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Das Fest von Aquesta Riyria 5 von Sullivan, Michael J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2016
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Das Fest von Aquesta

Der Erbe - in den Händen des Feindes. Die Hochzeit - eine tödliche Falle. Der Gegner - ein alter Bekannter. Beim Winterfest will das Neue Imperium seine ganze Macht und Grausamkeit zeigen, doch Hadrian und Royce haben vor, diese Pläne zu durchkreuzen. Mit den Feierlichkeiten will Saldur, der Regent des Neuen Imperiums, das Schicksal seiner Widersacher endgültig besiegeln: Arista, die Hexe von Melengar, und Degan Gaunt, der Erbe Novrons, sollen öffentlich hingerichtet werden. Um Arista und Gaunt zu retten, muss Hadrian am großen Turnier von Aquesta teilnehmen und einen Ritter töten. Royce hingegen jagt Merrick Marius, seinen größten Feind - und ältesten Freund. Gleichzeitig steht die Hochzeit der Imperatorin Modina an, der Höhepunkt der Feierlichkeiten, auf den schon bald ein tödlicher Unfall folgen wird ... Michael J. Sullivan, geboren 1961 in Detroit, begann mit acht Jahren seine ersten Geschichten zu schreiben. Er lebt heute als freier Autor mit seiner Frau und drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington D. C. Inzwischen ist sein Werk in 14 Sprachen übersetzt und wurde mit mehr als 100 Preisen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 380
    Erscheinungsdatum: 20.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608109399
    Verlag: Klett-Cotta
    Serie: Riyria 5
    Originaltitel: Wintertide
    Größe: 3251 kBytes
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Das Fest von Aquesta

2
In tiefer Finsternis

Jemand wimmerte.

Diesmal war es die Stimme eines Mannes, eine Stimme, die Arista schon gehört hatte. Alle brachen irgendwann in Tränen aus. Manche bekamen sogar hysterische Anfälle. Eine Frau hatte Schreikrämpfe bekommen, aber man hatte sie vor einiger Zeit weggebracht. Nicht freigelassen, da machte Arista sich keine Illusionen. Sie hatte gehört, wie man ihre Leiche über den Boden nach draußen geschleift hatte. Der wimmernde Mann hatte früher laut gerufen, war in den vergangenen Tagen jedoch nach und nach verstummt. Das Wimmern war kaum noch zu hören. Vor einiger Zeit hatte er noch gebetet. Zu Aristas Überraschung nicht um seine Rettung oder einen schnellen Tod, sondern ausschließlich für seine Geliebte. Er hatte Maribor wortreich angefleht, sie zu beschützen, doch hatte die Prinzessin den Namen der Frau nicht verstanden.

Im Dunkeln verlor man die Übersicht darüber, wie viel Zeit bereits vergangen war. Arista versuchte die Mahlzeiten zu zählen, aber ihrem Hunger nach zu schließen bekam sie weniger als einmal pro Tag etwas zu essen. Doch seit ihrer Festnahme mussten Wochen vergangen sein. In dieser Zeit hatte sie nichts von Gaunt gehört, obwohl sie ihn verschiedentlich gerufen hatte. Sie hatte seine Stimme bisher nur in jener Nacht gehört, in der sie und Hilfred vergeblich versucht hatten, ihn zu befreien.

Seitdem war sie in einer Zelle eingesperrt, deren einzige Einrichtung aus einem Eimer für ihre Notdurft und ein wenig Stroh auf dem Boden bestand. Die Zelle war so klein, dass Arista alle vier Wände gleichzeitig berühren konnte. Sie fühlte sich an wie ein Käfig oder ein Grab. Arista wusste, dass man Modina, das Mädchen, das früher Thrace geheißen hatte, in einer ähnlichen Zelle gefangen gehalten hatte, vielleicht sogar in derselben. Für Modina, die alles verloren hatte, was ihr wichtig war, musste es ein Albtraum gewesen sein, allein im Dunkeln zu sitzen, ohne zu wissen, warum. Sie hatte nicht gewusst, wo sie war und wie sie in die Zelle gekommen war, und darüber offenbar den Verstand verloren.

Arista dagegen wusste trotz ihres eigenen schweren Schicksals wenigstens, dass sie nicht allein war. Sobald ihr Bruder Alric von ihrem Verschwinden erfuhr, würde er alle Hebel in Bewegung setzen, um sie zu finden. Die beiden Geschwister waren einander in den Jahren nach dem Tod ihres Vaters immer näher gekommen. Alric war nicht mehr der privilegierte Junge und sie nicht mehr die eifersüchtige Schwester, die sich in ihr Turmzimmer zurückgezogen hatte. Sie stritten zwar noch gelegentlich, aber nichts würde Alric davon abhalten, sie zu suchen. Und die Pickerings würden ihm dabei helfen – ihre Familie im weiteren Sinn. Vielleicht engagierte er ja sogar Royce und Hadrian, die königlichen Protektoren, wie er sie liebevoll nannte. Lange brauchte sie hier jedenfalls nicht zu schmachten.

In Gedanken stellte sie sich Hadrians schiefes Lächeln vor. Sie spürte einen Stich in der Brust, aber das Bild ließ sie nicht mehr los. Bei der Erinnerung an den Klang seiner Stimme, die Berührung seiner Hand und die kleine Narbe an seinem Kinn wurde ihr ganz weh ums Herz. Es hatte Momente der Nähe zwischen ihnen gegeben, aber auf seiner Seite waren da natürlich nur Liebenswürdigkeit und Mitgefühl gewesen – Mitgefühl mit einem in Not geratenen Menschen. Für ihn war sie nur "die Prinzessin", seine Arbeitgeberin, ein Auftrag, eine hilfsbedürftige Adlige unter vielen.

Was für ein leeres Leben habe ich bisher geführt, wenn zwei meiner besten Freunde gegen Bezahlung für mich arbeiten.

Sie hätte so gern geglaubt, dass Hadrian in ihr etwas B

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