text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Drachen König Ein Märchen von der Kunst des Krieges und des Friedens von Gassmann, Theo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.08.2016
  • Verlag: Pro BUSINESS digital printing
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Drachen König

Das ist die Geschichte vom vergessenen Volk der Liepschmuser und ihren Helden Kampfried, Edeliebe, Bringfried und Wissenda, die mit ihrem Mut angesichts der gefährlichen Drachen zu den Wegbereitern des Aufbruchs in eine neue Epoche werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 403
    Erscheinungsdatum: 18.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864602276
    Verlag: Pro BUSINESS digital printing
    Größe: 937 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Drachen König

K apitel IV

Viele Tage noch war er wie betäubt; arbeitete, aß, schlief, und es war ihm gleichzeitig, als wäre das gar nicht er, als würde er das alles nur beobachten. Aber es war nun einmal kein fremdes Leben, auf das er sah, sondern seine eigene Wirklichkeit, sein einziges Leben. Das konnte einfach nicht sein, durfte nicht gerade ihm geschehen. Aber es blieb dennoch sein Leben und würde nicht mehr zu ändern sein. Warum? Wozu sollte gerade das gut sein? Weshalb geschah das alles und warum musste er es sein, dem es geschah?

Da wachte Bringfried allmählich auf aus seiner Starre. Denn diese Fragen kannte er. Sie hatten es ihm schon damals, in Schneckenburg, verwehrt, eine Aufgabe, einen passenden Beruf für sich zu finden. Sie hatten ihn nur von Wissenda getrennt, statt sie näher zusammen zuführen . Wegen dieser Fragen war er in den Wald geflüchtet und hatte erst dort Zufriedenheit gefunden, weil er angesichts der Notwendigkeit des Überlebens aufgehört hatte, sich Fragen zu stellen. Ach, der Wald. Es war doch wirklich jetzt ein ganzes Jahr vergangen, seit er dort ohne feste Aufgabe, aber im Einklang mit sich selbst gelebt hatte. Was konnte er, gefangen im Tal der Drachen, von Pflichten geplagt, letztlich tun, um wieder zu werden wie damals im Wald?

Und er erinnerte sich daran, wie er in dieser neuen, fremden Welt so viel zu sehen , hören, tasten, riechen und zu s chmecken hatte, dass er einfach das Grübeln vergaß. Er war in sein neues Dasein gefallen wie ein Kind in einen frischen Haufen Heu. Er hatte sich einfach fallenlassen , war überwältigt, nahezu gefangen von allen Eindrücken. Und er hatte es so hingenommen, wie es gerade kam. Also bemühte er sich, noch einmal das Gleiche in diesem Drachental zu versuchen.

Zuerst fielen ihm die Blumen auf, die es besonders am Wegesrand, an den Übergängen zwischen bloßer Erde und dichtem Bewuchs gab. Er war oft an ihnen vorbei gegangen, ohne sie anzusehen.

Und fast jeden Tag gab es im Tal einen bunten Aufzug verschiedenster Wolken zu sehen, zarte Schleier an den Hängen, rasch treibende Schäfchen am Himmel, dunkle, unheilvolle Regenbringer, leuchtende Abendwolken. Und, je nach dem Spiel der Wolken und der Sonne, konnte auch der See ganz unterschiedliche Ansichten zeigen: sanft und blau, grün oder grau, mit vom Wind gejagten Wellen oder sogar kleinen Schaumkrönchen auf den Wellen bei heftigen Winden. Das Drachental war vielleicht kein idealer Lebensort für einen Liepschmuser, aber zweifellos bot es dem interessierten Betrachter jederzeit ein abwechslungsreiches Schauspiel.

Aber auch seine unmittelbaren Arbeiten waren bei näherer Betrachtung nicht so stumpfsinnig, wie er zuerst glauben wollte. Es war ein schönes Gefühl, allmählich aus einem Feld die Früchte emporwachsen zu sehen, erst recht, wenn er selbst die Zöglinge gesät hatte. Oder den Linien der von seinen Vorfahren gepflanzten Obstbäume zu folgen, um überrascht die Klugheit ihrer Anordnung zu erkennen, mit der die lange vor ihm lebenden Liepschmuser diese Gärten angelegt hatten, um guten Ertrag mit geringer Arbeit zu erzielen. Auch erkannte er durch geduldiges Beobachten immer wieder, dass es so etwas wie eine geheime Arbeitsteilung zwischen seinen Gewerken und dem Verhalten der Drachen gab. Als sich beispielsweise große Vogelschwärme über einige der reifenden Früchte hermachen wollte n , streiften auffällig oft Drachen genau dort umher und ließen die Vögel

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen