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Plastik kommt mir nicht in die Tüte Handbuch für Weltverbesserer von Bittrich, Dietmar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2013
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Plastik kommt mir nicht in die Tüte

Ein satirischer Blick auf den Ökowahn. Die Deutschen gelten als Weltmeister im Ökoeifer. Aber es geht noch besser! Dietmar Bittrich zeigt, wie man Batterien vor der Benutzung korrekt entsorgt oder Maden vom Rand der Biotonne sammelt, um eine klimaneutrale Mahlzeit zu bereiten. Er lobt den Verzicht auf Streugut im Winter: Der Überalterung der Bevölkerung wird so durch natürliche Auslese ein Ende gesetzt. Auch wer im Einklang mit der Natur leben will, etwa mit Zecke, Milbe oder Röhrenqualle, findet wertvollen Rat. Ein unverzichtbares Geschenk für alle Freunde des unverfälschten Lebens. Das perfekte Geschenk gleichermaßen für Gegner und Freunde eines ökologischen Lebensstils. Dietmar Bittrich lebt in Hamburg. Er erfand das Gummibärchen-Orakel und schrieb heitere Bücher u.a. über das Reisen ( Urlaubsreif , 2006), das Schlafen ( Gute Nacht! Mit deutscher Dichtung in den Tiefschlaf , 2007), das Jungbleiben ( Altersglück , 2008) und über Ungleiche Paare (2010). Bittrich erhielt den Hamburger Satirikerpreis. Er liebt die Natur, solange sie ihm nicht zu nahe kommt, und betet täglich zum Gott der Mülltrennung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 11.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455890051
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Größe: 1962 kBytes
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Plastik kommt mir nicht in die Tüte

Ressourcen schonen

Ohne Plastik leben – so einfach geht es

Plastik kennen wir vor allem aus dem Bioladen. Dort wird Obst und Gemüse in Plastikschalen angeboten, Kräuter im Topf tragen eine durchsichtige Kunststoffhülle, Tofu ist in Plastik eingeschweißt, Fleisch ebenfalls, oft auch Käse. Joghurtbecher sind aus Plastik und wenigstens von innen damit beschichtet. Die Nudelpackungen sind aus durchsichtigem Kunststoff oder haben zumindest ein Sichtfenster aus Plastik. Am Tresen wird frische Ware in Papier verpackt, das mit Kunststoff beschichtet ist. Die Deckel von Flaschen und Gläsern sind mit Kunststoff überzogen. Und all das hat gute Gründe. Plastikverpackungen sind billiger. Sie verlängern die Haltbarkeit. Die Beschichtung tötet Keime. Und, nicht zu unterschätzen, die hormonaktiven Weichmacher kurbeln das Sexualleben der Verbraucher an, bei Heranwachsenden sorgen sie für eine frühere Pubertät und für größere und besser durchblutete Geschlechtsteile.

Wir, die wir die Pubertät annähernd hinter uns haben, denken global. Wir halten Plastik für einen der meistverbreiteten und zugleich gefährlichsten Stoffe der Welt. Wir haben im Fernsehen gesehen, dass zwischen Hawaii und Kalifornien ein Teppich aus entsorgtem Plastik treibt, der sogenannte "Nordpazifische Wirbel". Darin schwimmt alles, von der Tüte über die Kabeltrommel bis zum Plastikfass und Plastikstuhl. Von Wellen und Licht wird es allmählich zersetzt und zerkleinert und schließlich zermahlen zu winzigen Kügelchen. Diese Kügelchen werden dann von Fischen und Muscheln gefressen. Falls wir mal Fisch gegessen haben, bestand er bereits zu einem Teil aus Plastik – wir selbst jetzt auch.

Vielleicht hat uns das bis jetzt nicht gestört. Doch ab jetzt verzichten wir auf Plastik. Unsere naiven Großeltern waren noch begeistert von Plastiktellern, Plastikgabeln, Plastiklöffeln, von vollsynthetischer Kleidung, wetterfesten Gartenmöbeln und abwischbaren Teppichen. Kaum zu glauben, aber all das besitzen wir schon lange nicht mehr. Unsere CD -Sammlung versteigern wir gerade. Und unsere Wäscheleine ist wieder eine gewöhnliche Schnur. Das ist schon mal gut. Aber es geht noch besser. Und zwar so:

Verpackungen aus Weichplastik und Schaumstoff scheinen unersetzlich. Wir beweisen das Gegenteil. Zum Einkaufen gehen wir seit langem nur mit Stofftasche, es sei denn, wir haben sie vergessen. Ab jetzt nehmen wir auch noch unsere eigenen Behälter mit. Diese Behälter sind aus Glas, aus Metall und aus Holz. Im Supermarkt lassen wir uns die Milch aus dem plastikbeschichteten Karton in unsere mitgebrachten Flaschen umfüllen oder, noch besser, in unsere antike Milchkanne aus handgerolltem Blech. Den Joghurt aus den plastikbeschichteten Bechern füllen wir in unsere Glasbehälter. An der Käsetheke lassen wir uns den Biokäse aus der giftigen Folie wickeln und in unser gesundes Holzkästchen legen. Und weil wir unseren Kochtopf mitgebracht haben, wandert das Biosteak kunststofffrei von der Fleischtheke gleich in unseren Topf. Eine EU -Hygienevorschrift schreibt vor, dass Fleisch- und Wurstwaren in keimtötendes kunststoffbeschichtetes Papier verpackt werden müssen. Doch wenn wir den Verkäuferinnen und Verkäufern klarmachen, dass wir gerade auf Keime und Mikroben Wert legen, werden sie uns gern unterstützen oder zumindest froh sein, wenn sie uns los sind.

Shampoo gab es früher in gläsernen Flakons. Und jetzt wieder! Denn auch den Drogeriemarkt betreten wir mit unseren eigenen Fläschchen. Wir füllen das Shampoo vor Ort in unsere Gläser. Die Angestellten sind beim Abzapfen gern beh

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