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Der Bruder des Königs und 20 weitere Kurzromane

  • Erscheinungsdatum: 28.11.2016
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Der Bruder des Königs

Über 1000 Seiten - eine Anthologie der Extraklasse Jeder mag Schurken, dabei sind sie oft käuflich, handeln moralisch fragwürdig oder sind politisch inkorrekt. Und gerade deswegen stellen Schurken den eigentlichen Helden so häufig in den Schatten. Denn was wäre Star Wars ohne Han Solo oder Game of Thrones ohne Tyrion Lennister? George R.R. Martin und Gardner Dozois haben einundzwanzig Stories zusammengetragen - unter anderem von Patrick Rothfuss, Joe Abercrombie und Scott Lynch -, die sich den beliebtesten Charakteren aller Genres widmen: den Schurken. George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos "Das Lied von Eis und Feuer" wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie "Game of Thrones" verfilmt. George R.R. Martin wurde u.a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1056
    Erscheinungsdatum: 28.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641199579
    Verlag: Penhaligon
    Originaltitel: Rogues
    Größe: 1649 kBytes
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Der Bruder des Königs

EINLEITUNG

JEDERMANN LIEBT COOLE SCHURKEN

Von George R. R. Martin

... auch wenn wir es hinterher manchmal bereuen.

Schurken, Betrüger und Taugenichtse. Nichtsnutze, Diebe, Lumpen und Halunken. Böse Jungs und durchtriebene Mädels. Schwindler, Verführer, Blender, Heuchler, Spitzbuben, Hochstapler, Scheinheilige, Scharlatane, Lügner, Gauner ... Sie haben viele Namen und tauchen in allen möglichen Arten von Geschichten auf, in jedem nur erdenklichen Genre unter der Sonne, in Mythen und Legenden ... und, oh, natürlich auch quer durch die Erdhistorie. Sie sind die Kinder von Loki, die Geschwister des Coyoten. Manchmal sind sie Helden. Manchmal sind sie Schurken. Meistens jedoch sind sie irgendwas dazwischen, nicht wirklich hell, nicht wirklich dunkel, eher graue Charaktere ... und Grau ist schon seit Langem meine Lieblingsfarbe. Grau ist so viel interessanter als Schwarz oder Weiß.

Ich schätze, ich hatte schon immer eine gewisse Vorliebe für Halunken. In meiner Kindheit während der Fünfzigerjahre kam es einem so vor, als bestünde die eine Hälfte des abendlichen Fernsehprogramms aus Sitcoms und die andere aus Western. Mein Vater liebte Western, weshalb ich sie als Kind alle gesehen habe, eine endlose Parade von stoischen Sheriffs und Grenzmarshals, einer heldenhafter als der andere. Marshal Dillon war ein Fels in der Brandung, Wyatt Earp tapfer, beherzt und kühn (was sogar im Titelsong während des Vorspanns besungen wird), und auch der Lone Ranger, Hopalong Cassidy, Gene Autry und Roy Rogers waren heldenhaft, edelmütig und aufrichtig - die perfektesten Identifikationsfiguren, die man sich nur wünschen kann ... Leider jedoch kam mir keiner von ihnen wirklich jemals ganz real vor. Meine beiden liebsten Westernhelden waren die, die den üblichen Rahmen sprengten und neue Wege beschritten: Paladin, der sich (wie jeder gute Schurke) schwarz kleidete, wenn er in der Wildnis unterwegs war, aber wie irgendein weibischer Dandy wirkte, wenn er in San Francisco allwöchentlich mit jeweils einer anderen ziemlich attraktiven Dame "Umgang pflegte" (ähem) und seine Dienste für Geld feilbot (Helden scheren sich gemeinhin nicht um Bezahlung); und die Maverick-Brüder (insbesondere Bret), charmante Gauner, die eine besondere Vorliebe für die "Zockermontur" hatten: für schwarze Anzüge, Cowboykrawatten und schicke Westen statt der traditionellen Marshal-Kluft, bestehend aus Jacke, Marke und weißem Hut; vielleicht traf man sie deshalb öfter an Pokertischen an als bei irgendwelchen Schießereien.

Wenn man sich die alten TV -Serien Maverick und Have Gun - Will Travel heute anschaut, stellt man fest, dass sie sich wesentlich besser gehalten haben als die eher traditionellen Western jener Tage. Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass die Drehbücher besser sind als bei den meisten der anderen "Pferdeopern" oder die Schauspieler, oder die Regisseure, und damit läge man nicht falsch ... Doch ich persönlich glaube, dass hier auch der Schurken-Faktor eine Rolle spielt.

Natürlich wissen nicht bloß die Fans alter Fernsehwestern einen guten Ganoven zu schätzen. Tatsächlich ist der verwegene Schurke vielmehr so eine Art von Charakter-Archetypus, der sich durch alle Medien und Genres zieht.

Clint Eastwood wurde durch die Verkörperung von Figuren wie Rowdy Yates, Dirty Harry und dem Fremden ohne Namen zum Star. Hätte man ihn stattdessen als Goody Yates, Durchschnitts-Billy oder den Mann mit den zwei Ausweispapieren besetzt, hätte wohl niemand je etwas von ihm gehört. Okay, als ich auf dem College war, gab es dort ein Mädchen, das den großmütigen, aufopferungsvollen Ashley Wilkes dem Gauner Rhett Butler vorzog, diesem Spieler und Blockadebrecher ... Aber ich glaube, da war sie die Einzige. Jede andere Frau, der ich jemals begegnet bin, hätte sich ohne lange zu überlegen für Rhett entschieden statt für Ashley, ganz zu schweigen von Frank Kennedy und Charles Wil

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