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Der Erbe des Skorpions Roman von Fink, Torsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Erbe des Skorpions

Die Söhne des Großen Skorpions haben das Reich in einen blutigen Bürgerkrieg getrieben, denn es kann nur einen Herrscher geben. Jarok kommandiert einen Trupp der Stadtwache, doch seine Fähigkeit, Verbrecher aufzuspüren, und sein beinahe magischer Sinn für Gefahr lassen ihn rasch zum obersten Leibwächter eines der Prinzen aufsteigen. Es dauert nicht lange, bis Jarok erkennt, dass der Mann, den er schützen soll, dem Wahnsinn verfallen ist. Als der Prinz beginnt, die unehelichen Kinder seines Vaters zu ermorden, wechselt Jarok die Seiten. Denn auch er ist ein Erbe des Skorpions. Torsten Fink, Jahrgang 1965, arbeitete lange als Texter, Journalist und literarischer Kabarettist. Außerdem schrieb er unter seinem Pseudonym Arthur Philipp die Trilogie "Der graue Orden" um die Dunkelmagierin Feja. Er lebt und schreibt heute in Mainz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 18.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641157920
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1782 kBytes
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Der Erbe des Skorpions

1 .

Das zerbrochene Tragejoch hatte alles verdorben. Jarok starrte es feindselig an. Dieses nutzlose Stück Holz war schuld, dass er die Spur verloren hatte. Er wusste nicht weiter. Brakas schien das mit der ihm eigenen Gleichgültigkeit hinzunehmen. Er lehnte am Tisch eines Obststandes und spuckte Granatapfelkerne auf das staubige Pflaster. "Hörst du das? Diesen Jubel? Als ob die Leute keine Sorgen mehr hätten."

Jarok hörte nur mit halbem Ohr zu. Er versuchte die Spur wiederzufinden. In den schattigen Gassen des Suks herrschte nicht das übliche geschäftige Durcheinander, denn Prinz Weszen, Herr über Ugir, hatte einen Feiertag ausgerufen.

"Er hat nun also einen Erben - aber was ändert das?", fuhr Brakas fort. "Es beendet weder den Krieg, noch baut es zerstörte Häuser wieder auf. Ganz im Gegenteil. Das wird eine Menge böses Blut wecken. Denk an meine Worte."

Jarok war geneigt, ihm zuzustimmen. Selbst hier im Suk war ein gewisser Zorn spürbar, auch wenn Brakas mit dem bösen Blut wohl kaum die Händler meinte, die mit grimmigen Mienen schwiegen, während ihre Kundschaft gerade vor dem Palast zusammenströmte, um dem neugeborenen Sohn des Prinzen zuzujubeln, statt bei ihnen einzukaufen.

"Ich frage mich, ob Weszen sich traut, der Menge den echten Prinzen zu zeigen, oder ob er aus Sicherheitsgründen irgendeinen Balg präsentiert, den sie einer Amme weggenommen haben. Schon interessant, nicht wahr? Der kleine Prinz ist noch keine zwei Tage auf der Welt und hat schon mehr Feinde als jeder von uns ... Und, bei den Göttern, ich habe mir wirklich mein Leben lang redlich Mühe gegeben, mir welche zu machen."

Jarok nickte abwesend. Die meisten Menschen, die sich in dieser Stunde unter den Baldachinen des Suks herumtrieben, waren Flüchtlinge, Treibgut des Krieges, das in der Stadt angeschwemmt worden war. Zum Großteil waren es Männer. Vielleicht suchten sie Arbeit, vielleicht hofften sie, bei einem unaufmerksamen Händler für ihre Familien, die im Sandviertel hausten, etwas aus der Auslage stehlen zu können.

Auch ein paar Kinder drückten sich zwischen den Ständen herum. Er sah den Hunger in ihren Augen und den Neid auf diesen Offizier, der an einem Stand lehnte und achtlos Granatapfelkerne in den Staub spuckte. Einige von ihnen mussten doch Beute gemacht haben, als dem Lastenträger das Joch gebrochen war. Jarok ging ein paar Schritte im Kreis. Die Männer beobachteten ihn, die Flüchtlinge mit einer gewissen Verlegenheit, sobald sie erkannten, dass sie es mit einer Wache zu tun hatten. Einige machten sogar kehrt, als sie merkten, was an der Kreuzung los war.

Wie sollte er unter all denen, die vor der großen Blutmühle des Krieges geflohen waren, jenen einen finden, der vor den Folgen seiner eigenen Tat floh? Die dünne Spur, die sie durch viele Gassen verfolgt hatten, war fort, und das nur, weil einem Lastenträger das Joch gebrochen war. Das schwere Holz lag auf dem Pflaster. Jarok konnte den Zorn des Trägers erkennen, der hin und her gesprungen war, um seine Last, Körbe mit Äpfeln, gegen die hungrigen Flüchtlinge zu verteidigen, und sie schließlich auf der Straße hatte davonschleifen müssen. Er ging noch einmal ein paar Schritte in die Richtung, die der Lastenträger eingeschlagen hatte. In der Staubschicht waren die Schleifspuren leicht zu erkennen. Aber, nein, der Mann, den sie verfolgten, war nicht in diese Richtung gegangen. Jarok kehrte zurück zur Kreuzung. Hunderte Füße hatten hier im allgegenwärtigen Wüstenstaub ihre Abdrücke hinterlassen. Er wischte sich den Schweiß ab. Welche davon waren die richtigen?

"Kann ich davon ausgehen, dass der edle Herr die Früchte, die er so eifrig kostet, auch bezahlen wird?", fragte die dünne, aber entschlossene Stimme des Händlers, an dessen Auslage sich Brakas gütlich tat.

"Du machst Witze, oder? Ich bin Brakas von Trugge, Schwertmeister der Blutwölfe von Ugir. Siehst du nicht, dass ich hier meine Pflich

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