text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das scharlachrote Evangelium von Barker, Clive (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2015
  • Verlag: Festa Verlag
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das scharlachrote Evangelium

Eine Welt voller Blut und Schrecken - das Evangelium nach Clive Barker ist scharlachrot. Zwei Kultfiguren des Horrorgenres liefern sich den ultimativen Kampf. Harry D'Amour, der Detektiv des Übersinnlichen, stellt sich Pinhead, dem Priester der Hölle. Die letzten sechs Magier der Erde sind vor Angst erstarrt: Ein Priester aus dem Orden der Zenobiten tötet einen nach dem anderen von ihnen. Pinhead ist sein Name, und aus ihren Leichen stiehlt Pinhead alles Wissen, um seine eigenen dämonischen Kräfte zu stärken ... Harry D'Amour ahnt davon nichts, als er das Haus eines Verstorbenen betritt, um dessen ruheloser Seele Frieden zu geben. Doch dann öffnet sich durch die Magie eines dämonischen Würfels ein Riss zwischen dem Totenreich und der realen Welt und Harry erblickt Pinhead - und der kämpft gegen den Satan persönlich! Die Fans von Clive Barker halten den Atem an. Nach vielen Jahren wurde ihr Betteln erhört: Pinhead öffnet die Pforte zu den Zenobiten und zieht Harry D'Amour an Ketten in die Hölle. HIER und HIER die Ankündigung auf der US-Website von Clive Barker. Stephen King: "Clive Barker hat der modernen amerikanischen Literatur ein neues Gesicht gegeben. Lesen Sie ihn." Quentin Tarantino: "Clive Barker ist der große Visionär unserer Zeit."

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 04.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865523808
    Verlag: Festa Verlag
    Originaltitel: The scarlet gospels
    Größe: 824 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das scharlachrote Evangelium

1

Vor über zwei Jahrzehnten war Harry D'Amour in New Orleans 23 Jahre alt geworden, betrunken wie ein Feudalherr in der Bourbon Street. Nun hielt er sich erneut in dieser Stadt auf, der die Hurrikane und die Gier der Menschen schreckliche Wunden zugefügt hatten, die sie aber alle irgendwie überlebt hatte und deren Lust aufs Feiern unversehrt geblieben war. 24 Jahre später trank Harry in derselben Bar in derselben Straße. Die Musik wurde von einem Jazzquintett gespielt, das, ob man es glauben mochte oder nicht, immer noch vom selben Trompeter und Sänger angeführt wurde, einem gewissen Mississippi Moses. Und immer noch bahnten sich auf der kleinen Tanzfläche Liebesaffären an, die nur eine einzige Nacht dauern würden, genau wie es vor fast einem Vierteljahrhundert der Fall gewesen war.

Damals hatte Harry getanzt, und zwar mit einem wunderschönen Mädchen, das gesagt hatte, es sei Mississippis Tochter. Während sie tanzten, hatte sie Harry zugeflüstert, wenn sie an diesem Abend etwas "Schlimmes tun" wollten – Harry erinnerte sich noch genau, wie sie gelächelt hatte, als sie Schlimmes sagte –, dann wüsste sie einen Ort, an den sie beide zum Spielen gehen könnten. Er war mit ihr zu einem kleinen Zimmer über der Bar hinaufgegangen, wo man die Musik ihres Papas laut und deutlich von unten hörte. Diese winzige Tatsache hätte ihn stutzig machen sollen, ihm klarmachen, dass es sich hier um eine Familienangelegenheit handelte und dass Männer, die Töchter haben, auch Söhne haben können. Aber Harrys ganzes Blut war südwärts geflossen, sobald er seine Hand unter ihr Kleid geschoben hatte, und gerade, als er einen Finger in ihrer feuchten Hitze versenkte, ging die Tür auf ...

Das Mädchen hatte seine beiden Brüder theatralisch angestarrt, die nahezu überzeugend die Schockierten spielten. Die beiden Eindringlinge, die Harrys Glück so unsanft störten, hatten eine Szene aufgeführt, die sie sicher ein halbes Dutzendmal pro Abend herunterleierten: Ihre hübsche kleine Schwester sei noch Jungfrau; und kein einziger Gast würde aussagen, dass er ihn je gesehen habe, wenn sie seinen Yankee-Kadaver zu dem Baum hinter einer Mauer schleppten, nur eine Minute von der Bar entfernt, wo bereits eine Schlinge hing, die nur auf ihn wartete. Aber dann versicherten sie ihm, sie seien vernünftige Männer, und wenn D'Amour ausreichend Geld bei sich hätte, dann könnten sie ihm seinen Übergriff vielleicht nachsehen – natürlich nur dieses eine Mal.

Selbstverständlich kaufte Harry sich frei. Er hatte seine Brieftasche und seine Hosentaschen ausgeleert und fast auch noch seine besten Sonntagsschuhe an den größeren der beiden Brüder verloren, dem sie aber ein paar Nummern zu groß waren. Die Brüder schubsten ihn noch ein bisschen herum, als er sich verkrümeln wollte, und warfen ihm die Schuhe hinterher, als er die Außentreppe hinunterlief. Er war ein paar hundert Dollar leichter, aber sonst unverletzt.

Und nun, all die Jahre später, hatte Harry die Bar aufgesucht und halb gehofft, dass das Mädchen immer noch dort sei, nach so vielen Jahren natürlich sehr verändert, aber immer noch erkennbar. Sie war nicht dort, und auch ihre unvermeidlichen Brüder nicht. Nur der alte Jazzmusiker, der mit geschlossenen Augen spielte und seine Version der bittersüßen Liebeslieder zum Besten gab, die bereits alt gewesen waren, als Harry sie zum ersten Mal von Mississippi Moses gehört hatte, vor so vielen Jahren.

Diese geballte Nostalgie verbesserte Harrys Gemütsverfassung keineswegs, ebenso wenig wie sein Spiegelbild, das ihm jedes Mal aus dem mit den Jahren angelaufenen Spiegel ü

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen