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Sie werden lachen, es ist ernst Eine humorvolle Bilanz unseres Jahrhunderts aus Österreich. von Markus, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.08.2014
  • Verlag: Amalthea
eBook (ePUB)
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Sie werden lachen, es ist ernst

'Wenn der Kaiser noch gelebt hätte, hätten wir uns das nicht getraut', sagte Karl Renner nach Ausrufung der Republik Österreich im Jahre 1918. Dieses Buch dokumentiert die wichtigsten Stationen unseres Jahrhunderts anhand von Pointen, Kabarett-Zitaten, politischen Witzen und Anekdoten. Man erfährt Amüsantes über alle historischen Ereignisse von 1900 bis 1999. Und über die Großen des Jahrhunderts von Kaiser Franz Joseph über Dollfuß, Schuschnigg, Figl, Raab, Kreisky, Vranitzky und Klima bis Klestil. Georg Markus erzählt Österreichs Geschichte auf ebenso informative wie unterhaltsame Weise. Die köstlichen Kommentare zum Zeitgeschehen stammen von Karl Farkas, Alfred Polgar, Anton Kuh, Roda Roda, Friedrich Torberg, Helmut Qualtinger u. v. a. Sie werden lachen - obwohl es oft sehr ernst war.

Georg Markus, einer der erfolgreichsten Schriftsteller und Zeitungskolumnisten Österreichs, lebt in Wien, wo er sich als Autor von Sachbüchern und großer Biografien einen Namen machte. Seine Bücher Unter uns gesagt, Die Enkel der Tante Jolesch, Adressen mit Geschichte, Die Hörbigers und Was uns geblieben ist führten monatelang die Bestsellerlisten an. In seiner Kolumne Geschichten mit Geschichte schreibt er historische Berichte für die Zeitung Kurier, von März 2000 bis März 2008 gestaltete und moderierte er im RadioKulturhaus des ORF die Ö1-Sendreihe Das war's, Erinnerungen an das 20. Jahrhundert. Aufsehen erregte Georg Markus, als er 1992 den Grabraub der Mary Vetsera aufdeckte, nachdem das Skelett der Geliebten des Kronprinzen Rudolf bei Nacht und Nebel aus ihrer Gruft in Heiligenkreuz bei Wien entwendet worden war. Weltweite Beachtung fand auch seine im März 2009 im Kurier erschienene Artikelserie, in der er zum ersten Mal über den unehelichen Sohn John F. Kennedys mit einer gebürtigen Österreicherin berichtete. Mutter und Sohn leben heute in den USA. Hunderte Zeitungen und TV-Sender in aller Welt übernahmen den Exklusivbericht von Georg Markus. Georg Markus ist Mitglied des P.E.N.-Clubs und des Österreichischen Schriftstellerverbandes. Die Bücher von ihm wurden u. a. ins Englische, Französische, Spanische, Ungarische, Polnische, Tschechische und Japanische übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 339
    Erscheinungsdatum: 14.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902998491
    Verlag: Amalthea
    Größe: 995kBytes
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Sie werden lachen, es ist ernst

HIER DÜRFEN NUR DIE TOTEN LEBEN

Die Jahrhundertwende

NUR LEUTNANTS SIND UNTREU

1900 beginnt mit einer neuen Währung

1. Jänner 1900. Schon der Beginn ist sehr österreichisch. Obwohl vor acht Jahren beschlossen wurde, daß mit dem ersten Tag des neuen Jahrhunderts die Krone den Gulden als neue Währung ablösen wird, will die Bevölkerung auch nach einer so langen Gewöhnungsfrist die neuen Münzen und Scheine nicht und nicht akzeptieren. Das Nörgeln hilft nichts: Krone und Heller sind ab nun das ausschließliche Zahlungsmittel in der k. u. k. Donaumonarchie. Folgerichtig ist in Innsbruck eine amtliche Verlautbarung mit diesem Wortlaut affichiert: "Es ist ab sofort verboten, anders als nach Kronen und Hellern zu rechnen. Zuwiderhandeln wird mit fünf Gulden bestraft."

Sigmund Freud veröffentlicht Die Traumdeutung , die seine berühmteste Lehre begründen wird. Karl Kraus kann sich mit ihr nicht anfreunden: "Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält."

Eigentlich sollte des Kaisers Thronfolger Franz Ferdinand eine Tochter der Erzherzogin Isabella heiraten, doch er verliebt sich in deren Hofdame Gräfin Sophie Chotek, die er am 1. Juli 1900 zum Traualtar führt. Das neue Jahrhundert beschert den Österreichern mit der Kronen Zeitung ein neues, bald überaus populäres Blatt. Erstmals geigen die Wiener Symphoniker auf. Und auf dem Opernring wird das Goethe-Denkmal enthüllt. "Paradox ist", sagt man in Wien, "wenn das Goethe-Denkmal durch die Bäume schillert ."

Neben dümmlichen Backfischen, Schnorrern und Gigerln zählen am Beginn des Jahrhunderts die jungen Offiziere zu den beliebtesten Objekten der Witzblätter. Die feschen Leutnants gelten als Parade-Liebhaber, und daher ist dieser Scherz aus der satirischen Zeitschrift Die Bombe sehr typisch:

"Schweigen Sie, Herr Leutnant", empört sich das Dienstmädchen, "Ihre Liebesbeteuerungen sind wie die aller Herren Leutnants – flatterhaft, falsch und treulos."

"Entschuldigen Sie, liebes Fräulein", entgegnet der fesche Offizier, "ich bin heute zum Hauptmann avanciert!"

"Hauptmann sind Sie? Das is' was anderes. Von treulosen Hauptleuten hab' ich noch nie was gehört!"
"SCHNITZLER IST EIN GENIE"

... und verliert 1901 seine Offizierscharge

Erzherzogin Elisabeth, die Tochter Kronprinz Rudolfs, feiert Verlobung mit Otto Prinz Windischgrätz. Auf dem Wiener Zentralfriedhof wird ein Denkmal des vor zwei Jahren verstorbenen Walzerkönigs Johann Strauß enthüllt. Und dessen jüngerer Bruder Eduard gibt seinen Rücktritt als Hofballmusikdirektor bekannt.

Direktor Gustav Mahler holt den Tenor Leo Slezak und den Dirigenten Bruno Walter an die Hofoper. Die Tatsache, daß Bruno Walter gerade erst seinen Familiennamen Schlesinger abgelegt hat, veranlaßt dessen Kollegen Franz Schalk, ihn boshaft als "Herr Schlesinger von der Vogelweide" zu begrüßen.

Die Stücke Johann Nestroys werden aus Anlaß seines 100. Geburtstags wiederentdeckt. Lumpacivagabundus feiert am Burgtheater eine fulminante Premiere – getreu der Nestroy-Devise: "Eine gute Bühne ist nämlich die, wo in jeder Loge ein Millionär und auf jedem Fauteuil ein Kapitalist sitzt."

Arthur Schnitzler v

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