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Niemand sagt's Angela Das supergeheime Abhörprojekt der NSA. Satirischer Roman von Fischer, Leo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Niemand sagt's Angela

Der Tag beginnt nicht gut für Angela Merkel: Erst schickt Sigmar Gabriel ihr zum Frühstück fröhliche SMS-Katzensticker. Dann bleibt sie auch noch mit Peter Altmaier im Fahrstuhl stecken, als den Minister plötzlich eine Heißhunger-Attacke befällt. Zu allem Überfluss taucht am Kabinettstisch noch der aus den USA wiedergekehrte Karl-Theodor zu Guttenberg auf - mit einer gefälschten Geburtstagseinladung in der Hand. Die Kanzlerin glaubt nicht an Zufälle. Jemand spielt ihr ganz offensichtlich Streiche. Doch wer oder was steckt dahinter?

Am Abend will sie das beim Gala-Diner mit einem guten Freund besprechen, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, als plötzlich Wolfgang Schäuble in seinem Rollstuhl auf sie zurast - Vollkommen neben der Spur betritt Merkel am nächsten Tag ihr Büro. Dort wartet schon ein äußerst gutaussehender Amerikaner auf sie. Agent Summers weiht die Kanzlerin in ein ganz spezielles Abhörprojekt der NSA ein. Merkel kann es nicht fassen: Der amerikanische Geheimdienst soll sie, die Kanzlerin, die mächtigste Frau der Welt, seit Jahren beobachten und abhören?

Niemand sagt's Angela - Das supergeheime Abhörprojekt der NSA ist ein satirischer Roman des bekannten TITANIC-Autors Leo Fischer, in dem endlich auch die Frage beantwortet wird, wer eigentlich Edward Snowden ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 116
    Erscheinungsdatum: 29.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838757100
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1124 kBytes
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Niemand sagt's Angela

Ein neuer Tag

Gott erwachte.

Es war ein schönes, hell durchleuchtetes Zimmer. Sein Zimmer. Draußen hörte er Motorengeräusch, Kinderlärm und Ausländergeschrei, aber in einer Lautstärke und einem Mischungsverhältnis, die man als wohltuend-urban empfand und nicht als Zumutung. Es war Montag, ein Arbeitstag, auch wenn es für Gott, streng genommen, keine Arbeit gab, und wie Arbeit fühlte sich seine Tätigkeit ja auch nicht an. Er labte und pflegte seinen sterblichen Leib, noch jugendlich, noch strahlend, wenn auch an den Rändern schon leicht verwittert. Beim Rasieren achtete er darauf, einzelne Teile des Gesichtes sorgfältig zu vernachlässigen, damit er nicht überpflegt erschiene. Er zog sich einen alten, fadenscheinigen Mantel über, setzte eine alte Schiebermütze auf, vertrieb jeden fröhlichen Gedanken aus seinem Geist, biss sich auf die Lippe und trat ins Freie, perfekt getarnt.

Draußen krochen die üblichen zerlumpten Gestalten über die Straße, jeder von ihnen teils mehr, teils weniger stolz auf sein spezifisches Zerlumpungslevel. Gott hatte nie genau begriffen, welche Lumpen nun gerade Wohlstand und Ansehen ausdrückten und welche Verelendung und Deprivation, aber es spielte auch keine Rolle, solange man nur bitter genug aus der Wäsche sah. So machte man das hier eben. Dazu bedurfte es keiner besonderen Ausbildung.

Er zog an dem Botschaftsgebäude vorbei, blickte verträumt auf die schon wirklich grandios versaubeutelte Fassade, zwang sich, die Wachen nicht zu grüßen, die dort postiert waren. Er ging zu der kleinen Stahltür an der Seite, zwinkerte verschmitzt in den unsichtbaren Türspion. Die Tür mit der Aufschrift "SCS – Special Collection Service" schwang auf.

Sein Büro war ebenfalls schön und hell durchleuchtet, wenn es auch über keine Fenster verfügte. Die Luft in dem Raum wurde nur dann bewegt, wenn das Rohrpostsystem in der Ecke aktiv wurde.

Die gute Laune war mit Händen zu greifen – obwohl außer Gott nur noch der Computer in diesem Büro arbeitete. Große Wogen guter Nachrichten zogen durch das Zimmer und wurden von ebenso großen Wogen freudiger Empfindungen beantwortet. Um ein bisschen Farbe in den Laden zu bekommen, hatte sich Gott außerdem einen Katzenkalender aufgehängt.

Gott nahm eine Zigarette, betrachtete sie nachdenklich, erkannte, dass sie schädlich war, und steckte sie in die Schachtel zurück.

Vom Bildschirm strahlte ihn ein großer gelber Smiley an.

"Schön, dass du wieder bei uns bist, Zeke. Du hast Nachrichten von 1,5 Milliarden Freunden. Verbinde dich mit deinen Freunden, um mehr über sie zu erfahren."

"Danke, Computer. Ich hoffe, du hast gut geschlafen."

Das riesige Grinsegesicht auf dem Computer verriet nichts über die Qualität seiner digitalen Nachtruhe, doch schien es Gott, als sei das ohnehin schon sternhagelfrohe Grinsen des Systems noch einen Millimeter breiter geworden. Gott wartete auf eine Antwort, von der er wusste, der Rechner würde sie sich sparen, und ging dann zum Tagesgeschäft über.

"Ich nehme an, du hast ein paar Aufgaben oder Tests für mich?"

"Zeke, wir haben über 16.000 verschiedene Anfragen für dich! Wie möchtest du sie sortieren?"

"Enge Freunde zuletzt, bitte."

Hätte es im allerinnersten Kreis seiner Behörde so etwas wie eine klassische Hierarchie gegeben, ein traditionelles Ich-Boss-du-nix-Verhältnis, wäre Gott natürlich so eine Art Boss gewesen und hätte entsprechende Allüren entwickelt. Am Ende wäre es ihm sogar lästig gewesen, die Neugier dieses Smileys zu bediene

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