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Der Werwolf von Köln von Angelowski, Myriane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2013
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Der Werwolf von Köln

Köln 2010. Nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie kommt Amandas Leben gerade wieder ins Gleichgewicht. Als sie aber glaubt, nachts auf nebliger Landstraße einen Mann überfahren zu haben, kommen ihr Zweifel, denn von diesem Zeitpunkt an geschehen mysteriöse Dinge. Was ist wahrhaftig, was Einbildung? Parallel verübt ein Serientäter bestialische Morde, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Bluttaten weisen Ähnlichkeiten zu einem Werwolffall auf, der sich vor über vierhundert Jahren ereignet hat. Doch was hat Amanda mit diesen abscheulichen Verbrechen zu tun? Allmählich erkennt sie die Zuammenhänge, begreift jedoch zu spät, dass es die Bestie auch auf sie abgesehen hat ... Myriane Angelowski ist 1963 in Köln geboren und zum Teil im Bergischen Land aufgewachsen. Nach einem Jahr Auslandsaufenthalt in Israel schloss sich ein Studium der Sozialarbeit an und nach mehreren Jahren Arbeit als Referentin für Gewaltfragen 2001 eine selbstständigen Tätigkeit als Coach. Myriane Angelowski lebt und arbeitet in Köln. Im Emons Verlag erschienen 'Gegen die Zeit' und 'Tödliches Irrlicht'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 15.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863583729
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3046 kBytes
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Der Werwolf von Köln

KÖLN, KÖNIGSFORST, IM JANUAR

Ramó;n spürte den Nervenkitzel wie jeden Donnerstagabend, wenn er das Auto auf dem Parkplatz abstellte. Er sah auf die Uhr im Armaturenbrett. Kurz nach acht. Sein Liebhaber ließ ihn warten. Das irritierte Ramó;n, denn eigentlich zeichnete Pünktlichkeit seinen Lover aus. Pünktlichkeit und vieles mehr.

Er stieg aus dem Wagen und streckte sich. Der Parkplatz war menschenleer. Kälte und Dunkelheit hatten auch Vorteile: Im Frühjahr wimmelte es hier von Hundebesitzern und Joggern. Auch Familien mit Kindern überrannten dann förmlich das kleine Waldstück nahe der A 3, denn das Gehege mit Rehen, Hirschen und Wildschweinen war von hier mit einem kurzen Fußmarsch gut zu erreichen. Ramó;n atmete tief durch. In ein paar Wochen würden sie sich einen anderen Platz für ihre heimlichen Rendezvous suchen müssen. Er schloss den Reißverschluss seiner Lederjacke und lehnte sich gegen den Toyota.

Eigentlich hätte er zu Hause sein sollen. Sein Lebensgefährte renovierte das Wohnzimmer und konnte jede Hilfe gebrauchen. Er kam sich schäbig vor, wenn er daran dachte, dass Phil die Tapeten allein anbringen musste. Vor allem weil er sich in solchen Dingen ziemlich ungeschickt anstellte.

Ramó;n versuchte, nicht weiter an Phil zu denken. Die Sehnsucht nach Andy hatte gesiegt.

Andy. Der Name seines neuen Geliebten gefiel ihm nicht. Vielleicht weil er wusste, dass er ihn nur für seine amourösen Abenteuer benutzte. Seine wahre Identität behielt er für sich. Ein zusätzliches Geheimnis, das ihn umwitterte.

Normalerweise interessierte sich Ramó;n nicht für das Leben seiner Affären, doch bei Andy lagen die Dinge anders. Leider. Ramó;n gab es nicht gerne zu, aber er hatte seine Gefühle schon lange nicht mehr unter Kontrolle.

Andy war für ihn mehr als nur eine flüchtige Geschichte.

Insgeheim sehnte er sich nach einem Leben an seiner Seite, träumte davon, neben ihm einzuschlafen und aufzuwachen. Längst waren ihm die Zeitfenster zu klein geworden, die Andy ermöglichte. Gleichzeitig spürte Ramó;n deutlich, dass Andy sein intensives Bedürfnis nach Nähe nicht teilte. Seine Zugeständnisse waren begrenzt, auf Ansprüche reagierte er gereizt, und alle Versuche, ihm mehr Verbindlichkeit abzuringen, blockte er ab.

Ramó;n verzweifelte zunehmend an der Situation. Mittlerweile litt sogar seine Arbeit. Als Komponist und Musiker benötigte er neben Inspiration auch eine gewisse Kontinuität. Nur wenn sein Seelenleben im Gleichgewicht war, konnte er kreativ sein. Das ausschweifende Leben, das anderen Künstlern wahre Schaffensperioden bescherte, führte bei ihm zu Chaos und schließlich zum Stillstand. Deshalb schützte sich Ramó;n normalerweise vor gefühls- mäßigen Achterbahnfahrten, verliebte sich nicht in seine Affären und sprang ab, wenn die Geschichte emotional wurde.

Bei Andy hatte er diesen Zeitpunkt verpasst. Dabei war ein gemeinsames Leben mit ihm völlig ausgeschlossen, daran ließ Andy keinen Zweifel. Ramó;n wusste die Gründe zwar nicht, aber er spürte genau, dass er sich keine Illusionen zu machen brauchte.

Außerhalb ihrer heimlichen Affäre führte Andy anscheinend ein sehr bürgerliches Leben. Vielleicht war er sogar verheiratet, eventuell geschieden, höchstwahrscheinlich war er Vater. Der Kindersitz auf dem Rücksitz seines Wagens deutete darauf hin. Fragen dazu beantwortete Andy nicht. Also hakte Ramó;n nicht weiter nach. Er wollte seinen Lover nicht in die Flucht schlagen.

Ramó;n setzte auf Geduld.

Früher oder später würde Andy ihm aus der Hand fressen,

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