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Barrikaden Roman von Wallace, Jon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Barrikaden

Nach dem Ende der Menschheit
Die Ficials sind hochintelligente Überwesen, die einst erschaffen wurden, um unsere Welt zu optimieren. Doch dann kam der Krieg mit den Menschen dazwischen, der England in Schutt und Asche gelegt hat: Jetzt hausen in den Ruinen der großen Städte - belagert von den Menschenclans, die den Krieg überlebt haben - gigantische Ratten, gnadenlose Mutanten und die Ficials. Einer von ihnen ist Kenstibec, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, die anderen Ficials in seinem Taxi heimlich aus den Städten zu schmuggeln. Eine Tätigkeit, die ihn nicht nur von einem Abenteuer zum nächsten führt, sondern auch auf die Spur einer gewaltigen Verschwörung ...

Bevor er seinen Debütroman Barrikaden schrieb, veröffentlichte Jon Wallace bereits zahlreiche Science-Fiction und Fantasy-Stories in renommierten Magazinen und Anthologien wie Jupiter Science Fiction und Best British Fantasy. Jon Wallace ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 11.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641162580
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Barricade
    Größe: 798 kBytes
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Barrikaden

Ricks Garage

Rick konnte seine Luke einfach nicht sauber halten. Er kam nur selten nach draußen, deshalb lag sie immer unter einer frischen Schneedecke. Ich wusste, dass sie irgendwo im hinteren Teil des Supermarkts war, in der Nähe der Fleischtheke. Ich machte mich auf den Weg dorthin, stapfte durch die Schneeverwehungen, mein Atem war im Fackelschein zu erkennen.

Dann begann der Beschuss. Explosionen dröhnten vom Hafen her, es erwischte eine Mauer in meiner Nähe, und ich wurde auf den Rücken geworfen. Mein Kopf prallte gegen etwas Metallisches. Einen Augenblick lang war ich völlig benommen und starrte nach oben zu einem Riss im Dach. Dann drehte ich mich auf die Seite und stellte fest, dass ich auf der Luke lag. Ich schob den Schnee beiseite, fand den Klingelzug und zerrte mit aller Kraft daran.

Hinter dem Bullauge tauchte Regmiron auf. Er hielt inne und starrte mich durch das speziell gehärtete Glas forschend an. Mir kam das ziemlich unnötig vor angesichts der Situation. Der ganze Leith Walk erzitterte unter dem Artilleriebeschuss, und abgesehen davon kannte er mich.

Die Luke zischte und ging knirschend einige Zentimeter auf, bevor sie hängen blieb, weil der Mechanismus blockierte. Regmiron drückte von innen dagegen, bis genug Platz war, um hindurchzukriechen. Ein Schwall abgestandener Luft kam mir entgegen, während ich mit dem Kopf zuerst zweieinhalb Meter tief nach unten rutschte. Regmiron schloss hinter mir die Luke, indem er das Rad viermal herumdrehte, und kletterte hinab zu mir. Ich saß da und hielt mir den Kopf.

"Übler Tag heute, was?"

"Ziemlich übel", antwortete ich. "Wieso hast du gezögert, bevor du geöffnet hast? Gibt's neuerdings ein geheimes Passwort, das ich nicht kenne?"

Er schnaubte und horchte auf das Dröhnen der Explosionen.

"Dieses Land", sagte er und schüttelte den Kopf. Er ging den Bunkerkorridor entlang, ein zwei Meter dreizehn großes Muskelpaket im flackernden Licht der Notbeleuchtung. Ich rappelte mich auf und folgte ihm.

Rick saß im Vorraum hinter dem Rezeptionspult und schaute konzentriert auf einen tragbaren Fernseher. Ich spähte über seine Schulter. Er sah sich einen Real-Kanal an, einen von denen, wo nichts anderes läuft als Wiederholungen der Aufnahmen von Überwachungskameras aus der alten Welt. Die heutige Unterhaltungsshow zeigte Videoaufnahmen einer Bank. Ungefähr zwanzig Reale standen in einer ordentlichen Reihe hintereinander und warteten darauf, bedient zu werden. Es war völlig bedeutungslos und leer, aber aus irgendeinem Grund fanden diese Irren, die uns beschossen, es beruhigend.

Rick drehte sich um und lächelte.

Er sah genauso übel aus wie sonst. Er hatte so lange unter besonderen Bedingungen gearbeitet, dass er allmählich die Gestalt einer Gottesanbeterin angenommen hatte. Seine Haut war bleich, fettig und bräunlich, seine Haare geölt und zurückgekämmt. Er ging gebückt, weil er sein ganzes Leben unter Autos verbracht hatte, und hielt die Hände nach vorn gestreckt wie ein hungriges Raubtier seine Pfoten. Manche vermuteten, dass irgendwas an ihm defekt war, weil er nur dort unten herumwuselte. Aber niemand, dem sein Leben lieb war, verlor ein böses Wort über ihn. Das Wichtigste an ihm war, dass er zuverlässige und schnelle Autos produzierte. Er war der Einzige in Edinburgh, der noch wusste, wie das ging.

"Kenstibec", sagte er. "Pünktlich wie immer. Willst du es dir mal ansehen?"

"Deshalb bin ich ja hier."

"Genau. Komm mit. Er steht in der großen Arbeitsbucht. Letzte Nacht wurde ich damit fertig."

Er schob mich durch die Luke mit der Aufschrift WERKSTATT . Der Geruch von Benzin und Schweißbrennern kam mir entgegen, als ich den Zugang passierte, die Treppe nach unten stieg und das Stockwerk mit der Werkhalle erreichte.

Die Deckenlampen schafften es gerade so, den Raum zu erhellen, aber man konnte die Ausmaße der Werkstatt, die sich über knapp achthunder

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