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Treckerfahrer dürfen das! Mit Oldie-Trecker Brunhilde bei spannenden Events, schrägen Abenteuern und kreativen Schraubern von Tietzer, Sven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Treckerfahrer dürfen das!

Auf die Trecker, fertig, los!
Wenn sich Moderator Sven Tietzer auf den Sitz seines kultigen Oldie-Treckers "Brunhilde" schwingt, ist es wieder so weit: Unterhaltsame Abenteuer und inspirierende Begegnungen erwarten die Trecker-Enthusiasten im TV, bei Facebook und Instagram. Erstmals gibt es nun zu den schönsten Geschichten aus der NDR-Sendung "Treckerfahrer dürfen das!" ein Buch: Mit tollen Fotos und vielen Einblicken hinter die Kulissen. Als Bonus bietet es tolle Schrauber-Tipps von Dr. Trecker und Infos zu bundesweiten Trecker-Events und Ausflugstipps.
Ein Buch, das die Herzen von Trecker- und Oldtimerfans höher schlagen lässt!

Sven Tietzer, Jahrgang 1975, ist ein mehrfach ausgezeichneter Fernseh- und Radiomoderator. Er ist bekannt für seine unterhaltsame Experimentierfreude und spontane, lockere Art sowie seine große Vorliebe für alte Fahrzeuge. Sven Tietzer ist Vater von zwei Töchtern und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Goslar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 14.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641264550
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 60557
    Größe: 97588 kBytes
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Treckerfahrer dürfen das!

Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer« - das war in den 70ern und 80ern einer der bekanntesten Werbeslogans. Freiheit und Abenteuer, ja irgendwie hatte ich das als Dorfkind auch. Und noch immer habe ich Gerüche von damals in der Nase. Etwa den eines alten Treckers nach Öl, Diesel und Fett. Oft genug habe ich die Bauern gefragt, ob ich eine Runde mitfahren darf, wenn sie auf dem Feld hinter dem Haus ihre Reihen zogen. Ganz ehrlich: Hätten meine Eltern einen Bauernhof gehabt, ich wäre Landwirt geworden. Stattdessen bin ich beim Fernsehen gelandet und dennoch ständig auf dem Land unterwegs - mit meiner roten Brunhilde, die auch so schön nach Öl, Diesel und Fett duftet. Ich mag das.

Heute tuckere ich mit ihr ins Ammerland. Genauer gesagt ins 15 Kilometer westlich von Oldenburg gelegene Jeddeloh. Denn dort gibt es den wahrscheinlich ungewöhnlichsten Schulbusservice Deutschlands. Wenn hier die Grundschule aus ist, steht ein halbes Dutzend Trecker vor der Tür, mit denen die Muttis und Vatis ihre Kinder in Empfang nehmen. Wie cool ist das denn? Damit angefangen hat Anke Fockenberg, Pflanzenhändlerin und stolze Besitzerin eines MAN-Schleppers aus dem Jahr 1958 - ein sogenannter Ackerdiesel. Die Frau muss ich kennenlernen, und will nicht unvorbereitet sein. Also schnell noch etwas frisch machen. Natürlich will ich keine Zeit verlieren. Zack, Kaugummi auf den Beifahrersitz, Emaillebecher drauf, damit er nicht runterfällt, warmes Wasser rein, Umhang überwerfen, mit Rasierpinsel einschäumen - oops, schön die Spur halten und die Straße nicht aus den Augen verlieren. So, Spiegel gezückt, schnell rasieren, abspülen, einparfümieren, fertig für Anke. Ausnahmsweise alles während der Fahrt - Treckerfahrer dürfen das!

Ich rolle auf den Hof, und da steht auch schon Ankes hellgrüner MAN-Schlepper abfahrbereit vor ihrer Haustür. Diesen Kinder-Shuttle-Trecker will ich gleich in Aktion sehen. »Mensch Sven, wie gut du duftest nach so einer Treckerfahrt«, sind Ankes erste Worte.

»Ja, danke. Tu ich immer!« Ähem, hüstel. Auf dem Weg zu ihrem Gefährt erklärt die blonde Anke ihre Treckerleidenschaft so: »Ich find's cool. Also das Ding fährt nur 19 km/h, und das entschleunigt. Man kann einfach nicht schneller, und weil der Alltag schon immer so schnell ist, ist es mal ganz cool, wenn man langsam MUSS und nicht schneller KANN.« Treffend formuliert, wie ich finde.

Mit dieser Entspanntheit hefte ich mich an Ankes Hinterreifen, um ihre drei Söhne abzuholen. Als wir nach zehn Minuten Fahrt an der Grundschule Jeddeloh ankommen, stehen dort tatsächlich schon zwei weitere Mütter samt Trecker, die auf ihre Kids warten. Als ich den beiden gerade Hallo sagen will, kommt ein alter Deutz um die Ecke geknattert. Darauf sitzt Marlies Backhus, und auch sie will - richtig - ihr Kind abholen.

Die Geschichten hinter den Schüler-Shuttle-Treckern sind jeweils sehr unterschiedlich. Bei Marlies muss der Deutz zum Beispiel noch richtig auf dem Hof ackern. Der Schlüter einer anderen Mama gehört eigentlich dem Schwiegervater, aber sie fährt ihn hauptsächlich. Mitten in unserem Gespräch kommt ein Fendt um die Ecke, diesmal mit einem Papa namens Ralf von Aschwege darauf. »Ja, in dem Alter geht das noch mit dem Abholen«, sagt er. »Ich habe meine Tochter in der fünften oder sechsten Klasse mal mit dem Trecker von der Bushaltestelle abgeholt, und das ging gar nicht. Papa, das ist ja so peinlich!«

Tja, aber heute ist das Abholen per Trecker ein Highlight für alle. Und schon kommen die Kinder aus der Schule gerannt. Ankes Jungs - Jargo, Vitus und Bero - schwingen sich sofort auf ihren Trecker. Jargo, der Älteste, sitzt am Steuer und erklärt mir erst mal, wie man den Ackerdiesel fährt. Alles klar, heute kann nichts mehr schiefgehen, denke ich. Es wird anders kommen, aber dazu später mehr.

Jargo startet den Schlepper, Mama Anke übernimmt dann aber doch. Von überall strömen nun die Ki

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