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Der Bogen der Zeit Die Chroniken von Thomas Covenant Bd. 2 von Donaldson, Stephen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.04.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
14,99 €
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Der Bogen der Zeit

Das Abenteuer geht weiter! Der 'Bogen der Zeit', der zweite Teil von Stephen Donaldsons großem Epos, versammelt erstmals die Covenant-Romane 'Das verwundete Land', 'Der einsame Baum' und 'Der Ring der Kraft' in vollständig überarbeiteter Neuausgabe. Stephen Reeder Donaldson, am 13. Mai 1947 in Cleveland, Ohio geboren, verbrachte seine Kindheit in Indien, wo seine Eltern als Missionare in einem Leprosarium tätig waren. Die Familie kehrte 1963 in die Vereinigten Staaten zurück, und Donaldson machte 1968 seinen Abschluss am College of Wooster, Ohio. Während des Vietnamkriegs arbeitete er zwei Jahre lang in einem Krankenhaus, weil er den Kriegsdienst verweigerte, ehe er sein Studium an der Kent State University fortsetzte. 1971 wurde er zum Magister promoviert, unterbrach aber sein Promotionsstudium bis 1993, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. 1977 erschien sein Fantasy-Roman 'Lord Fouls Fluch', der Auftakt der 'Chroniken von Thomas Covenant dem Zweifler', der ihm zum internationalen Durchbruch verhalf und zu dem er bis 2013 neun Fortsetzungen schrieb. 1994 erwarb der inzwischen mehrfach ausgezeichnete Autor, der unter anderem den John W. Campbell Award und den World Fantasy Award gewann, den Schwarzen Gürtel in Sh?t?kan-Karate. In den Neunzigerjahren legte Donaldson mit dem Amnion-Zyklus seine ersten Science-Fiction-Romane vor. Er lebt und arbeitet heute in New Mexico.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1712
    Erscheinungsdatum: 20.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641174460
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Wounded Land; The One Tree; White Gold Wielder
    Größe: 3245 kBytes
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Der Bogen der Zeit

2

Etwas Zerbrochenes

K urz darauf erfasste das Zittern auch Lindens Glieder. Ihre Haut brannte, als wären die Strahlen der Sonne allein auf sie fokussiert. Die Muskeln ihres Unterleibs zogen sich zusammen.

Der Greis war verschwunden. Er hatte seine Arme um sie gelegt, als habe er ein Recht dazu, und dann war er verschwunden.

Verzweifelt kämpfte sie gegen die aufsteigende Übelkeit an. Dann aber fiel ihr Blick auf die Stelle, wo der Alte im Staub gelegen hatte. Dort sah sie die gebrauchte Spritze, den zum Sterilisieren verwendeten Tupfer, die leere Ampulle. In der staubigen Erde war deutlich der schwache Abdruck eines Körpers zu erkennen.

Sie zitterte, und langsam fiel die Spannung von ihr ab.

Also war er wirklich da gewesen. Er hatte sich nur scheinbar so spurlos aufgelöst. Ihre Augen hatten ihr einen Streich gespielt.

Aufmerksam suchte sie die Umgebung nach ihm ab. Er sollte jetzt nicht einfach herumlaufen; er bedurfte Fürsorge, ärztlicher Beobachtung, bis er sich stabilisiert hatte. Doch so sehr sie auch das Feld mit den Augen absuchte, sie fand ihn nicht. Die sonderbare Befangenheit, die sich ihrer bemächtigt hatte, ignorierend, stapfte sie durch den wilden Senf in die Richtung, in die er verschwunden war. Aber als sie die Stelle erreichte, an der sie ihn zuletzt gesehen hatte, fand sie dort nichts und niemanden.

Entgeistert kehrte sie zum Feldweg zurück. Es behagte ihr nicht, ihn sich selbst überlassen zu müssen; doch anscheinend hatte sie keine Wahl. Leise vor sich hin murmelnd holte sie ihre Arzttasche.

Sie stopfte die Spritze und Verpackung in eines der Plastiktütchen, die sie für diesen Zweck stets dabeihatte, und kehrte dann zum Auto zurück. Als sie auf dem Fahrersitz Platz nahm, umfasste sie das Lenkrad fest mit beiden Händen, als könne sie Halt an der Greifbarkeit des festen Leders finden.

Für einen Augenblick überlegte sie, was sie überhaupt auf der Haven-Farm wollte, bis das Taschenbuch auf dem Beifahrersitz ihre Aufmerksamkeit erregte.

Ach, verdammt!

Sie fühlte sich völlig außerstande, jetzt bei Thomas Covenant vorzusprechen.

Für einen Moment überlegte sie, das Versprechen, das sie Berenford gegeben hatte, in den Wind zu schlagen, doch als sie den Motor gestartet hatte und das Auto wenden wollte, kamen ihr die eindringlichen Augen des Greises wieder in den Sinn. Er würde das Brechen ihres Versprechens missbilligen, das wusste sie. Und sie hatte ihn gerettet, hatte sich selbst ein Exempel gesetzt, das wichtiger war als alle Furcht vor Schwierigkeiten oder Kränkungen. Entschlossen steuerte sie die Limousine über den Feldweg auf das weiße Fachwerkhaus zu. Hinter ihr vermischte sich der Staub, den die Räder aufwirbelten, mit dem Sonnenuntergang.

Das Abendlicht tauchte das Haus in ein flammendes Rot, als befände es sich mitten in einer Metamorphose. Als sie den Wagen geparkt hatte, musste sie erneut ihren Widerwillen zurückdrängen. Sie wollte nichts mit Thomas Covenant zu schaffen haben - nicht etwa, weil es sich bei ihm um einen Leprakranken handelte, sondern weil er Unbekanntes und Bedrohliches verkörperte, weil er so außergewöhnlich zu sein schien, dass selbst Doktor Berenford ihn fürchtete.

Und doch: Ihre Entscheidung war längst gefallen. Sie nahm das Buch, stieg aus dem Auto und schritt zur Vordertür des Hauses. Mit etwas Glück würde sie wieder nach Hause zurückkehren können, ehe die vollständige Dunkelheit hereingebrochen war.

Kurz fuhr sie sich durch das zerzauste Haar, dann klopfte sie an.

Im Haus blieb es still.

Linden versteifte sich. Müdigkeit und Verlegenheit machten ihr die Arme so schwer, als könnte sie sie nicht mehr anheben. Sie musste die Zähne zusammenbeißen, bevor sie es über sich brachte, noch einmal zu klopfen.

Urplötzlich vernahm sie von drinnen Schritte. Jemand stapfte durch das Haus

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