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Dämmerung Xenogenesis-Trilgogie 1 - Roman von Butler, Octavia E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Dämmerung

Nach dem Ende der Welt

Nach einem verheerenden Atomkrieg ist die Erde unbewohnbar geworden - doch dank der außerirdischen Oankali konnten einige Menschen gerettet werden. Jahrhunderte später wird Lilith von den Aliens aus dem Kälteschlaf geholt. Die junge Frau ist von der Fremdartigkeit der Oankali, die Unmengen von Tentakel am ganzen Körper haben, zunächst abgestoßen. Ihre Retter haben jedoch die Erde wieder bewohnbar gemacht und wollen jetzt mit Liliths Hilfe die Menschen wieder dort ansiedeln. Aber das hat seinen Preis: Die rätselhaften Ooloi, das dritte Oankali-Geschlecht neben Mann und Frau, wollen Liliths Genmaterial, um einen Mensch-Oankali-Hybrid zu züchten. Die junge Frau muss sich entscheiden: Will sie ein Mensch bleiben - oder überleben?

Octavia Estelle Butler (22. Juni 1947-24. Februar 2006) kam in Pasadena, Kalifornien zur Welt. Ihr Vater starb, als sie noch ein Baby war, und sie wurde von ihrer Mutter und ihrer Großmutter in einem unruhigen Stadtviertel, in dem sowohl Weiße als auch Schwarze lebten, aufgezogen. Obwohl bei ihr als Kind Dyslexie festgestellt wurde, machte sie einen Abschluss am Pasadena City College und schrieb sich an der California State University in Los Angeles ein. Schon mit 12 Jahren verfasste sie erste Science-Fiction-Kurzgeschichten, und 1969/70 besuchte sie zwei Autoren-Workshops, bei denen sie unter anderem mit Harlan Ellison in Kontakt kam, der ihr half, 1976 ihren ersten Roman bei einem Verlag unterzubringen. In ihrem mehrfach mit dem Hugo- und dem Nebula-Award ausgezeichneten Werk geht es immer wieder um Gender-Fragen und kulturelle Identität. Sie lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod in Seattle, Washington.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 30.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641175276
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Dawn
    Größe: 508kBytes
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Dämmerung

1

Am Leben!

Noch immer am Leben.

Wieder am Leben.

Das Erwachen war mühsam, wie immer. Die höchste Enttäuschung. Es war ein Kampf, genug Luft zu holen, um die beklemmenden Empfindungen des Erstickens zu vertreiben. Lilith Iyapo lag keuchend da und zitterte von der Anstrengung ihrer Bemühung. Ihr Herz schlug zu schnell, zu laut. Sie rollte sich um es herum, fötal, hilflos. Die Blutzirkulation begann, in Schauern winziger, feiner Schmerzen in ihre Arme und Beine zurückzukehren.

Als sich ihr Körper beruhigte und an die Wiederbelebung gewöhnte, blickte sie sich um. Der Raum schien nur schwach erleuchtet, obschon sie noch nie zuvor im Dunkeln erwacht war. Sie korrigierte sich. Der Raum schien nicht nur dunkel, er war dunkel. Bei einem früheren Erwachen hatte sie beschlossen, dass Realität das war, was immer passierte, was immer sie wahrnahm. Ihr war der Gedanke gekommen - wie oft? -, dass sie vielleicht verrückt war oder unter Drogen stand, physisch krank oder verletzt war. Nichts davon spielte eine Rolle. Es konnte keine Rolle spielen, solange sie auf diese Weise eingesperrt war, hilflos, allein und im Unklaren gelassen wurde.

Sie setzte sich auf, schwankte benommen, dann drehte sie sich um und schaute sich den Rest des Raums an.

Die Wände waren hell - weiß oder grau, vielleicht. Das Bett war das gleiche wie immer: ein massives Podest, das bei der Berührung leicht nachgab und das aus dem Boden zu wachsen schien. Auf der anderen Seite des Raums war eine Türöffnung, die wahrscheinlich in ein Bad führte. Lilith bekam meistens ein Bad. Zweimal hatte sie keins gehabt, und in ihrer fensterlosen, türlosen Zelle war sie gezwungen gewesen, einfach eine Ecke zu wählen.

Sie ging zur Tür, spähte durch die einförmige Dunkelheit und vergewisserte sich, dass sie tatsächlich ein Bad hatte. Dies hier besaß nicht nur eine Toilette und ein Waschbecken, sondern auch eine Dusche. Luxus.

Was hatte sie sonst noch?

Sehr wenig. Da war ein weiteres Podest, vielleicht einen Fuß höher als das Bett. Man hätte es als Tisch benutzen können, obwohl es keinen Stuhl gab. Und es waren Dinge darauf. Lilith sah das Essen zuerst. Es war der übliche, geschmacklose Klumpen Getreideflocken oder Eintopf in einer essbaren Schüssel, die sich auflöste, wenn Lilith sie leerte und sie nicht aufaß.

Und da war etwas neben der Schüssel. Unfähig, es genau zu erkennen, berührte Lilith es.

Kleidung! Ein zusammengefalteter Haufen Kleidung. Sie raffte die Sachen auf, ließ sie in ihrem Eifer fallen, hob sie wieder auf und begann sie anzuziehen. Eine helle, schenkellange Jacke und eine lange, weite Hose, beides aus einem kühlen, ganz weichen Material, das sie an Seide erinnerte, obwohl sie nicht glaubte, dass es Seide war, ohne dass sie hätte sagen können, warum. Die Jacke war selbsthaftend und blieb zu, als Lilith sie schloss, ließ sich aber leicht öffnen, als sie die beiden Vorderstreifen auseinanderzog. Die Art und Weise, wie sie aufgingen, erinnerte Lilith an einen Klettverschluss, obwohl nichts dergleichen zu sehen war. Die Hose ließ sich auf die gleiche Weise schließen. Man hatte Lilith von ihrem ersten Erwachen bis jetzt keine Kleidung gegeben. Sie hatte darum gebettelt, doch ihre Fänger hatten sie ignoriert. Als sie jetzt angezogen war, fühlte sie sich sicherer als jemals zuvor in ihrer Gefangenschaft. Sie wusste, dass es eine trügerische Sicherheit war, aber sie hatte gelernt, jede Freude zu genießen, jede Aufbesserung ihrer Selbstachtung, die sie ergattern konnte.

Als sie die Jacke öffnete und schloss, berührte ihre Hand die lange Narbe quer über ihrem Bauch. Sie hatte sie irgendwie zwischen ihrem zweiten und dritten Erwachen bekommen, hatte sie ängstlich untersucht und sich gefragt, was man mit ihr gemacht hatte. Was hatte sie verloren oder dazubekommen, und warum? Und was würde man

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