text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Spiel der Götter 16 Die Flucht der Kinder von Erikson, Steven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Spiel der Götter 16

Rutt und Badalle sind auf der Flucht vor den Inquisitoren, und mit ihnen noch Tausende weiterer Kinder. Irgendwie sind Rutt und Badalle die Anführer der Flüchtlinge geworden, und sie geben ihr Bestes. Dennoch müssen sie jeden Tag mit ansehen, wie einige ihrer Freunde und Schützlinge sterben. Da erreichen sie endlich die Glaswüste, das Ziel ihrer Hoffnung - oder ihres endgültigen Untergangs.

Steven Erikson, in Kanada geboren, lebt heute in Cornwall. Der Anthropologe und Archäologe feierte 1999 mit dem ersten Band seines Zyklus Das Spiel der Götter nach einer sechsjährigen akribischen Vorbereitungsphase seinen weltweit beachteten Einstieg in die Liga der großen Fantasy-Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 784
    Erscheinungsdatum: 20.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641202729
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Dust of Dreams (The Malazan Book of the Fallen 09, Part 1)
Weiterlesen weniger lesen

Das Spiel der Götter 16

Prolog

Ebene von Elan, westlich von Kolanse

E rst kam das Licht und dann die Hitze.

Er kniete auf dem Boden und legte den brüchigen Stoff vorsichtig in immer neue Falten, denn er wollte sichergehen, dass der Säugling nicht der Sonne ausgesetzt war. Er zupfte die Kapuze zurecht, bis schließlich ein kaum mehr als faustgroßes Loch blieb, in dem das Gesicht des kleinen Mädchens nur ein grauer Fleck in der Dunkelheit war. Dann hob er sie sanft auf und legte sie sich in die linke Armbeuge. Nichts von dem, was er tat, bereitete ihm Mühe.

Sie lagerten in der Nähe des einzigen Baums weit und breit, aber nicht darunter. Es war ein Gamleh-Baum, und die Gamlehs waren zornig auf Menschen. Gestern in der Abenddämmerung hatten unzählige aufgeregt flatternde graue Blätter an seinen Zweigen gehangen, zumindest, bis sie näher herangekommen waren. Heute Morgen waren die Zweige kahl.

Rutt stand da und blickte nach Westen, während er den Säugling festhielt, den er Gehalten genannt hatte. Die Gräser waren farblos. An manchen Stellen waren sie vom trockenen Wind weggescheuert worden, einem Wind, der den Staub um ihre Wurzeln weggeweht und die blassen Knollen freigelegt hatte, so dass die Pflanzen verdorrten und starben. Manchmal blieb Geröll zurück, wenn der Staub und die Knollen verschwunden waren. Und manchmal auch nur Grundgestein, schwarz und zerfurcht. Die Ebene von Elan verlor die Haare, aber das war etwas, das Badalle vielleicht sagen würde, die grünen Augen auf die Worte in ihrem Kopf gerichtet. Sie verfügte über eine besondere Gabe, das stand außer Frage, aber wie Rutt wusste, war manche Gabe in Wirklichkeit ein Fluch.

Badalle kam auf ihn zu; ihre sonnenverbrannten Arme waren so dünn wie Storchenhälse, die herunterhängenden Hände mit Staub überzogen; sie wirkten neben ihren dürren Oberschenkeln übergroß. Sie pustete die Fliegen weg, die ihren Mund verkrusteten, und sagte in ihrem typischen Singsang:

"Rutt hält Gehalten

Wickelt sie gut

Am frühen Morgen

Und steht dann auf ..."

"Badalle", sagte er, obwohl er wusste, dass sie mit ihrem Gedicht noch nicht fertig war, und genauso wusste er, dass sie sich nicht drängen lassen würde. "Wir leben noch."

Sie nickte.

Diese wenigen Worte von ihm waren zu einem Ritual geworden, auch wenn in diesem Ritual immer noch ein bisschen Überraschung, eine leichte Ungläubigkeit mitschwang. Die Necker waren letzte Nacht besonders schlimm gewesen, aber die gute Nachricht war, dass sie die Väter vielleicht endlich hinter sich gelassen hatten.

Rutt rückte den Säugling, den er Gehalten genannt hatte, auf seinem Arm zurecht, dann setzte er sich auf geschwollenen Füßen humpelnd in Bewegung. Nach Westen, ins Herz der Ebene von Elan.

Er brauchte sich nicht umzudrehen, um zu sehen, dass die anderen ihm folgten. Zumindest die, die es noch konnten. Die anderen würden von den Neckern geholt werden. Er hatte nicht darum gebeten, der Kopf der Schlange zu sein. Er hatte um überhaupt nichts gebeten, aber er war der Größte und vielleicht auch der Älteste. Vielleicht war er dreizehn, es könnte aber auch sein, dass er vierzehn war.

Hinter ihm sagte Badalle:

"Und er fängt an zu gehen

An diesem Morgen

Mit Gehalten in den Armen

Und sein gerippter Schwanz

Der schlängelt sich

Wie eine Zunge

Von der Sonne.

Du brauchst die längste

Zunge

Wenn du nach Wasser

Suchst

Wie es die Sonne so gerne macht ..."

Badalle beobachtete ihn einige Zeit, beobachtete, wie die anderen sich ihm anschlossen. Sie würde sich schon bald zum gerippten Schwanz gesellen. Sie pustete die Fliegen weg, aber natürlich kamen sie gleich wieder zurück, sammelten sich um die Geschwüre, die ihre Lippen dick machten, hopsten nach oben, um an ihren Augenwinkeln zu lecken. Früher einmal war sie eine Schönheit gewesen, mit ihren grün

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen