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Apokalyptika - Gesamtausgabe von Williams, Tom K. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.12.2017
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Apokalyptika - Gesamtausgabe

Die komplette Gesamtausgabe der Science-Fiction Serie 'Apokalyptika' inklusive Akt I-VI! In einer von nuklearem Feuer verbrannten Welt leben die Menschen wie einst in primitiven Stammesgesellschaften, während das Wissen der Vorzeit im Überlebenskampf verloren ging. Die allgegenwärtige Strahlung - bekannt als böse Geister - fordert unzählige Leben. Auch der junge Stammesmann Tyr fällt ihr zum Opfer und muss um sein Leben und seinen Platz in der Sippe fürchten. Sollte er verbannt werden, droht ihm ein Leben in der verstrahlten Ödnis ..

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 643
    Erscheinungsdatum: 07.12.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955309855
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 11966 kBytes
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Apokalyptika - Gesamtausgabe

II. Die Jagd

Durch den frühen Tod ihres neuen Häuptlings und den vorhergehenden Kampf verunsichert, waren die Mitglieder der Sippe wenig auf das Schicksal ihres schwächsten Gliedes bedacht. Tyrs Leid trug nicht dazu bei, sie in Hoffnung schwelgen zu lassen und ihren Hunger zu mildern, also vermieden sie jeden Kontakt zu ihm, selbst in Gedanken und Worten. Es schien fast, als wollten sie ihn und die bösen Geister, die sich in seinen schmächtigen Leib gefressen hatten, einfach vergessen. Schließlich klangen ihnen Vergils Worte unvergänglich in den Ohren nach. Und keiner von ihnen wollte das grausame Los des kleinen Jungen teilen.

Dies galt freilich nicht für seine Mutter und den neuen Häuptling Balder, die treu an seinem Lager Wache hielten und ihm die Ungnade eines einsamen Todes ersparen wollten. Liebevoll hielten sie seine zitternden Hände, wischten ihm mit warmem Wasser die Stirn und träufelten ihm sanfte Worte ins Ohr. Die Frau, die von Tag zu Tag älter zu werden schien, wich selbst in der Nacht nicht von der Seite ihres letzten Verwandten auf Erden. Jeden Morgen, wenn Balder kam, um nach ihr und dem Jungen zu sehen, rechnete er damit, ihn leblos in den Armen seiner Mutter aufzufinden. Doch obwohl Tyr entsetzliche Schmerzen hatte, trat dieser Tag nie ein. Mit der Zeit ließen die Blutungen im Mund nach, Verdauung und Sehkraft regulierten sich wieder und selbst die schwarzen Flecken zogen sich zurück. Nur auf der Brust des Kindes hielt sich eines der Scheusale tapfer und hinterließ eine großflächige, entstellende Narbe.

Auch die Kräuterfrau wurde auf dieses Phänomen aufmerksam. Sie warf die Hände über dem faltigen Haupt zusammen und dankte den gnädigen Göttern, dass sie ihre Sippe mit solch einem Glück gesegnet hatten. Diese Worte jedoch stießen bei den anderen Bewohnern der Höhle auf strikte Ablehnung. Schließlich waren die Vorräte vollends zur Neige gegangen und einen kranken Jungen, der sich zugegebenermaßen tapfer ans Leben klammerte, durchzufüttern, wenn selbst die Gesunden durch den Mangel um ihre Zukunft bangten, erschien ihnen nicht schlüssig. Auch Balders aufopferungsvolle Pflege missfiel ihnen, da er als Sippenführer Aufgaben von größerer Bedeutung zu erfüllen gehabt hätte. Insgeheim tuschelten die Frauen, er täte dies nur, um bei der unglücklichen Sigyn Leidenschaft für sich zu wecken. Gerade dies wurde tatsächlich zum Hauptproblem, da Balder in seiner neuen Position ein heiß begehrter Junggeselle war.

Von alldem wusste Tyr zu seinem eigenen Glück kaum etwas, als er eines Morgens, gut zwei Monate nach dem schicksalsträchtigen Duell in der Haupthalle, mit klarem Verstand erwachte. Er fuhr sich mit seinen dünnen Fingerchen durch das schweißnasse Haar und überlegte fieberhaft, wie lange er geschlafen hatte. Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit konnte er wieder klare Gedanken fassen, der Alptraum aus Schmerzen schien sein unseliges Werk vollendet zu haben. Was nicht bedeutete, dass er sich nun von alldem erlöst fühlte. Im Gegenteil, er verspürte seinen Körper als Tollhaus, in dem eine ungezählte Meute von Raubtieren ein wüstes Schlachtfest feierte. Trotzdem war dies eine deutliche Verbesserung.

Als er seinen Blick durch die niedrige Höhle schweifen ließ, sah er in das Gesicht seiner Mutter, die nur wenige Meter von ihm entfernt auf dem Erdboden schlief. Sie war in ein dünnes Fell gewickelt, ihr Haupt lag auf einem Bündel Tücher. Ihr Atem flutete stoßweise den Raum und Tyr verspürte ein heimatliches Gefühl, als er ihrem leichten Schnarchen lauschte. Aufgrund des fehlenden Tageslichts wusste er zwar nicht, dass es gerade Morgen wurde, aber irgendwie musste seine innere Uhr die letzten Wochen heil überstanden haben. Er war sich sicher, dass auf der Oberfläche gerade ein neuer Tag anbrach.

Dass er damit recht behalten sollte, zeigte sich, als Balder sich in diesem Moment durch den Vorhang der Pforte zwängte und Tyr einen Blick auf ihn

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