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Das Haus Zamis 14 - Ich, Michael Zamis von Voehl, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2013
  • Verlag: Zaubermond Verlag
eBook (ePUB)
4,99 €
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Das Haus Zamis 14 - Ich, Michael Zamis

Die Hexe Coco Zamis ist im Begriff, die Geheimnisse der Zamis-Sippe zu erfahren - wenn es ihr nur gelingt, die magisch versiegelte Biographie ihres Vaters zu entschlüsseln! Sie unternimmt einen ersten Versuch - und findet sich im Russland Anfang des 20. Jahrhunderts wieder, in der Gesellschaft Rasputins und des jungen Michael Zamis ... Der 14. Band von 'Das Haus Zamis'. 'Okkultismus, Historie und B-Movie-Charme - ?Dorian Hunter? und sein Spin-Off ?Das Haus Zamis? vermischen all das so schamlos ambitioniert wie kein anderer Vertreter deutschsprachiger pulp fiction.' Kai Meyer enthält die Romane: 41: 'Die Schöne und der Bibliograf' 42: 'Die Vampire des Zaren' 43: 'Die grüne Pest'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 01.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955722142
    Verlag: Zaubermond Verlag
    Größe: 517 kBytes
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Das Haus Zamis 14 - Ich, Michael Zamis

2. Kapitel

Gegenwart

"Ich wusste, dass ich dich hier finden würde, Coco."

Der dumpfe Bariton hinter mir riss mich aus meinen Gedanken. Noch völlig benommen von den Eindrücken, die bei der Lektüre der Dämonenvita meines Vaters auf mich eingeströmt waren, klappte ich das Buch zu und blinzelte mich zurück in die Realität.

Das schwarz behaarte Affenwesen mit Samtfrack, Spitzenhemd, seidenen Kniehosen und dem Dreispitz über den Segelohren wirkte auf mich noch immer wie ein Fremdkörper inmitten der unterirdischen Grotte, deren Wände von schwach phosphoreszierenden Pilzen und Schwämmen überwuchert waren. Dazwischen klafften mit Papierstapeln gefüllte Nischen, beinahe noch schwärzer als die wellenlose Oberfläche des Sees, an dessen Ufer ich mich auf einem Felsen niedergelassen hatte.

"Schon fertig mit der Arbeit?" Ich legte das Buch behutsam beiseite und warf einen Blick auf den festgetauten Nachen, in dem ich den Affen in seiner Funktion als Bibliograf zum ersten Mal gesehen hatte, fein säuberlich das notierend, was ihm die Seelen unzähliger verstorbener Literaten auf telepathischem Wege diktierten.

"Für heute habe ich mein Soll erfüllt." Er verstaute seine Schreibutensilien unter einem breiten Gürtel. "Gelüstet es dich noch nicht nach einer Mahlzeit?"

"Wie spät ist es denn?"

"Zu früh, um in Morpheus' Armen zu versinken, aber für ein Abendessen spät genug."

Abendessen? Hatte ich tatsächlich mehr als einen halben Tag hier verbracht, gedankenverloren in die Aufzeichnungen meines Vaters vertieft?

Dem Affenwesen blieb mein überraschter Gesichtsausdruck offenbar nicht verborgen. "Es muss eine sehr anregende Lektüre sein, die dich alles um dich herum vergessen lässt."

Ich drückte das Buch instinktiv an mich.

Der Affe entblößte zwei kräftige Zahnreihen. "Hab keine Angst, ich werde es dir nicht wegnehmen. Du kannst darin lesen, sooft und solange du es wünschst."

Und solange ich dir Gesellschaft leiste.

Noch immer hatte ich seine unheilschwangeren Worte im Ohr, die seit der listenreichen Vernichtung des Bibliothekars wie ein Damoklesschwert über mir schwebten: "Letztlich ist es doch ein Gewinn, statt eines kauzigen, alten Bibliothekars eine junge, bildschöne Bibliothekarin zu erhalten ..."

Das konnte ihm vielleicht so passen!

Der Affe machte einen Kratzfuß. "Ich habe mir erlaubt, ein abwechslungsreiches Menü vorzubereiten, das deiner würdig ist, holde Coco." Er streckte mir seine behaarte Pranke entgegen.

Nach anfänglichem Zögern ließ ich mir aufhelfen.

Auf dem Weg aus der Basaltgrotte nahm der Affe eine Fackel aus einer rostigen Halterung an der Mauer und ging gemessenen Schrittes voraus. Etwas in mir sträubte sich, als ich ihm notgedrungen folgte, aber einerseits wäre es unhöflich gewesen, seine Einladung auszuschlagen, andererseits knurrte mir wirklich der Magen.

Durch ein Wirrwarr von Gängen und Gewölben führte er mich zielsicher in einen Trakt des Schlosses, der mir gänzlich unbekannt vorkam. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass die dunklen, feucht schimmernden Mauern von unwirklichem Leben erfüllt waren und sich ständig zu verändern schienen.

Ein lebendes Labyrinth!

Um nichts anderes musste es sich hier handeln. Von außen hatte das Gemäuer zwar mächtig, aber nicht übermäßig groß auf mich gewirkt. Innen jedoch schien es die Ausmaße einer mittleren Kleinstadt zu erreichen.

Na, das konnte noch heiter werden. Ich hatte nicht die Absicht, das Schloss länger als nötig mit meiner Anwesenheit zu beehren, aber im Moment stand eine Flucht nicht zur Debatte.

Das Affenwesen hätte mich schneller eingefangen, als ich in der Lage gewesen wäre, das Hauptportal zu erreichen, das heißt, wenn ich es überhaupt gefunden hätte. Und auf meine Spezialität, den beschleunigten Zeitablauf, musste ich leider verzichten; das Schloss be

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