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Das Mädchen mit dem Flammenhaar Macht und Mächtige von Borgward, Janet (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Das Mädchen mit dem Flammenhaar

Für die 16-jährige Avery ist es nichts Besonderes, aus ihren Karten die Zukunft zu lesen. Ihr Misstrauen ist jedoch geweckt, als ihr Vater sie heimlich darum bittet, für ihn die Karten in einer politischen Frage zu legen. Als diese kurz darauf in einem wilden Strudel verwirbeln, ihrer Motive beraubt, glaubt Avery noch an Zufall. Doch nachdem auch Bilder die sie zeichnet plötzlich zum Leben erwachen, bekommt sie es mit der Angst zu tun, denn nun gerät sie ins Visier der Herren von Kandalar und ihres dunklen Lords Mahilo-Esch. Ist sie das Mädchen mit dem Flammenhaar, welches einer Sage zufolge das Spiel der Mächtigen dereinst wird beherrschen können? Avery muss um ihr Leben fürchten und flieht überstürzt in die Sümpfe Greenerdoors, doch fangen damit ihre Probleme erst richtig an. Janet Borgward, am 10.11.1963 in Düsseldorf geboren, schreibt unter ihrem Pseudonym. Bereits als Kind verfasste sie Kurzgeschichten, doch erschien 2014 errst ihr Debütroman 'Zorn des Engels', ein Krimi der im nordisch kalten Minneapolis spielt. Schon während dieses Buchprojektes reifte in Janet Borgward die Idee für einen Fantasyroman. Eine Begebenheit aus ihrer Kindheit gab den Ausschlag für den in 2016 erschienenen Roman 'Das Mädchen mit dem Flammenhaar - Macht und Mächtige'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 291
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738071429
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 962 kBytes
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Das Mädchen mit dem Flammenhaar

Die Herren von Kandalar

Das Mädchen mit dem Flammenhaar - Macht und Mächtige

"Was hier gefunden wird,

kann woanders auch gefunden werden.

Was hier nicht gefunden wird,

kann nirgends gefunden werden."

A us Mahabharata, 1. Buch

Der Warnton aus dem Horn der Späher ließ meine dreckverkrusteten Hände innehalten. Alarmiert reckte ich den Kopf empor, suchte mit zusammengekniffenen Augen den Horizont ab, um den Grund dafür auszumachen. Eine kleine, dunkle Wolke wurde in der Ferne sichtbar, doch versprach sie nicht den lang ersehnten Regen. Ein Reiterheer der Herren von Kandalar nahte. Wie Heuschrecken zogen sie übers Land, eine Spur der Verwüstung hinterlassend. Vornehmlich auf der Suche nach Büchern. Niemand durfte eines besitzen und wenn doch rollte sein Kopf - denn Wissen bedeutete Macht und sie waren die Mächtigen, uneingeschränkt. Dieses Gesetz existierte seit Generationen.

Die Herren von Kandalar trieben Steuern ein, viel mehr als die meisten unseres Clans in der Lage waren zu geben. Wer nicht zahlen konnte, verlor Frau oder Kinder an die Herren von Kandalar als Pfand, bis die Schuld beglichen war - keiner kehrte je zurück.

Im Laufschritt jagte ich über die staubigen Felder, sorgsam darauf bedacht, nicht die Setzlinge niederzutrampeln. Die Bewässerung des extrem trockenen Ackerlandes verlangte ohnehin besonderen Einfallsreichtum. Geregnet hatte es seit Monaten nicht mehr und die zunehmenden Sturmböen dörrten den Boden zusätzlich aus. Überhaupt war das Wetter kaum noch vorhersehbar. Während es in einigen Gebieten unaufhörlich regnete, wie die Händler zu berichten wussten, herrschte in der Region von Kandalar größten Teils Dürre. Ein Kometensplitter, der unseren Planeten vor über zehn Jahren gestreift hatte, so klein wie ein Weinfass jedoch mit der Wirkung eines Vulkanausbruchs. Danach begann sich die Natur zu wandeln. Doch die meisten gaben den Herren von Kandalar die Schuld daran, da man ihnen dunkle Kräfte nachsagte und es leichter war, ihnen sämtliches Unheil anzulasten.

"Wie viel Zeit bleibt uns?", fragte Miles, ein Junge in meinem Alter. Leichtfüßig lief er neben mir her. Mit seinen sechzehn Jahren und gut einem Meter neunzig Körpergröße galt er fast schon als Mann. Sein durch die Arbeit auf dem Feld gestählter Brustkorb glänzte vor Schweiß, das um die Hüften geschlungene Hemd flatterte wie eine Fahne im Wind.

"Keine Ahnung, lauf einfach!"

"Wer zuerst am Gemeindehaus ist", stieß er aus und sprintete davon.

Trotz der angespannten Situation stahl sich ein Lächeln auf meine Lippen. Miles schaffte es immer wieder, mich zum Lachen zu bringen. Wir waren wie Geschwister. Unter uns herrschte ein Einverständnis, auch ohne Worte.

"Wenn du weiter so trödelst, werden sie dich mit auf die Burg nehmen."

Sein brauner Haarschopf wirbelte kurz herum, gefolgt von einem jungenhaften Lachen. Mein Ehrgeiz war geweckt. Natürlich wollte ich Miles einholen.

Ganz Gullorway war inzwischen auf den Beinen. Die Männer des Ältestenrates, denen auch mein Vater angehörte, trieben uns an.

"Beeilt euch. Alle ins Gemeindehaus und wartet dort auf eure Anweisungen", feuerte mein Vater uns mit vor Anstrengung rotem Kopf an.

"Mit Mistgabeln gegen eine Reiterschar des Schreckens, aus deren Waffen Flammen und Blitze schießen", stieß Miles atemlos hervor, als wir vor dem Gemeindehaus zum Halten kamen. "Ist doch sinnlos."

"Avery könnte uns ja ein paar Wunderwaffen zeichnen, aber sie malt ja lieber Blümchen und Kräuter", stichelte meine ältere Schwester Charise. Sie war achtzehn und wurde nie müde mich spüren zu lassen, wie erwachsen sie schon war. Sie klopfte sich die Handflächen an ihrer sauberen Hose ab, als wären diese Hände je mit Dreck in Berührung gekommen. Nicht eine Schweißperle glänzte auf ihrer makellosen Alabasterhaut.

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