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Der Atem des Lichts Roman von Lang, Mara (eBook)

  • Verlag: Bookspot Verlag
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Der Atem des Lichts

Ein Reich am Rande des Kriegs. Eine junge Gedankenformerin, dazu ausersehen, die Völker zu einen. Ein letzter Kampf um die Macht des Lichts. An der Grenze sammeln sich die gegnerischen Streitkräfte. Von ihrem Trupp getrennt, setzen Kea und Zadjan alles daran, rechtzeitig zu den Friedensverhandlungen zu kommen. Zadjan hofft auf die Hilfe eines Hexers, der Siladins magischen Bann lösen kann. Kea ist innerlich zerrissen: Bekennt sie sich zu Nakush und damit zu ihrem Volk? Oder entspricht sie Zadjans Wunsch und erwirkt den lang ersehnten Frieden? Wie sie sich auch entscheidet - einen der beiden wird sie verraten ... Band 2 des Fantasy-Zweiteilers um die Sklavin Kea, deren mitreißende Geschichte in 'Das Juwel der Finsternis' ihren Anfang nahm Mara Lang, geboren 1970 in Wien, begann in ihrer Jugend zu schreiben, als ihr der Lesestoff ausging. Sie wollte ursprünglich Filmregisseurin werden, wählte dann aber die Ausbildung zur Diplompädagogin und erschafft heute Kopfkino für ihre Leser. Sie veröffentlicht Jugend- und Spannungsromane wie den rasanten All-Age-Thriller 'RUN', erschienen im Buntstein Verlag, doch ihr Herz gehört der Fantasy. Mara Lang lebt und arbeitet in Wien. Mehr über die Autorin unter www.mara-lang.com

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Der Atem des Lichts

2

Esnaikhir, 19. kal. februarij anno 1695

Ich habe ihn erwischt, als er aus Vachuk zurückkam. Betrunken und kaum Herr seiner Sinne. Sie muss ihm das austreiben, sonst reitet er uns ins Unglück.

Die Decke fiel. Sie wehrte sich mit ganzer Kraft, trat um sich, boxte nach allen Seiten, doch Nakush hielt sie fest. Fixierte ihr die Arme, sodass sie nur noch mit den Beinen strampeln konnte. Und wie sie strampelte! Pures Sonnenfeuer loderte in ihren Adern.

"Sonnenkind", raunte er. "Ganz ruhig, ich bin es." Sie erstarrte. Er hörte ihr ungläubiges Nach-Luft-Schnappen. Spürte ihre Hitze, nah an seinem Herzen. "Kea?", hakte er nach, um sicherzugehen, dass ihr nun klar war, mit wem sie es zu tun hatte.

Sie nickte hastig. Langsam gab er sie frei, und sie stolperte einen Schritt zurück. Schwer atmend musterte sie ihn. Im Sternenlicht der Nacht ergoss sich ihr Haar wie feinstes Silber über ihre Schultern. Sie war so zart. Wunderschön. Vollkommen.

"Nakush", flüsterte sie und maß ihn von oben bis unten. "Du ... du bist groß."

Er grinste. "Ah."

"Lach nicht. Ich sehe dich das erste Mal vor mir stehen."

"Enttäuscht?"

Sie streckte die Hand nach ihm aus, und er bückte sich ein wenig, kam ihr entgegen, als sie ihn berührte - seine Stirn, sein Haar, das er im Nacken zu einem Zopf zusammengebunden hatte. Sanft schob sie ihm eine Strähne hinters Ohr zurück. "Aber nein."

Erneut zog er sie an sich, und diesmal ließ sie zu, dass er sie in die Arme schloss. "Endlich habe ich dich, kann dich halten, umarmen, streicheln. Lieben. Dich, nicht bloß das Bildnis von dem Mädchen in der Höhle. Kea, mein Sonnenkind."

Sie seufzte verhalten. Einige Herzschläge lang standen sie eng umschlungen unter dem Baum, bis sie sich von ihm losmachte. "Sonne, wo warst du so lang?", fragte sie.

Der Vorwurf war berechtigt, dennoch hätte er diesen scharfen Ton nie von ihr erwartet. Da war nichts Neckisches mehr, sie klang abgeklärter als früher. Härter.

Nakush räusperte sich. "Tut mir leid. Ich wollte ja schon eher kommen, aber die Umstände ..."

"Welche Umstände?"

Die Ereignisse der letzten Wochen zuckten in seinem Gedächtnis auf. Die Hinrichtung seines Vaters auf dem Richtplatz in Vachuk, die Sonnenweihe in Umishtá, Joras Auftrag ... Alles viel zu langwierig zu erklären, besonders hier, wo man sie jederzeit entdecken konnte. "Komm, lass uns ein Stück gehen. Wir wollen doch nicht, dass uns jemand hört." Er nahm ihre Hand, doch Kea schüttelte ihn ab.

"Wir wollen hier eigentlich verschwinden", zischte sie. "Ich war dabei, das Pferd zu satteln."

Ja, das hatte er gesehen. Er war gerade noch rechtzeitig gekommen. Und wieder würde er sie enttäuschen müssen. "Nicht jetzt. Erst müssen wir reden."

Nakush wich ihrem entgeisterten Blick aus und ging tiefer in den Wald hinein. Hoffte, dass sie ihm folgte. Ganz sicher war er sich dessen nicht. Drei Herzschläge später vernahm er ihre Schritte. Auf einer Lichtung, außer Hörweite des Lagers, wollte er sich ihr zuwenden, da packte sie ihn auch schon am Handgelenk, so fest, dass er vor Schmerz beinah in die Knie ging. Stolz über ihr Sonnenblut glühte in ihm auf. Sie war imstande und brach ihm den Arm erneut. Solche Kraft hatte er ihr nicht zugetraut.

"Nakush, kannst du mir bitte erklären, was das Ganze soll?"

Auf zum schwierigen Teil. "Ich bin froh, dass es dir gut geht", begann er. "Es war riskant, mir diese Nachricht zu schicken."

"Riskant?", wiederholte sie verständnislos. "Ich wollte dich informieren, was mit mir passiert war. Und mit deinem Vater. Nakush, sie haben ihn", in ihrer Stimme schwang ein Zittern mit, "grausam hingerichtet. Gespießt."

"Ja, ich war dabei." Wie sehr die Schuld an ihm nagte! "Wir wollten ihn befreien, aber alles ging schief, und wir mussten fliehen. Ich habe dich auf dem Richtplatz gesehen. Leider k

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