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Der Zauber des Talismans von Bott, Jonna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der Zauber des Talismans

Die Waisen Audrina und Marten verbergen sich im Untergrund vor der Geheimpolizei. Um den elenden Lebensumständen zu entfliehen, beteiligt sich Marten an einer Ausschreibung für ein Spielskript. Weil der Entwurf keine Chance hat, schickt der Junge den seiner kranken Schwester ein. Aus Frust erfindet Marten dazu noch die Figur Clarissa, die dabei unbedingt sterben muss. Doch dann werden Anschläge auf Audrina verübt, die in derselben Form wie im Computerspiel ablaufen. Kann Marten seine Schwester retten? Und was hat ihr seltsamer goldener Talisman mit allem zu tun? Ich lese gern. Irgendwann war mir das zu wenig. Warum sollte ich nicht selbst einmal Geschichten schreiben? Das Ergebnis der Frage war, dass ich begann, mir Storys auszudenken. Weil es Spaß machte, blieb ich dabei. Meine Texte erschienen in verschiedenen Publikationen. Dabei fand ich es anfangs sehr wichtig, mich in mehreren Genres und Schreibformen auszudrücken. Ein intensiver Lernprozess, der sehr hilfreich war. http://jonnabott.blogspot.com/

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 179
    Erscheinungsdatum: 25.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743103375
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1357kBytes
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Der Zauber des Talismans

2.

Es war ein trüber Frühlingsabend.

Der Zug nach Hoelles fuhr ab. Er war voll. Das Gedrängel von Menschen, die in Sternitz den ganzen Tag ihrer Arbeit nachgingen, aber im weitläufigeren und auch schöneren Nachbarort wohnten.

Der Bahnsteig war leer, bis auf zwei schwarz gekleidete Gestalten, die ein wenig merkwürdig aussahen.

Man konnte kaum sagen, was an ihrem Anblick nicht stimmte. War es eine leichte Verzerrung der Muskeln oder ein paar eigentümliche Bewegungen der Finger, die ab und zu irgendwie ziellos hin und her schlenkerten?

Zek, dessen Körper kleiner und auch etwas schmaler war, hob die blasse Gesichtshaut an und kratzte sich mit dem spitzen, krummen Nagel des kleinen Fingers am Kinn.

Eigentlich war da kein Nagel, nur eine Kralle. Allerdings war sie kompakt und farblich ansprechend. Ein Prachtexemplar, das seinem Träger gewiss die Gunst der weiblichen Welt sicherte.

Eingeweihte wussten um die Bedeutung der Kralle. Wie Kor, dessen Statur größer und kompakter war und der die Merkmale seiner Rasse vor der Mission sorgfältig verborgen hatte.

Aber der Rothaarige musste immer eine Ausnahme machen. Nie folgte er den Anweisungen seines Chefs, sondern bewahrte sich aus purer Eitelkeit ein Stück Originalkörper auf.

Das war unmöglich!

Kor schäumte innerlich. Wenn jemand genauer hinsah, flog ihre Tarnung auf und dann konnten sie die Aufgabe nicht mehr erfüllen. Sie waren im Krieg, nicht in einer Komödie.

Noch dazu hatte Zek eine seltsame Sympathie für diese Menschen und die Dinge, die sie benutzten, entwickelt. Aber wenn er nicht mehr objektiv an die Sache heranging, war alles verloren. Sie beide mussten unbedingt Erfolg haben, denn nur ein vernünftig erledigter Job garantierte den Sieg. Sie waren die letzten der Vorhut, fast die letzten überhaupt.

Mit aller Gewalt zwang sich Kor zur Ruhe. Eine hervortretende Ader, die beinahe im Sekundentakt auf seiner Stirn pulsierte, verschwand. Körperbeherrschung war alles. Das lernte man bereits im ersten Ausbildungsjahr.

Kors tiefe, wohlmodulierte Stimme klang völlig unbeteiligt, als er Zek nun befragte.

"Was hast du erreicht?"

Der andere war damit beschäftigt, an einem viereckigen Ding herumzuspielen, das auf dem Bahnsteig stand.

Sie wussten alles. Nämlich, was ein Bahnhof war, was Zug bedeutete, Stadt, Straße oder Auto. Aber das Teil hier war nirgendwo im Handbuch beschrieben. Also existierte es auch nicht.

Und doch war es da und forderte Zek heraus.

Es war ein Rätsel. Aber für solche unvorhergesehenen Probleme hatte man ihn ausgewählt.

Bunte Sachen leuchteten hinter einer durchsichtigen Scheibe. Sie zogen den Rothaarigen magisch an, aber er begriff einfach nicht, wie dieser Gegenstand zu knacken war.

"Sprich endlich, du, du...!"

Kors Stimme war merklich lauter geworden. Sie schallte über den leeren Bahnsteig und ließ ein paar Spatzen, die sich um ein angebissenes Brötchen stritten, voller Panik fliehen.

Wie zur Untermalung der unausgesprochenen Drohung ertönte ein durchdringender Pfiff, den der Schaffner auf seiner Trillerpfeife abgab. Gleichzeitig begann das angestrengte Schnaufen des Zuges, der auf dem Nachbargleis losfuhr.

Notgedrungen wandte sich Zek seinem Vorgesetzten zu.

"Ah, ja! Nichts erreicht."

"Hast du auch alles versucht?"

Der Vorteil der Maske war, dass sie eine Gestik ermöglichte, die Zek mit seinem richtigen Gesicht nie fertigbringen würde. Er verdrehte die Augäpfel, so dass für einen Augenblick nur noch das Weiße zu sehen war. Außerdem verzogen sich die Mundwinkel in einer Kurve in Richtung Hals. So drückten die hier ihre geheime Missbilligung aus.

Eine tolle Sache!

"Äh, natürlich. Genauso, wie Sie es vorgeschlagen haben. Aber das wird schon noch. Wir kriegen ihn. Klar, doch!"

Auch das Wörtchen Sie hatten die beiden sich angewöhnt. Chef und Untergeben

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