Die verfallen allerdings in eine Art Schockstarre und schauen mich an, als ob ich ihnen ihre Workbooks gerade rechts und links um die Ohren gehauen hätte.

Schock star re f.; Gen. -; (zool.) kurz andauernde Bewegungsunfähigkeit, die eintritt, wenn ein Tier von einem Beutegreifer bedroht wird; (schul.) plötzlich ausgelöster Schockzustand bei Jugendlichen durch die Verabreichung überraschender Sachkenntnisse

Als die beiden sich wieder gefangen haben, sagt der Junge, der die Hausaufgaben hat: "Eh, cool! Danke!" Dann korrigiert er seinen Satz mit einem dieser ausradierbaren Tintenroller und diktiert seinem Kumpel den nächsten: "Sey lörn vor se Test vor tu Hauers?" Dabei schaut er mich fragend an.

Ich schüttle den Kopf.

"Wieder nicht?", fragt er enttäuscht. "Wie denn dann?"

"They have been learning for the test ...", verbessere ich und versuche dabei, meinen amerikanischen Akzent, so gut es geht, abzuschwächen.

Er radiert den Satz wieder aus und schreibt die richtige Antwort auf, während sein Kumpel mich mit offenem Mund anstarrt, bevor er dann schließlich fragt: "Hast 'n Wörterbuch verschluggt?"

"Kann man so sagen", entgegne ich, denn ich muss ja nicht jedem auf die Nase binden, dass ich zweisprachig mi

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