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Schreibe 100 Mal: 'Ich darf nicht ...' Als Lehrer noch Schulmeister und Schüler Lausbuben waren von Golluch, Norbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2019
  • Verlag: riva Verlag
eBook (ePUB)
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Schreibe 100 Mal: 'Ich darf nicht ...'

Wie schön war doch Schule in der guten alten Zeit! Da standen die Kinder noch auf, wenn der Lehrer den Raum betrat, Strafaufgaben hatten ihren Namen verdient und an Wandertagen ging's im Frühtau zu Berge und nicht mit dem Bus nach Prag. Doch auch für Skurriles war reichlich Platz im Klassenzimmer: So wurde im Sportunterricht Handgranatenwerfen geübt, Schüler mussten Heizmaterial für die Klassenräume selbst mitbringen und alberne Streiche wie aus der 'Feuerzangenbowle' waren an der Tagesordnung. Dieses Buch wagt eine Zeitreise und erkundet - mal verwundert, mal voller Nostalgie - den Schulalltag von damals und heute. Norbert Golluch, geboren 1949, arbeitete zunächst als Grundschullehrer, bevor er sich - nach einigen Jahren als Verlagslektor und Redakteur einer Satire-Zeitschrift - als Autor selbstständig machte. Zu seinen zahlreichen Bestsellern gehört zum Beispiel 555 populäre Irrtümer. Norbert Golluch wohnt und arbeitet im Bergischen Land in der Nähe von Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 11.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745307481
    Verlag: riva Verlag
    Größe: 1081 kBytes
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Schreibe 100 Mal: 'Ich darf nicht ...'

1717, aber noch nicht ernst gemeint

Einführung der Schulpflicht - und wie es weiterging

Geh ich hin oder nicht? - Schulpflicht

Es war der preußische König Friedrich Wilhelm I., der im Jahr 1717 durch ein königliches Edikt bestimmte, dass jedermanns Kinder die Schule zu besuchen hätten. Andere Herrscher in anderen Ländern folgten ihm im Laufe der Zeit, aber es sollte noch bis ins 19. Jahrhundert dauern, bis diese von oben herab bestimmte Schulbesuchspflicht sich allgemein durchsetzte. Der regelmäßige Schulbesuch, wie wir ihn heute kennen, ist also eine Errungenschaft aus neuerer Zeit. Ganz so genau nahm man es aber nicht damit, denn besonders die Familien auf dem Lande waren auf ihre Kinder als Arbeitskräfte angewiesen. Deshalb mussten diese oft am frühen Morgen noch vor der Schule regelmäßige Arbeiten auf dem Bauernhof wie das Füttern der Tiere oder das Melken erledigen - erst dann machten sie sich auf den Schulweg. Wenn es zum Beispiel um Erntehilfe ging, ließ man Schule gleich komplett Schule sein. Auch die Kinder von Handwerkern verpassten manche Unterrichtsstunde. Durchgängige schulische Unterweisung war das Vorrecht der Kinder wohlhabender bürgerlicher Familien - die ländliche Jugend drängte ihre Eltern nicht unbedingt dazu, diesen Zustand zu ändern ...

Eine neuerliche Diskussion über die Schulpflicht kam 2019 auf, als internationale Schulschwänzer für die Rettung der Welt demonstrierten. Der Erfolg für das Weltklima hielt sich in Grenzen, aber viele Eltern und Großeltern hatten Verständnis für die Schulaussteiger, weil sie in ihrer Kindheit und Jugend Ähnliches angestellt hatten. Zu den Forderungen der engagierten Kids wäre anzumerken, dass sie eine wichtige Sache vergessen haben: Warum fährt wohl ein Mensch mit einem speziellen Führerschein den Schulbus und nicht der kleinste und jüngste Schüler?
1788

Das erste Abitur

Das erste Reifezeugnis - so die Schulgeschichte - wurde 1788 in Preußen ausgestellt. Es galt als ein Beleg für die Eignung zu einem Universitätsstudium, und das unabhängig von Herkunft, Besitzstand und sozialem Status des Schülers. Das war für die damalige Zeit neu. Anders als heute erhielt ein Schüler dieses Zeugnis nicht automatisch, sondern bei Bedarf auf Nachfrage und gegen eine zu zahlende Gebühr. Noten für die Leistungen in den durchlaufenen Schuljahren enthielt es nicht.
18. und 19. Jahrhundert

Unterrichtsvorbereitung: vielfältige Aufgaben

Während heute ein Lehrer für eine Unterrichtsstunde nur einen einzigen Themenbereich vorbereiten muss, standen die Lehrer in der Dorfschule der Vergangenheit vor dem Problem, dass ja Schüler aller Klassenstufen in einem Raum saßen.

Zunächst einmal war es seine Aufgabe, überhaupt für Umstände zu sorgen, in denen Unterricht stattfinden konnte. Zu diesem Zweck wirkten die geforderten Pädagogen allgemein-erzieherisch mit folgenden Merksätzen auf ihre Schüler ein, um halbwegs die Oberhand zu behalten:

Frisch gewaschen und gekämmt,

Hals, Gesicht und auch die Händ,

willst du dir dein Näslein putzen,

darfst du nicht den Ärmel nutzen

und ein reines Taschentüchlein

darf auch nicht vergessen sein.

Darüber hinaus ging es um den Inhalt des Unterrichts: Der Pädagoge musste passende Aufgaben für jedes Kind und jede Altersstufe bereithalten, durchaus ein anspruchsvolles Problem - das aber mit der Zeit immer kleiner wurde, weil der Lehrer jedes Jahr wieder den gleichen Stoff aus seinem Gedächtnis hervorkramte. Die Schüler allerdings profitierten von dem vielfältigen Angebot, denn besonders die intelligenteren unter ihnen sahen sich schon einmal mit dem Stoff des nächsten Jahres konfrontiert - und lernten einfach mit, was für die älteren Jahrgänge bestimmt war. Unterforderung war in diesem Klassenverbund kein Problem. Bei Überforderung der jungen konnten die älteren Sch

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