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Sehr gerne, Mama, du Arschbombe Tiefenentspannt durch die Kinderjahre von Cammarata, Patricia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sehr gerne, Mama, du Arschbombe

Bastelmuttihölle, Erledigungen, die vier Stunden mit Kind statt eine Stunde ohne dauern, die Fensterbank voller Raupenkacke und das Wort 'Arschbombe' 100-mal am Tag - das Leben mit Kindern kann ganz schön anstrengend oder nervig sein. Wie man trotz allem den Humor nicht verliert und eine entspannte Haltung im Leben mit Kindern behält, verrät Patricia Cammarata warmherzig mit viel Selbstironie in diesem Buch. Patricia Cammarata ist laut Lohnsteuerkarte die Mutter von 2,5 Kindern. Sie ist 1975 geboren, lebt und arbeitet als IT-Projektleiterin in Berlin, was sehr gut zu ihrem Psychologie-Diplom passt. Von ihrer sizilianischen Großmutter erbte sie ihre blühende Fantasie, die sie früh zum Geschichtenerzählen gebracht hat. Seit 2004 führt sie ein Blog, wo sie über alles schreibt, was sie bewegt. Seit einigen Jahren ist ihre Familie ein großes Thema. Vor ihren Kindern hat sie sich oft gelangweilt. Das ist jetzt zum Glück vorbei.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 13.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732515257
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 5998 kBytes
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Sehr gerne, Mama, du Arschbombe

Familienalltag ist ein bisschen anders, als man denkt

Schau mir in die gelben Augen, Kleines

Die menschliche Blase kann je nach Körpergröße zwischen 600 und 1500 ml Flüssigkeit halten, bevor ein starkes Bedürfnis entsteht, sie zu leeren. Sollte man diesem Drang nicht nachgeben, riskiert man einen Riss der Harnblase. Jeden Morgen, wenn ich aufwache, muss ich an Tycho Brahe denken. Tycho Brahe war ein dänischer Adeliger und einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit. Am 13. Oktober 1601 war er zu Gast bei Kaiser Rudolf II . Die Etikette verlangte, dass man sitzen bliebe, solange der Kaiser sitzen bleibt. Rudolf II . war 23 cm größer als Tycho Brahe. Seine Harnblase konnte deswegen vermutlich 230 ml mehr Urin fassen. Brahe fügte sich den Konventionen, stand trotz starken Harndrangs nicht auf und erlitt einen Blasenriss. Er verstarb zehn Tage später unter großen Schmerzen, weil sich der Riss entzündet hatte, an einer Blutvergiftung.

Ich denke jeden Tag an Tycho Brahe, weil ich jeden Tag wie ein kleines Uhrwerk um Punkt 5.20 Uhr erwache und meine Blase wie bei Frau Holle ruft: "Leere mich! Leere mich! Ich bin schon voll!" Na und?, könnte man jetzt denken, dann geh doch auf Toilette. Doch leider liegt um diese Zeit mindestens eines unserer Kinder bei uns quer im ehelichen Bett. Und dieses Kind hat, wie alle anderen Kinder dieser Welt auch, ein ausgeklügeltes Bewegungsmeldungssystem. Dazu steckt es die Füße unter den Nacken des Vaters und legt seinen Kopf auf meinen Kopf. Sobald ich mich auch nur einen Millimeter bewege, setzt es sich aufrecht ins Bett und fragt hellwach: "Ist jetzt Aufstehenszeit?" Zumindest am Wochenende möchte ich aber nicht um 5.20 Uhr aufstehen und Frühstück machen. Deswegen habe ich eine Technik entwickelt, die Bettdecke mit den Füßen so zu falten, dass sie ungefähr den Ausmaßen meines Körpers entspricht. Ich schiebe sie ganz langsam Zentimeter um Zentimeter Richtung Kopf. Dann tausche ich Kopf gegen Deckenknödel aus und ziehe meinen Restleib langsam Richtung Bettende weg. Ich fließe dabei über die Bettkante wie diese zerfließenden Uhren auf Salvador Dalís Bild Die Beständigkeit der Erinnerung . In acht von zehn Fällen bin ich erfolgreich. Doch das Kind im Bett ist nur die erste Hürde.Zwischen Bett und Toilette liegt leider das Kinderzimmer, wo weitere geräuschempfindliche Kinder schlummern. Wir haben dort Holzboden, und genau vor dem Kinderbett ist eine Diele locker, die knarzt, wenn man auf sie tritt. Man könnte die Stelle mit einem großen Sprung überwinden. Allerdings ist das Springen weder den Nachbarn zuzumuten, noch könnte ich so leise aufkommen, dass das Kind im Zimmer nicht erwacht. Also lege ich mich auf den Bauch und ziehe mich mit den Armen leise am Kinderbett vorbei. Lediglich das Überwinden der Türschwelle vom Kinderzimmer zum Flur ist etwas schmerzhaft (vor allem mit prall gefüllter Blase). Wenn alles gut läuft, erreiche ich um 5.40 Uhr das Badezimmer. Ich schließe leise die Tür, versuche sehr leise und langsam meine Blase zu entleeren und spüle.Wenn ich mich dann umdrehe, um mir die Hände zu waschen, stolpere ich meist über zwei Kinder, die in der Zwischenzeit doch aufgestanden und mir lautlos in die sanitären Anlagen gefolgt sind. Die Uhr zeigt 5.50 Uhr. Alle Hoffnung auszuschlafen ist zerbrochen.

Alternativ kann ich natürlich mit gefüllter Blase im Bett liegen bleiben und weiter an Tycho Brahe denken. Spätestens um 5.56 Uhr ist meine Angst vor einer Blasenruptur aber so groß, dass ich doch aufstehe.

So oder so. Spätestens 6 Uhr sind alle wach.
Der große Teigrausch

Kind 3 ist noch im Kindergarten, und trotzdem hatte es neulich bereits seinen ersten Rausch.

Im Auftrag von Kind 2 haben wir Kuchen gebacken. Nicht so was Gesundes, lautete die Anweisung. In der Schule gab es nämlich nur gesunde Kuchen. Das wurde mal auf einem Elternabend beschlossen, und ob das den Kinde

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