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Vorletzte Worte Teil 1 - 4 von Prokopetz, Joesi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2014
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Vorletzte Worte

Das neue Programm einer Kultfigur der österreichischen Kabarettszene

'Vorletzte Worte?' - 'Ja' -'Warum denn vorletzte?' - 'Das letzte Wort hat immer meine Frau.' Joesi Prokopetz spannt den Bogen von feuilletonistischen Betrachtungen über (vor-)letzte Worte, erschütternden Enthüllungen über Entfernung von Speiseresten aus Zahnersatz, das Leben als Pavian, das Verlorensein in Baumärkten, stellt sich und uns die Gewissensfrage: 'Sind Sie bestechlich?' Er fragt sich: 'Wo ist mein Hirn, wenn ich online bin?' und enttarnt Facebook als tumben, inneren Monolog der vernetzten Welt, erkennt Tracht als verfilzten Stoff der Heimat und verzweifelt am vergeblichen Warten auf Siegfried den Trachtentöter.
Vorletzte Worte sind nicht so heikel wie letzte. Und werden auch nicht überliefert. Nur Groucho Marx hat seine letzten Worte mit vorletzten angekündigt: 'Ich bin neugierig, was ich gleich sagen werden.' Da wussten alle, es kommt noch was.

Das neue Buch von Kultkabarettist Joesi Prokopetz begeistert mit scharfsichtigen Beobachtungen und hoch-amüsanten Anekdoten.

Joesi Prokopetz, 1952 in Wien geboren, hat mit 'Da Hofa' nicht nur Wolfgang Ambros, sondern auch den Austro-Pop erfunden. Danach kamen Hits wie 'Es lebe der Zentralfriedhof', 'Die Blume aus dem Gemeindebau', 'Hoit, do is a Spoit', 'Baba und foi net' und sehr viele mehr. Er textet unter anderem für Stefanie Werger und Wilfried. 1973 entstand die mittlerweile zum Kult avancierte Alpine Rocky Horror Show 'Der Watzmann ruft', für die Joesi Prokopetz alle Liedtexte geschrieben hat. Nach einer kurzen, aber intensiven Musikkarriere ist Joesi Prokopetz vor allem mit seinen Soloprogrammen auf der Kabarettbühne und als Schauspieler erfolgreich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 27.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902998439
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 1059 kBytes
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Vorletzte Worte

Wenn schon vorletzte Worte, dann muss man auch über das »täglich Gleiche« ein paar verlieren. Was nach einer längeren Zeit gelebten Lebens zuerst unangenehm auffällt und sich dann sukzessive bis zur Verzweiflung steigert, sind die täglich wiederkehrenden, gleichen Verrichtungen. Man wacht auf, Tag für Tag mit dem gleichen Gefühl, außer man ist krank. Aber selbst diese Abweichung von der letztlich tödlichen Routine ist noch entsetzlicher. Man wacht auf, sieht mehr oder weniger immer den gleichen Raum, in verschärften Fällen auch noch das gleiche Gesicht, riecht das Gleiche, steht auf, wankt - ja, ab einem gewissen Alter wankt man ins Badezimmer -, blickt schlafumflort in den Spiegel und sieht, dass man täglich hässlicher wird.

»Man muss erkennen, dass man ein Alter hat, in dem man sich eine Wedgwood-Vase oder etwas Ähnliches auf den Kopf stellen müsste, um etwas Angenehmes im Spiegel zu sehn.« (Max Goldt, »Ein Buch namens Zimbo«)

Dann wäscht man sich, putzt die Zähne, kleidet sich an und so weiter und so fort. Und alle Alltagsadministrationen werden sukzessive anstrengender: das Bücken, um die Schuhe zuzubinden, diese Masche machen zu müssen, wenn einem das Blut ungesund in den Kopf schießt und Atemnot Platz greift, einem schwindlig wird, man eigentlich ärztliche Betreuung brauchte und das ewig Gleiche ungleich schrecklicher ist als in jungen Jahren und das Banale immer unverschämter das Leben bestimmt. Ich habe zum Beispiel aufgehört, mich nach dem Duschen abzutrocknen, weil es mir aber so was von auf die Nerven geht und vor allem spätestens in den besten Jahren beginnt, mühsam zu werden. Ich dusche, ziehe mir einen Frotteebademantel an und lege mich eine halbe Stunde hin, bis ich trocken bin. Ist zwar auch immer das Gleiche, aber wenigstens unanstrengend. Heute, morgen, übermorgen - immer die gleichen Bewegungen und Handgriffe, die gleichen diffusen Gedanken, die sich mit den Jahren auf den zentralen Gedanken fokussieren: Das Leben ist sinnlos. Dann kommen gewisse Leute und sondern Entbehrliches ab, wie: »Ja, man muss eben mehr Leben in die Tage bringen, und nicht bloß Tage ins Leben.« »Lebe jeden Tag, als ob es dein letzter wäre.« Was wollen uns solche Trivialitäten selbst ernannter Lebensweisheitsscharlatane sagen?

Ich weiß es nicht.

Und sie wissen es auch nicht.

Sie sagen: »Sorge dich nicht, lebe!«

Und wenn man sie fragt: »Wie geht das?«, stellen sie weitere kühne Hypothesen auf, wie: »Das Leben ist schön.«

Blödsinn!

Der Mensch weint im Laufe seines Lebens eine Badewanne voll. Darum sind ja etwa 70 Prozent aller Lebewesen lieber Bakterien geblieben.

Was ist an dem schön, wenn man - was weiß ich - Hammer und Bildernägel aus dem Keller holen will, weil man ein Bild aufhängen möchte, die paar Stufen in den Keller hinuntergeht, und wenn man unten ist, vergessen hat, was man hier wollte, ratlos herumsteht und grübelt: Was wollte ich denn?

Und dann ordnet man die Weinflachen neu, wenn man schon da ist. Dass man nicht völlig umsonst in den Keller gegangen ist. Damit man wenigstens irgendwas tut und sich selber nicht für einen Idioten halten muss.

In den Wohnbereich zurückgekehrt, fällt der Blick auf das nicht aufgehängte Bild und man fragt sich: Wo hab ich nur den Hammer hingegeben, den ich vorher aus dem Keller geholt habe?

Man trägt das Bild in das Zimmer, wo man es hinhängen möchte, findet naturgemäß auch hier keinen Hammer, geht wieder in den Keller hinunter, um den Hammer zu holen, und ist verblüfft, dass die Weinflaschen neu geordnet sind.

Dann steht man mit dem Hammer in der Hand im Wohnzimmer und muss einige Zeit lang nachdenken: Was wollte ich denn mit dem Hammer? Ah ja, das Bild aufhängen. Wo ist denn dieses Bild, das war do

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