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Der Feuerkönig Die Dominium-Saga - Roman von Troisi, Licia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Der Feuerkönig

Einst war die junge Kriegerin Myra aufgebrochen, um an der Seite des charismatischen Anführers Acrab gegen Not und Unterdrückung zu kämpfen und dem Tränenreich die Freiheit zu bringen. Dafür hatte sie alles aufgegeben - nur um zu entdecken, dass Acrab sie betrogen hat. War alles, wofür Myra gelitten hat, eine Lüge? Jetzt steht sie vor der bittersten Entscheidung ihres Lebens: Wird sie fliehen, um der Gefahr zu entkommen? Oder wird sie gegen den Mann in den Krieg ziehen, für den sie immer noch heimliche Gefühle hegt? Licia Troisi, 1980 in Rom/Ostia geboren, ist eine der bekanntesten Fantasyautorinnen weltweit. Ihr Zyklus um die DRACHENKÄMPFERIN wurde ein internationaler Bestseller. Seitdem kann die Autorin mit dem Schreiben nicht mehr aufhören. Ihrer ersten großen Saga folgten DIE SCHATTENKÄMPFERIN und DIE FEUERKÄMPFERIN sowie DRACHENSCHWESTER und NASHIRA. Licia Troisi ist verheiratet und hat eine Tochter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641234775
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 31982
    Originaltitel: Il fuoco di Acrab - La Saga del Dominio 2
    Größe: 2484 kBytes
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Der Feuerkönig

Achtunddreißig Jahre zuvor

Katifa zitterte. Ihre schlimmsten Ängste schienen Wirklichkeit zu werden. Das Unheil hatte Gestalt angenommen, stand in Fleisch und Blut vor ihr, real, greifbar. Das Unheil, wie sie es sich in den vergangenen neun Monaten häufig ausgemalt hatte.

Philagrios war bei ihr, hatte sie aber noch nicht einmal angesehen, als die Mönche in den Raum eingedrungen waren. Mit gesenktem Kopf, stumm und abweisend stand er da und ließ es zu, dass sie sich allein all dem stellen musste, was sie nun erwartete.

Wie anders war er doch zu ihr in den langen Nächten zuvor gewesen, in denen er sich in ihre ärmliche Unterkunft geschlichen und sie mit Liebkosungen verwöhnt und mit Hoffnungen erfüllt hatte.

"Eines Tages gehen wir von hier fort und bauen uns ein neues Leben auf, ein Leben, in dem keine anderen Menschen mehr über uns bestimmen können."

"Werden wir Kinder haben?"

"Gewiss, ganz viele sogar."

Simgez aber, Katifas mütterliche Freundin, hatte sie aus ihren Träumen reißen wollen: Solche Versprechungen von Mönchen sind nichts wert, hatte sie gesagt. "Hat dein Philagrios nicht ein Keuschheitsgelübde abgelegt, bevor er dir ewige Treue schwor?"

Doch Katifa war fast noch ein Kind: Gerade einmal sechzehn war sie, sechzehn Jahre, von denen sie dreizehn in den Diensten des Klosters Kurrah verbracht hatte, und an die anderen drei hatte sie nur vage Erinnerungen, Erinnerungen an Hunger, Not und Verzweiflung. So fiel es ihr leicht, sich in Philagrios' süßen Worten zu verlieren und daran zu glauben, dass sie Wirklichkeit werden könnten.

Doch dann waren ihre Tage ausgeblieben, und langsam begann ihr Bauch, dicker und dicker zu werden.

"Du bist schwanger", hatte Simgez ihr gesagt.

Katifa musste nicht einmal überlegen. Denn tief in ihrem Herzen hatte sie immer gewusst, was sie wollte: eine große Familie und ein einfaches, friedliches Leben.

"Ein Kind kann man nicht wegwerfen", antwortete sie Simgez, die ihr die einfachste Lösung vorgeschlagen hatte, jene Lösung, mit der sich zahlreiche andere Frauen in ihrer Situation in diesem Kloster schon beholfen hatten.

"Dann werden sie dich töten."

Katifa hatte Philagrios eingeweiht. Naiv wie sie war, hatte sie geglaubt, dass so alles gut würde: Sie würden das Kloster verlassen und zusammen nach Alkak ziehen, dem Land, aus dem sie stammte. Wovon sie leben sollten, daran dachte sie nicht, und auch nicht daran, dass sie gesündigt hatten und man ihnen nicht vergeben würde. Ein gemeinsames Kind würde alles verändern, glaubte sie. Abends streichelte sie sich über den Bauch. Sie fühlte sich stark und zu allem bereit.

Doch Philagrios verhielt sich anders, als sie es erwartet hatte. Man müsse noch abwarten, druckste er herum, der geeignete Moment zur Flucht sei noch nicht gekommen, es komme darauf an, alles gut vorzubereiten, damit weder ihr noch ihm etwas passieren könne. Und dann fragte er noch, ob sie das Kind wirklich behalten wolle. Da verstand Katifa.

Sie werde es auch ohne ihn schaffen, sagte sie, aber er ergriff ihre Hände und versicherte ihr, dass sie auf ihn zählen könne, er werde für sie da sein und ihr helfen. "Ich muss nur alles in die Wege leiten."

Und so verscheuchte sie ihre Zweifel und glaubte ihm.

Währenddessen schritt ihre Schwangerschaft voran. Mit weiten Kleidern und eng geschnürten Binden verbarg sie ihren immer runderen Bauch und ließ sich von anderen die Arbeiten abnehmen, zu denen sie nicht mehr in der Lage war. Und dann, in den letzten Tagen, versteckte sie sich in einer kleinen, etwas abgelegenen Zelle und lebte dort wie eine Gefangene, mit dem winzigen Geschöpf, das sich in ihr bewegte, als einziger Gesellschaft.

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