text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Willow - Eine Außerirdische in England von Rensch, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.10.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Willow - Eine Außerirdische in England

O mein Gott. Ich bin eine Frau. Neues Land, neuer Körper. Komisch, die Tiere auf diesem Planeten und ihre Geschlechter. Nun also England. Was für eine Nation! Was für eine Königin! Liebe! Dies sind meine Abenteuer als Prinzessin, Hooligan, Fish & Chips-Verkäuferin, Superfeministin und Sexgöttin! Nichts für zarte Gemüter, nur für Helden und Heldinnen! Stefan Rensch wurde 1978 von einem Gewitter überrascht. Seither liegen die Haare nicht mehr so schön. Donnerstags trinkt er gerne Rhabarbersaft. Aber das ist eine Lüge. Er möchte sich nur interessant machen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 28.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641230784
    Verlag: Heyne
    Serie: Willow 2
    Größe: 7854 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Willow - Eine Außerirdische in England

1. Januar

O mein Gott, wie sehe ich denn aus? Das darf doch nicht wahr sein. Wieso hat man mir denn nichts gesagt? Vorher. O mein Gott. Ich bin eine Frau.
2. Januar

Mein neues Apartment stammt aus dem Katalog Schöner Wohnen . Als Beispiel für ein Misslingen auf ganzer Linie. Warum? Warum nicht mal eine Wellness-Oase inmitten eines blühenden Zypressenhains? Warum nicht mal ein Bungalow mit Infinity-Pool oder eine Gründerzeitvilla mit Parklandschaft und Pferdestallungen? Gibt es doch. Alles schon gesehen. Im Fernsehen. Aber nein. Dunkles Bad mit grün-braunen 70er-Jahre-Fliesen, einfach verglaste Fenster, durch die der Wind in höchsten Tönen die Titelmelodie von Psycho pfeift, kunstlederne Sofagarnitur, die eine Zierde für jeden Sperrmüll wäre, und zu allem Übermut der Geruch von Mottenkugeln, die mit Vanille-Duftbäumen um die Lufthoheit konkurrieren. Glücklicherweise gibt es ein roséfarbenes Kissen, dessen bestickte Botschaft mein Herz berührt: Home Sweet Home.
3. Januar

Den ganzen Tag vor dem Spiegel verbracht und meinen neuen Körper betrachtet. Ich möchte es mal so formulieren: Hm.
4. Januar

Erster Ausflug! Meine Stadt hat keinen Fluss. Meine Stadt hat ein Meer! Liebe!
5. Januar

Meine neue Muttersprache klingt schöner als die deutsche. Melodischer, weicher, wärmer, lustiger. Bin verliebt und rede den ganzen Tag so vor mich hin.
6. Januar

Zweiter Ausflug. Brighton ist ganz anders als L. A. Mehr Schönes, mehr Hässliches. Mehr Armut, mehr Reichtum. Vor einer Bank haben Obdachlose ihre Zelte aufgeschlagen, sie wohnen dort und fragen höflich nach einer kleinen Spende, um mal wieder eine Nacht in einem Bed & Breakfast verbringen zu können. Duschen. Sie wollen unbedingt mal wieder duschen. Ich gebe ihnen das Geld, das ich in meinem Portemonnaie finde. Viel ist es nicht. Dann denke ich an Robin Hood, supi Geschichte, schaue in Richtung Bank und fühle mich gangsterlich. Ziehe den viskoselastigen Schal über Mund und Nase, die pinke Sonnenbrille auf und stoppe erst im letzten Moment, da ich ja noch gar keine Pistole habe. Mist.
7. Januar

Habe heute meine erste Nachbarin kennengelernt! Sie heißt Oakes, wohnt eine Etage tiefer, ist spindeldürr und huscht mehr, als dass sie geht. Wir dürften im gleichen Alter sein, Mitte zwanzig, wir werden bestimmt beste Freundinnen!
8. Januar

Habe mir all die Schminkutensilien im Bad angesehen und stehe vor einem Rätsel. Ich habe keine Ahnung, für was ich all diese Tuben, Töpfchen und Stifte brauche. Meine ersten Versuche sehen aus wie moderne Kunst. Teuer. Sehr, sehr teuer.
9. Januar

Husten.
10. Januar

Wieder Oakes im Treppenhaus getroffen. Sie trug drei Pullover und eine Strickjacke darüber und zitterte trotzdem. Fragte, ob es ihr nicht gut gehe, sie sagte aber nichts.
11. Januar

Besuche das erste Mal den Palace Pier . Sensationelles Vergnügungsdings. Fahre Autoscooter, Achterbahn und Pferdchen-Karussell, esse Donuts, trinke Milchshakes und gewinne eine Plüschkatze und einen Schlüsselanhänger. Liebe!
12. Januar

Auffällig: In meinem Viertel, in Kemptown, sind die Menschen viel bunter, merkwürdiger, ausgefallener, lauter, diverser und interessanter als in L. A. Auch, weil es hier eine große Szene gibt, die BLGT oder LGTB oder GTLB heißt, auf jeden Fall aber supicool ist.
13. Januar

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen