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Schmitz' Häuschen Wer Handwerker hat, braucht keine Feinde mehr von Schmitz, Ralf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Schmitz' Häuschen

Maler, die ohne Pinsel streichen, Lichtschalter, bei deren Betätigung das Garagentor hochfährt, oder Telefonleitungen, die im Garten enden: Wer baut, erlebt Dinge, die so unvorstellbar sind, dass der Begriff Wahnsinn völlig neu definiert werden muss. Auch Ralf Schmitz hat diesen Irrsinn erlebt. Doch wer denkt, die lebendig gewordene Starkstrombatterie auf zwei Beinen habe bei den Umbauarbeiten seinen unvergleichlichen Humor verloren, der irrt gewaltig. In seinem neuen Buch taucht er mit uns ein in die herrlich verrückte Parallelwelt der Heim- und Handwerker. Am Ende weiß er: 'Das Leben ist eine Baustelle', 'Nach fest kommt ab' - und 'Den Rest bringt der Putz!'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 16.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838758503
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 9053kBytes
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Schmitz' Häuschen

Wer nicht wagt, der gewinnt - oder so

Seit Monaten hatte sich diese kleine fixe Idee in meinem Kopf bequem gemacht, hatte ich mich mit dem verrückten Gedanken herumgeschlagen, eine Wohnung oder ein kleines Häuschen eventuell, vielleicht, unter bestimmten Umständen käuflich zu erwerben.

Warum? Tja, irgendwann bekam ich so ein drängendes Gefühl zur Veränderung. Das geht uns doch allen hin und wieder so, oder? Okay, vielleicht müssen wir uns eingestehen, dass wir eben vollends der Konsumwelt erlegen sind - außer Tiernahrung -, und dass man sich irgendwann satt gelebt hat, an den immer gleichen lahmen Lampen, eingesessenen Sesseln, fiesen Fliesen und nahen Nachbarn ... Selbst die Küche steht ja immer noch an derselben Stelle. Mann, wie langweilig. Vielleicht spüren wir aber auch in solchen Momenten, dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt und dass dazu ein anderes Zuhause gehören soll.

Ich hatte dafür sogar ein bisschen gespart. Iiiiih ... Ja, ich weiß, so spießig wollte ich eigentlich niemals werden. Deswegen habe ich auch niemandem von meinen Überlegungen erzählt. Aber die Argumente, DIE ARGUMENTE, die einem die anderen immer um die Ohren hauen ... Na, Sie wissen schon: Man kann in den eigenen vier Wänden machen, was man will, die Musik so weit aufdrehen, bis das Trommelfell platzt, Erspartes vor der Inflation retten, für später vorsorgen, und so weiter und so weiter ...

Alles Quatsch! Den Lautstärkeregler drehe ich höchstens einmal im Jahr bis an die Schmerzgrenze, meine Nachbarn gehen oft nach mir schlafen, und das Ersparte, nun ja, so viel zu retten gibt es da nicht. Ähem. Das alles habe ich bei meinen Überlegungen damals aber irgendwie nicht berücksichtigt. Vielleicht war ich ja auch einfach nur neugierig und wollte in diese andere Welt der Groß- und Kleingrundbesitzer hineinblinzeln.

Wie dem auch sei. Ich machte mich also auf die Suche.

Als Erstes drückte ich mir die Nase an der digitalen Auslage platt und sah mir auf Immopfadfinder 576.de und ähnlichen Seiten all die schönen, irre teuren Sachen an. Na, leck mich am beheizten Pool ... Da gibt es vielleicht Paläste! Wer braucht denn so was? Wenn ich auf dem Weg zum Klo drei Mal umsteigen muss, komme ich doch immer zu spät. Und wie soll man bitteschön in vier Schlafzimmern übernachten? Muss man sich da den Wecker stellen und alle zwei Stunden Decke und Kissen raffen und ins nächste weiterziehen? Und muss man die goldenen Wasserhähne nachts abschrauben und in den Safe packen?

Schnell habe ich aber gemerkt, dass eben nicht alles Gold ist, was glänzt, und dass die Leute einem schon mal gern eine Garage für eine Villa vormachen. Hier wird geschönt, geschummelt und geschniegelt, was innen drin zusammenfällt.

Da wird dank Photoshop die an allen Ecken und Enden leckende Bruchbude mal eben schnell zum Taj Mahal. Da steht der saftig grüne Ficus vom Bobi-Baumarkt plötzlich vor der gesprungenen Glasterrassentür von Zahnarzt Winkler. Und die Mona Lisa ist von Frau Krämer kurzerhand aus dem Pariser Louvre geborgt worden, um ganz unschuldig den Schimmelfleck über der Essecke zu kaschieren.

Manchmal aber, wenn die müffelnde Ranzigkeit eines Objekts zu offensichtlich wird, nützt selbst die beste Schönfummelei nichts mehr. Und dann benebelt den Leser eine dermaßen aberwitzige, schwülstige, gehirnwaschende Objektbeschreibung, dass ich mich fragen musste, ob die Immobilienfuzzis und -fuzzines ihren eigenen Text überhaupt gelesen oder aus Versehen die Fotos vertauscht haben:

"Leben und arbeiten im Grünen. Stilvoll und gesund.

Beeindruckendes Designobjekt in traumhafter Waldrandlage mit unverbaubarem Weitblick, individueller Architektur, schlappe 156 Fahrminuten bis zur Zivilisation. Exponierte Nordost- bzw. Südwestschieflage, klare Blickachsen nach überall. Herrliche, extrem lichtdurchflutete Räume, teils abgestufte Deckenhöhen.

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