text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Am Abgrund der Unendlichkeit Roman von Perplies, Bernd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Am Abgrund der Unendlichkeit

Jenseits des galaktischen Domenaions existiert nichts als die Leere, ein Abgrund zwischen den Sternen, den die Völker des Weltenbunds seit jeher fürchten - zu recht, wie sich zeigt, als der Kontakt zu mehreren Randkolonien abbricht und ganze Sternsysteme von unheimlicher Schwärze verschlungen werden. Der Rat der Domänen entsendet sein bestes Schiff, die Lichtbringer, um sich dem Schrecken zu stellen. Doch das Schicksal der Galaxis soll in den Händen anderer ruhen: denen von Bendis Kahain und seiner fragwürdigen Truppe Raumretter. Bernd Perplies, geboren 1977 in Wiesbaden, studierte Filmwissenschaft und Germanistik in Mainz. Parallel zu einer Anstellung beim Deutschen Filminstitut, wandte er sich nach dem Studium dem Schreiben zu. Heute ist er ganz in die Welt der Bücher eingetaucht. Für sein Epos Imperium der Drachen wurde er 2015 mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Bernd Perplies lebt in der Nähe von Stuttgart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 365
    Erscheinungsdatum: 31.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556526
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Schwarze Welten
    Größe: 2015 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Am Abgrund der Unendlichkeit

Prolog

Tiefe Arjon, am äußersten Rand des Domenaions
Coana

Wenn man lange genug in den Abgrund schaut, wird einen der Abgrund verschlingen.

Davon war Coanas Erzeuger immer überzeugt gewesen. Naroan hatte das Leben eines zutiefst spirituellen Mannes geführt und viel über ihrer aller Platz im Universum nachgedacht. Mit seiner Spiritualität war jedoch nicht nur Erleuchtung einhergegangen, sondern auch Furcht - die Furcht vor der Leere, die jenseits der nur auf Karten existierenden Grenzen des Domenaions aufklaffte, jenes Sternenreichs, das im 27. Jahrtausend nach der Zeitrechnung der Orkanoiden am äußersten Rand der Galaxis lag. Wie so viele Gläubige hatte Naroan in dieser Leere einen Abgrund gesehen, eine unendliche Tiefe, aus der jedweder nur erdenkliche Schrecken emporsteigen konnte, um die Domänen des Lebens, welche die Atherier und die Sleen, die Menschen und die Floryll ihre Heimat nannten, zu verheeren. Diese Sorge hatte sich mit zunehmendem Alter in krankhafte Besessenheit gewandelt, und schließlich war Naroan aus Coanas Leben geflohen und hatte sein Heil in einem Kloster der Luminatoren gesucht, jenem Paladin-Orden, der vor vielen Generationen zum Schutz all der Verängstigten gegründet worden war. Seitdem saß Naroan dort wirr im Geiste in seiner Zelle und erwartete Unheil.

Coana hatte, zu ihrer eigenen Beruhigung, das besonnene Wesen und den analytischen Verstand ihrer Erzeugerin geerbt. Daher zog sie die Wissenschaft der Religion vor. Dennoch hatte auch sie im Laufe der Jahre die Faszination ergriffen, die so viele Bewohner des Domenaions überkam, wenn sie den Blick randwärts richteten, auf die sternenlose Unendlichkeit, die sich dort erstreckte. Sie ging an die Große Akademie in Usantalor auf ihrer Heimatwelt Atheria und studierte dort den Kosmos und seine Geheimnisse. Anschließend besuchte sie Einrichtungen des Wissens auf Norton, Shenavis und Belux, und für ein halbes Standard-Jahr lebte sie sogar unter den Orkanoiden, um von diesen wundersamen Geschöpfen zu lernen. Das war noch vor dem politischen Eklat gewesen, der vor zehn Standard-Jahren zwischen den riesigen Quallenwesen und diesen furchtbaren Barakkaranern aufgekommen war. Die Barakkaraner hatten unbedingt seltene Erze auf einem den Orkanoiden heiligen Wander-Asteroiden schürfen müssen. Seitdem hatten die uralten Bewohner der Zwillingsgasriesen Rauras und Navada jeden Kontakt mit den Völkern des Domenaions abgebrochen. Und keine Delegation von Reumütigen, zu denen zugegebenermaßen nie ein Barakkaraner gehört hatte, war imstande gewesen, sie davon zu überzeugen, diese Haltung wieder aufzugeben - ein unschätzbarer Verlust, wie Coana fand. Aber nach ihrer Meinung fragte ja niemand.

Nach ihrem Abschluss hatte Coana eine Weile im astrografischen Zentrum auf Raumstation 41 - die eN'iX hatten eine so prosaische Art, ihre Einrichtungen zu benennen - gearbeitet. Anschließend war sie hierhergekommen, auf die Außenrand-Forschungsstation Tiefe Arjon.

Die Station bestand im Wesentlichen aus einer gewaltigen Sensorphalanx, die sich fächerförmig in Richtung des Leerraums erstreckte. Ihre Aufgabe lag darin, zu ergründen, ob dort draußen mehr als bloß Nichts war. Selbstverständlich gab man dem Ganzen einen wissenschaftlichen Anstrich, aber Coana argwöhnte, dass die Station - ebenso wie ihre elf Geschwister entlang der Grenzen des Domenaions - nicht zuletzt dazu da war, die Bürger der Domänen besser schlafen zu lassen. Wenn es tatsächlich Schrecken gab, die aus dem Abgrund der Unendlichkeit emporsteigen konnten, dann waren es die Tiefe-Stationen, die sie als Erste bemerken würden.

Coana glaubte nicht daran, dass in der Leere etwas existierte. Es widersprach jeder wissenschaftlichen Logik. Jede Form von nennenswertem Leben benötigte Licht und Wärme, ganz gleich wie wenig, und beides gab es nur in Raumregionen, in denen Sterne leuchteten. Doch obwohl es im Abgrund - z

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen