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Artemis Roman von Weir, Andy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
11,99 €
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Artemis

Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer. Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst. Andy Weir war bereits im Alter von fünfzehn Jahren als Programmierer und später als Softwareentwickler für diverse Computerfirmen tätig, bevor er mit seinem Roman Der Marsianer einen internationalen Megabestseller landete. Seither widmet er sich ganz dem Schreiben und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit Physik, Mechanik und die Geschichte der bemannten Raumfahrt - Themen, die sich auch immer wieder in seinen Romanen finden. Sein Debüt Der Marsianer wurde von Starregisseur Ridley Scott brillant verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 05.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641224394
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Artemis
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Artemis

2

Armstrong ist beschissen. Es ist eine Schande, dass ein so erbärmlicher Teil der Stadt nach einem so tollen Typ benannt wurde.

Das Knirschen und Dröhnen der Maschinen drang durch die Wände der alten Korridore, durch die ich Trigger bugsierte. Obwohl die schweren Produktionsanlagen fünfzehn Stockwerke entfernt standen, leiteten die Wände den Lärm weiter. An der Lebenserhaltung bremste ich ab und parkte direkt vor der schweren Tür.

Die Lebenserhaltung war einer der wenigen Orte in der Stadt, wo es echte Sicherheitsmaßnahmen gab. Man wollte eben vermeiden, dass dort einfach jeder hineinspazierte. Um hineinzukommen, musste man das Gizmo über die Sensorfläche ziehen, aber ich stand natürlich nicht auf der Mitarbeiterliste. Deshalb musste ich draußen warten.

Der Lieferauftrag bezog sich auf ein Paket von rund hundert Kilogramm Gewicht. Das war kein Problem für mich. Ich kann doppelt so viel heben, ohne dass mir der Schweiß ausbricht. Das können nicht viele Mädchen auf der Erde von sich behaupten. Sie müssen natürlich auch die sechsfache Schwerkraft überwinden, aber das ist ihr Problem.

Abgesehen von der Masse verrieten mir die Auftragsdaten nicht viel. Keinerlei Informationen über den Inhalt oder das Ziel. Das würde mir der Kunde selbst mitteilen.

Die Lebenserhaltung von Artemis ist einzigartig in der Geschichte der Raumfahrt. Dort wird nicht etwa Kohlendioxid in Sauerstoff zurückverwandelt. Natürlich haben sie die nötige Ausrüstung, um so etwas zu tun, und genug Batterien, um es im Notfall monatelang durchzuhalten, aber sie bekommen einen viel billigeren und nahezu unbegrenzten Sauerstoffvorrat aus einer ganz anderen Quelle: von der Aluminiumhütte.

Im Schmelzofen von Sanchez Aluminium außerhalb der Stadt entsteht während der Erzverarbeitung auch Sauerstoff. Darum geht es in einer Erzhütte im Grunde: Man entfernt den Sauerstoff, um das reine Metall zu bekommen. Die meisten Menschen wissen es nicht, aber auf dem Mond gibt es eine geradezu lächerlich große Menge an Sauerstoff. Man braucht nur teuflisch viel Energie, um an ihn heranzukommen. Sanchez wirft als Abfallprodukt so viel Sauerstoff ab, dass sie nicht nur nebenbei Raketentreibstoff herstellen, sondern auch die Stadt mit Atemluft versorgen können und immer noch eine Menge Überschuss einfach ablassen müssen.

Also haben wir tatsächlich mehr Sauerstoff, als wir benötigen. Die Lebenserhaltung steuert den Zufluss und sorgt dafür, dass der Zustrom aus der Sanchez-Pipeline ungefährlich ist. Aus der verbrauchten Luft wird das CO 2 herausgefiltert, und sie regeln die Temperatur, den Druck und alle anderen Sachen, die dazugehören. Das CO 2 verkaufen sie an die Gunkfarmen, wo sie die Algen züchten, die wir essen. Es geht doch immer um die Wirtschaftlichkeit, nicht wahr?

"Hallo, Bashara", hörte ich hinter mir eine vertraute Stimme.

Mist.

Ich setzte mein allerfalschestes Lächeln auf und drehte mich um. "Rudy! Man hat mir nicht gesagt, dass du den Auftrag erteilt hast. Hätte ich das gewusst, dann wäre ich nicht gekommen."

Na gut, ich will nicht lügen. Rudy DuBois ist ein echt gut aussehender Mann. Zwei Meter groß und blond wie Hitlers feuchter Traum. Vor zehn Jahren hatte er bei der Royal Canadian Mounted Police aufgehört und war der Sicherheitschef von Artemis geworden, aber er trug die Uniform immer noch jeden Tag. Und sie stand ihm gut. Wirklich gut. Ich mochte den Mann nicht, aber ... Sie wissen schon ... wenn ich es tun könnte, und es hätte keine Konsequenzen ...

Jedenfalls verkörperte er das, was in der Stadt als Gesetz galt. Klar, jede Gesellschaft braucht Gesetze und Ordnungshüter. Aber Rudy gab sich dabei besonders dienstbeflissen

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