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Ostdeutsche Geschichte(n) Neue Enthüllungen über ein Land vor unserer Zeit von Staeck, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Ostdeutsche Geschichte(n)

Wie konnte zwischen Sozialismus und Marxismus ausgerechnet das Pflaumenmus verschwinden? Warum hat der DDR-Fußball international versagt? Welches Geheimnis steckte hinter dem markanten Farbton der Arbeiter- und Bauern-Jeans? Neben überraschenden Antworten auf diese Fragen liefert Andreas Staeck noch viele weitere humorvolle Enthüllungen über das gescheiterte deutsche Sozialismus-Experiment. Begeben Sie sich zusammen mit einem ostdeutschen Kind des Kalten Krieges auf eine unterhaltsame Pendeltour zwischen seinen beiden deutschen Staatsbürgerschaften. Denn neben einigen ernsteren Tönen ermutigt das neue ostdeutsche Kultbuch vor allem zum Lächeln!

Andreas Staeck wurde 1963 als Sohn einer Lehrerfamilie geboren und wuchs im nordöstlichen Harzvorland auf. Nach dem Abitur zog es ihn nach Berlin, wo er ein Studium der Militärökonomie absolvierte. Mit dem Ende des kalten Krieges entschloss sich der junge Oberleutnant, seine Uniform auszuziehen. Der zivilberufliche Umstieg führte ihn zu den Sonderaufgaben, die durch die deutsche Einheit entstanden. Seit 1998 trägt der globale Denker zur Nachhaltigkeit der Deutschland-Aktivitäten eines international engagierten Energiedienstleisters bei. Zur Entspannung zieht es den leidenschaftlichen Schreiber in die Natur. Dort lebt er seine vielfältige Bewegungsfreude aus, während er Impressionen, neue Energie und Inspirationen sammelt. Der Liebhaber von Hörbüchern und stimmungsgetragener Musik geht aber auch gern ins Kino oder auf Reisen. Besonders fasziniert ihn dabei immer wieder die Insel Hiddensee. Andreas Staeck lebt heute in der Altmark. Der bekennende Familienmensch ist seit vielen Jahren mit Ehefrau Simone verheiratet. Die gemeinsame Tochter Jana ist inzwischen erwachsen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 168
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990484036
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 325 kBytes
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Ostdeutsche Geschichte(n)

Aperitif

Ein Meer von Arbeiterfahnen

"Essen ist ein Bedürfnis des Magens, Trinken ein Bedürfnis des Geistes."

(Claude Tillier)

In unseren Kirchen erinnern große Kruzifixe an die Leiden Jesu Christi. An meinen ganz persönlichen Leidensweg erinnert hingegen das Andreaskreuz. Dessen historischen Ursprung die Masse der Deutschen dankbar verinnerlicht hat. Indem sie es in erster Linie mit gut eingefahrenen Gleisen assoziiert.

Zwischen denen ich aufgewachsen bin. Nachdem ich in den deutschen Arbeiter- und Bauern-Staat hineingeboren wurde.

Durch den das Andreaskreuz seine mahnende Symbolik heute am stärksten entfaltet, wenn es an eine deutsche Mauer angeschlagen wird. Als besonders ausdrucksstarke Form der Erinnerungskultur, die inzwischen der deutschen Fachwerk-Architektur zu neuer Blüte verholfen hat.

Sie meinen, das alles könne man so nicht vergleichen? Da haben Sie absolut recht. Denn ganz gleich, ob Bahnübergang, Fachwerk-Konstruktion oder rebellisches Wendland: Anders als das einsame Kruzifix steht ein Andreaskreuz ganz selten allein. Aus gutem Grund: Schließlich habe ich eine Diktatur überlebt! Was an ein kleines Weltwunder grenzt. Das meine im Neuen Deutschland aufgewachsene Tochter immer wieder veranlasst, mein Überlebens-Geheimnis zu hinterfragen.

Nun steht zwar der maskulinste aller männlichen Vornamen für Mut und Tapferkeit, mit denen sich alle Widrigkeiten des Lebens meistern lassen sollten. Weil es mit dieser netten elterlichen Geste allein aber keineswegs getan war, erzähle ich hier nun für alle die wahre Geschichte:

Ich bin in einem kleinen Dorf im nordöstlichen Harzvorland aufgewachsen. Fördert das ländliche Milieu des heutigen Harzkreises tatsächlich die Gesundheit? Selbstverständlich waren das Kuscheln mit dem braunen Lieblingskaninchen Klara oder Hauskater Erwin, der ständige Geruch von Rinderdung in der Nase sowie die mutige Verkostung von Hühnerdreck und Regenwürmern ein zuverlässiger Schutz vor allen denkbaren Unverträglichkeiten. Die über den modernen Menschen in dem Maße hereinzubrechen scheinen, wie sich alle möglichen Industrien selbstlos um dessen Wiedergenesung sorgen.

Was aber nicht heißt, dass unser Dorfleben ein reiner Gesundbrunnen gewesen wäre. Denn zum Sprachschatz jedes Dorfkinds gehört ein ebenso wichtiges wie besonderes Wort: Der "Promille-Weg". Was heute den wertvollen Führerschein schützt, gehörte in der DDR praktisch zum Überleben. Denn in Ermangelung anderer kultureller Highlights wurde nicht nur auf dem Land so exzessiv Alkohol in die Kehlen entsorgt, als hätten die brechend vollen Spirituosen-Regale der deutschen demokratischen Kaufhallen jemals leer werden können.

Diese Sorge war jedoch völlig unbegründet. Im Gegenteil: Die Ausbreitung des Alkoholsortiments in den Verkaufsstellen des sozialistischen Einzelhandels erinnerte im Grunde an imperialistisches Expansions-Streben. Vielleicht als eine Art allgegenwärtiger Mahnung. Wie heute die zahlreichen Andreaskreuze.

Die unausweichliche Folge des im Verkaufsstellen-Oligopol von Konsum und HO expandierenden Alkoholangebots war jedoch, dass dafür irgendwann andere Warengruppen unter dem Ladentisch platziert werden mussten. Was nicht nur zur schleichenden Schädigung des Rückgrats der DDR-Bevölkerung führte. Sondern auch zu dem scheinbaren Mangel an einheimischen Zigaretten und anderer sogenannter sozialistischer "Bück-Ware", die maßgeblich zur deutschen demokratischen Herbstrevolution des Jahres 1989 beitrug.

Als der Totentanz der DDR begann, waren dafür aber die langen und hohen Regalreihen der sozialistischen Supermärkte namens "Komsomol" oder "Drushba" mit einer Weinbrand-Vielfalt gefüllt, die heute selbst große Handelsketten nur mit wahrer Liebe zum Kunden erreichen. Daneben der weiße Fusel in ebenso reicher Auswahl: Nordhäuser Doppelkorn, blauer Würger und natürlich russischer Wodka. Plus vielfältige Kräuterschnäpse und Fru

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