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Abarat Drei Romane in einem Band von Barker, Clive (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.04.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Abarat

In Chickentown, einer ländlichen Kleinstadt in Minnesota, hat Candy sich schon immer fehl am Platz gefühlt. Als sie sich dann auch noch mit ihrer Lehrerin überwirft, beschließt sie, der Schule und allem anderen den Rücken zu kehren. Dass ihr Weg sie allerdings nach Abarat führt, damit hat Candy nicht gerechnet. Trotz der sehr ungewöhlichen Bewohner, der guten Feen, bösen Zauberer und gefährlichen Seeungeheuer, scheint Candy die magische Insellandschaft Abarat merkwürdig vertraut. Doch nicht jeder freut sich über ihre Ankunft dort, und schon bald ist Candy auf der Flucht vor dem finsteren Fürsten der Mitternacht ... Clive Barker wurde 1952 in Liverpool geboren. Neben seinen zahlreichen Romanen, von denen u. a. 'Hellraiser', 'Candyman', 'Cabal' und 'Lord of Illusions' verfilmt wurden, hat er Kurzgeschichten und Drehbücher verfasst und als Illustrator, Regisseur, Filmproduzent und Computerspiel-Entwickler gearbeitet. Er gilt neben Stephen King und Dean Koontz als erfolgreichster Autor der fantastischen Literatur. Clive Barker lebt in Beverly Hills.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 22.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641134273
    Verlag: Heyne
    Größe: 2306 kBytes
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Abarat

D er Sturm zog von Südwesten auf wie ein Unhold, der sich auf blitzgezackten Beinen an seine Beute heranpirscht.

Der Wind, den er mitbrachte, war so faulig wie der Atem des Teufels selbst und er wühlte die friedliche Oberfläche des Meeres auf. Als das kleine rote Boot, das die drei Frauen für ihre gefahrvolle Reise gewählt hatten, den Schutz der Inseln verlassen und offenes Gewässer erreicht hatte, waren die Wellen schon steil wie Felsklippen aufgetürmt, acht, neun Meter hoch.

"Diesen Sturm hat jemand geschickt", sagte Joephi, die das Lyra genannte Boot nach besten Kräften zu steuern versuchte. Das Segel zitterte wie Laub im Orkan, wild hin und her schlagend, kaum noch zu beherrschen. "Ich schwöre dir, Diamanda, das ist kein natürlicher Sturm!"

Diamanda, die älteste der drei Frauen, saß in der Mitte des winzigen Gefährts. Sie hatte ihre dunkelblauen Gewänder zusammengerafft und die kostbare Ladung fest an den Busen gepresst.

"Wir wollen mal nicht hysterisch werden", sagte sie zu Joephi und Mespa. Sie wischte sich ein langes weißes Haar aus den Augen. "Niemand hat uns aus dem Palast von Bowers herausgehen sehen. Wir sind unbemerkt entwischt, da bin ich mir sicher."

"Warum dann dieser Sturm?", sagte Mespa, eine schwarze Frau, die für ihre Unverwüstlichkeit berühmt war, im Augenblick aber Gefahr zu laufen schien, vom Regen, der auf die Häupter der Frauen niederprasselte, hinweggeschwemmt zu werden.

"Warum seid ihr so überrascht, dass der Himmel sich beschwert?", sagte Diamanda. "Wussten wir denn nicht, dass die Welt von dem, was gerade geschehen ist, auf den Kopf gestellt wird?"

Joephi kämpfte fluchend mit dem Segel. Ihr weißes Gesicht bildete einen schroffen Kontrast zur Schwärze des kurz geschnittenen Haars.

"Ja, mussten wir nicht genau das alles von Anfang an erwarten?", fuhr Diamanda fort. "Ist es nicht vollkommen richtig, dass der Himmel in Fetzen gerissen wird und das Meer in Raserei gerät? Hätten wir es denn lieber, wenn die Welt gar keine Notiz nehmen würde?"

"Nein, nein, natürlich nicht", sagte Mespa, die sich am Rand des stampfenden Bootes festklammerte. "Mir wäre es nur lieber, wir würden nicht genau mittendrin stecken."

"Nun, das tun wir aber", sagte die alte Frau. "Und daran lässt sich nicht das Geringste ändern. Ich würde also vorschlagen, dass du deinen Magen zu Ende entleerst, Mespa ..."

"Er ist leer", sagte die von Übelkeit Geschlagene. "Nichts mehr da, was noch rauskommen könnte."

"... und dass du, Joephi, dich um das Segel kümmerst ..."

"O Göttin ...", murmelte Joephi. "Seht nur!"

"Was ist denn los?", sagte Diamanda.

Joephi zeigte hinauf zum Himmel.

Mehrere Sterne waren vom Firmament geschüttelt worden – große weiße Feuerklumpen, die durch die Wolken stießen und aufs Meer herunterfielen. Einer davon steuerte genau auf die Lyra zu.

"Runter!", schrie Joephi, packte Diamandas Gewänder von hinten und stieß die Alte von ihrem Sitz.

Diamanda ließ sich nicht gern berühren, schon gar nicht herumschubsen , wie sie es nannte

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